MyMz
Anzeige

Schule

KIWI lehrte in Wiesent das Miteinander

Das Projekt wurde zwei Tage an der Grundschule praktiziert. Dabei entstand trotz Sprachproblemen ein Gemeinschaftsgefühl.
Von Theresia Luft

Die Schüler und alle Beteiligten beim KIWI-Projekt an der Grundschule Wiesent  Foto: Theresia Luft
Die Schüler und alle Beteiligten beim KIWI-Projekt an der Grundschule Wiesent Foto: Theresia Luft

Wiesent.Wer bei KIWI an die Frucht oder den Vogel, der in Neuseeland lebt, denkt, der liegt diesmal vollkommen falsch. KIWI – das steht für „Kinder und Jugendliche Willkommen“, aber auch für Kultur, Integration, Werte und Initiative.

Das Projekt KIWI Kids war zwei Tage an der Grundschule Wörth-Wiesent. Genauer gesagt in der Deutschklasse 3/4 der Grundschule in Wiesent. Deutschklasse bedeutet, dass in dieser Klasse Kinder sind, die nicht oder nur ein bisschen Deutsch sprechen. Entweder sind sie mit ihren Eltern in Deutschland, die hier für eine Zeit beispielsweise bei Conti oder Krones arbeiten, oder es sind Flüchtlingskinder. Wie Rektorin Eva Lichtinger mit Stolz sagte, sind sie die erste Grundschule in Bayern, die am KIWI Kids-Projekt des Vereins „Care-Deutschland“ teilnimmt. „Es ist ein Gewinn für die Kinder, die sich spielerisch mit dem Thema Integration, Zusammenhalt in der Klasse und der Stärkung des Selbstwertgefühls auseinandersetzten“, sagte die Rektorin.

Das Ziel: Gemeinschaft spüren

16 Kinder sind derzeit in der Deutschklassse. Sie kommen aus Bulgarien, Rumänien, Syrien, Irak, Ägypten, China, Amerika, Ungarn, Kroatien, Mexiko und Russland. Jeder spricht eine andere Sprache, hat eine andere Herkunft, ein anderes Alter und andere Lebenserfahrungen. Zwei Tage lang waren die Referenten Leonie Kutz und Raeid Meri von KIWI Kids in der Klasse und vermittelten mit verschieden Spielen, wie wichtig ein gutes Miteinander sei.

Trotz der unterschiedlichsten Ausgangssituationen kann man Freunde finden, sich auf den anderen verlassen, Flucht- und Migrationsgeschichte leichter verarbeiten und eine Gemeinschaft bilden. Kernpunkt an den beiden Tagen war es eben, die Stärken und Fähigkeiten jedes einzelnen zu erkennen und zu fördern. Mit dabei waren auch die beiden Jugendsozialarbeiterinnen der Grundschule Wörth/Wiesent, Angelika Hilpert und Ulrike Aschenbrenner, und die Klassenleiterin Birgit Maierhofer. Hilpert und Aschenbrenner absolvierten im Frühjahr eine Fortbildung bei KIWI Kids und fanden es gut, das zwei externe Referenten die beiden Projekttage durchführten. Hilpert und Aschenbrenner arbeiten nicht nur mit den Kindern, sondern helfen auch im familiären Umfeld, zum Beispiel, wenn die Eltern Sprachprobleme haben, und stehen ihnen unterstützend zur Seite, wenn Bedarf da ist.

Hindernislauf mit Krokodilen

Manchmal war an diesen zwei Projekttagen die Sprache eine Hürde. Doch die Buben und Mädchen waren mit Freude dabei. So sollten sie auf einem Bild ihre eigenen Eigenschaften zuordnen und anschließend den Mitschüler mit einer Eigenschaft beschreiben. Beim Spiel „Giftsee“ wurden Stücke aus Pappe auf den Boden gelegt und nur auf dem Stück Pappe durfte man gehen oder sich fortbewegen. In der Mitte war ein Krokodil. Referentin Kutz holte sich die Pappe, sobald man daneben trat. Schnell erkannten die Kinder: Gemeinsam geht es leichter.

Wichtig war, im Team zu agieren. Auch die Kinder, die noch nicht so lange in der Klasse sind, sahen, sie gehören dazu. Teamgeist und gegenseitige Hilfestellung waren bei vielen der Angebote gefragt. Für die Schule gab es zum Abschluss eine KIWI Kids-Box, die als Unterrichtsmaterial eingesetzt werden kann.

Das Projekt

  • KIWI

    Die Teilnahme an KIWI ist für Lehrkräfte und Schulen kostenfrei. Grundsatz von KIWI ist es, dass Stärken und Gemeinsamkeiten betont werden, nicht Defizite und Unterschiede. Es werden Erfolgserlebnisse für Kinder und Jugendliche geschaffen.

  • Ziel:

    Für das Projekt KIWI heißt Integration auch Inklusion, nicht Anpassung. (llt)

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht