MyMz
Anzeige

Nachruf

Verleger Erich Laßleben ist gestorben

Der Herausgeber hinterlässt Spuren: Er gestaltete Jahre lang das kulturelle und politische Leben von Kallmünz mit.
Von Gabi Hueber-Lutz, MZ

Erich Laßleben sen. präsentierte vor Kurzem mit seinem Sohn und Juniorchef die Neuauflage von der „Rübenprinzessin“, ein altes Märchen von Schönwerth.
Erich Laßleben sen. präsentierte vor Kurzem mit seinem Sohn und Juniorchef die Neuauflage von der „Rübenprinzessin“, ein altes Märchen von Schönwerth. Foto: altrofoto.de

Kallmünz.Erich Laßleben sen. ist tot. Der Verleger starb am Dienstag um die Mittagszeit im Alter von 85 Jahren. Mit ihm verliert der Markt Kallmünz einen Menschen, dem die Heimat, dem sein Ort außerordentlich wichtig war. „In seinen Heimatort war er verliebt“, beschrieb Bürgermeister Ulrich Brey im Gespräch dieses besondere Verhältnis. Die Liebe zur Heimat und zur Geschichte dieser Heimat spiegelt sich auch in seinem Verlag wider, in dem Erich Laßleben viele Erzeugnisse mit historischer Ausrichtung verlegte und druckte.

Bis zuletzt sei sein Vater sehr interessiert gewesen, was das Programm des Verlags betraf, erzählte Erich Laßleben jun., der ebenso wie sein Bruder Richard im elterlichen Verlag arbeitet. Der Großvater des Verstorbenen hatte den Verlag und die Heimatzeitschrift „Die Oberpfalz“ gegründet. Jahrzehnte lang war Erich Laßleben Heimatpfleger und steckte seine ganze Liebe auch in diese Zeitschrift.

Sein persönliches Steckenpferd waren Kallmünz und die Maler. Es habe ihn außerordentlich interessiert, dass um die Jahrhundertwende die Maler nach Kallmünz kamen, berichtete sein Sohn. Zu Erich Laßlebens Heimatverbundenheit gehörten auch die Vereine. Er war in sehr vielen Vereinen Mitglied. Acht Jahre war er Vorsitzender des ATSV und seit 1950 hatte er im Männergesangsverein gesungen. Noch zum 85. Geburtstag im März hatte ihm der Gesangsverein ein Ständchen gebracht. Nicht nur das kulturelle Leben lag ihm am Herzen, er gestaltete seine Gemeinde auch auf der politischen Ebene mit. 30 Jahre war er Gemeinderat, zwölf Jahre stellvertretender Bürgermeister. Er sei oft froh gewesen, sich an Herrn Laßleben wenden zu können, wenn er Informationen brauchte, sagt Bürgermeister Ulrich Brey zurück. Denn Laßleben war ein profunder Kenner heimatkundlicher Zusammenhänge und Fakten. „Es war oft gut, den Rat eines Älteren zu bekommen.“ Es blieb nicht aus, dass so viel Engagement auch eine öffentliche Würdigung erfuhr. Von der Bürgermedaille des Marktes bis hin zum Bundesverdienstkreuz reichen die Auszeichnungen des Verstorbenen.

Die Aussegnung ist am Donnerstag um 18 Uhr am Friedhof, der Trauergottesdienst mit anschließender Beerdigung ist am Samstag um 9.30 Uhr in der Kirche Kallmünz.

Der Herausgeber

  • Erich Laßleben war Verleger und Herausgeber dieser Monatszeitschrift, die bereits 1907 von seinem Großvater Johann Baptist Laßleben gegründet worden war.

  • Märchen:

    Noch mit über 80 Jahren beschäftigten die Märchen des 1810 in Amberg geborenen Volkskundlers Franz Xaver von Schönwerth den Verleger Erich Laßleben intensiv. (lhl)

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht