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Politik

575 Wohnungen in Köfering geplant

Das Baugebiet „Erweiterung Weiherbreite“ wächst. Der Köferinger Gemeinderat nahm den Vorentwurf zur Kenntnis.
Von Josef Eder

An der Weiherbreite zwischen Köfering und Egglfing sollen bis zum Jahr 2030 mehr als 500 Wohneinheiten entstehen. Foto: Josef Eder
An der Weiherbreite zwischen Köfering und Egglfing sollen bis zum Jahr 2030 mehr als 500 Wohneinheiten entstehen. Foto: Josef Eder

Köfering.Architekt Joachim Bothe (Schmeer und Partner) stellte in der jüngsten Gemeinderatssitzung den Vorentwurf für das Baugebiet „Erweiterung Weiherbreite“ vor. An der Weiherbreite zwischen Köfering und Egglfing wollen die Investoren Markus Dirnberger und Michael Stark bis zum Jahr 2030 mehr als 500 Wohneinheiten entstehen lassen. Das Grundmodul sieht jetzt elf statt der ursprünglich einmal 15 sogenannten Wohnhöfe vor. Es sollen drei Seiten bebaut werden. Die Giebelfronten zeigen zum begrünten Innenhof mit den Stellplätzen.

Die Wohnhöfe sollen den Charakter der Nachbarschaft erhalten, der begrünte Innenhof verbinde, erläuterte der Planer. Pro Haus sind zwei Garagenstellplätze und zwei Stellplätze im Plan. Um einen Wohnhof sollen sich vier bis fünf Häuser gruppieren. „Wohnhöfe sind keine anonyme, sondern eine soziale Siedlungseinheit“, so Bothe.

Entwicklung in fünf Abschnitten

Am Gebietsrand erfolge mit Einfamilien- und Doppelhäusern ein nahtloser Übergang. Die Wohnbaubedarfsanalyse mit Wohnflächenbedarfsplan und -potenzial habe die Regierung der Oberpfalz geprüft. Gebaut werden soll im Baugebiet „Erweiterung Weiherbreite“ in fünf Abschnitten. Die grüne Mitte des Gebiets ist nördlich und südlich der Egglfinger Straße vorgesehen. Das Projekt soll den Bedarf der nächsten zehn Jahre abdecken.

Der Anschluss des ÜFEX soll verbessert werden. Foto: Josef Eder
Der Anschluss des ÜFEX soll verbessert werden. Foto: Josef Eder

Das Wohngebiet umfasst 18,6 Hektar, dazu kommen für den Kindergarten 0,36, für öffentliche Verkehrsflächen 2,9, für private Verkehrsflächen 1,3, für öffentliches Grün 1,3 Hektar. Die Gesamtfläche des Projekts beträgt 24,47 Hektar, für Ökoflächen sind 9,3 Hektar vorgesehen, für Regenrückhaltung 1,3 Hektar. Das Maximum sind 575 Wohneinheiten, die im Laufe der Jahre entstehen können. Als Grundstücksflächen sind für ein Reihenhaus 150 Quadratmeter, für ein Mittelhaus 300 Quadratmeter und für ein Einfamilienhaus 450 Quadratmeter geplant. Alle Häuser erhalten eine sechs Kubikmeter fassende Kombizisterne zur Regenwasserrückhaltung. Die Hälfte des Wassers soll gedrosselt in den Lohgraben abgeleitet werden, die andere Hälfte beispielsweise als Gartenbrauchwasser verwendet werden. Die Ableitung soll unter der neuen Kreisstraße R 30 erfolgen.

Weitere Beschlüsse

  • Vergaben:

    Für den katholischen Kindergarten erhielt den Planungsauftrag das Büro Seidl (Teublitz), die Außenanlagen übernimmt Delta Immotec. Bodenuntersuchungen beim Wertstoffhof wurden an Actron Altenthann vergeben.

  • Zuschuss:

    Der Verein Alpenrose Köfering erhält 10 000 Euro für die elektronische Trefferanzeige.

  • Termine:

    Der Finanzausschuss tagt am Mittwoch, 20. März (Haushaltsvorberatung). Bauausschusssitzung ist am Montag, 25. März, um 19 Uhr, Gemeinderatssitzung am 8. April um 19.30 Uhr. (lje)

Bürgermeister Armin Dirschl forderte, dass die Parzellierung sowie die Giebelausrichtung in dem Gebiet flexibel gestaltet werden müssen. Die Wohnhöfe, so Bothe, seien dichter bebaut, „es sind jedoch keine Häuserschluchten“. Geplant sei viel Grün. Die Straßen seien so schmal wie möglich, so wolle man „Rennbahnen“ vermeiden. Alle Regelungen werden notariell in einem städtebaulichen Vertrag festgelegt. Doch bräuchten die Investoren Markus Dirnberger und Michael Starck auch eine Grundflexibilität. Befürchtungen im Gremium aufgrund der „irrsinnig großen Flächenversiegelung“ konnten bei der Sitzung zerstreut werden. Zweiter Bürgermeister Manuel Hagen fragte, warum es jetzt 575 Wohneinheiten anstelle der ursprünglich geplanten 550 seien. Die Fläche sei jetzt um 6000 Quadratmeter größer, so die Antwort der Planer.

Mit Planungsgrundlage ist der Neubau der R30 (Südspange). Eine Entscheidung ist hier allerdings vor Mai 2020 nicht zu erwarten, am 4. Juni ist zur R30 ein Termin vor dem Verwaltungsgerichtshof.

Interimslösung für Anschluss

Für die Erschließung des Baugebiets „Erweiterung Weiherbreite“ gibt es eine Interimslösung mit dem staatlichen Bauamt. Am 5. November wurde sie abgestimmt. So erfolgt bis zur Verwirklichung der R 30 ein Anschluss des Gebiets an die B 15. Eine Ampel ist vorgesehen.

Nach dem Kreisstraßenbau sollen der Anschluss an die B 15 rückgebaut, der Lärmschutzwall geschlossen werden. Die Straßenäste zur Dr. Bruno Sahliger Straße werden mit Mittelpfosten geschlossen und sind nur für Feuerwehr oder Bauhof befahrbar. Mit all diesen Maßnahmen soll Durchgangsverkehr auf Schleichwegen zur B 15 verhindert werden. Manuel Hagen hatte die Befürchtung, dass die Bewohner die Verkehrswege zu Parkstraßen umfunktionieren. Im ersten Bauabschnitt sollen 100 Häuser entstehen, der erste Wohnhof liegt beim neu zu bauenden Kindergarten. Johann Neumeier sprach den Baustellenverkehr an. Dirschl sagte dazu: „Alles läuft über die B 15. Die Möglichkeit, die Egglfinger Straße zu schließen, ist vorhanden.“ Wolfgang Gruber stellte die Frage in den Raum: „Was ist, wenn die Interimslösung (Anschluss B15) die Endgültige ist?“ Von der übergeordneten Straße gibt es eine Linksabbiegespur ind Baugebiet und direkt gegenüber, die für Rechtsabbieger ins Gewerbegebiet (Schmack). Neumeier sprach wiederholt die Wiederherstellung der Feldwege bei Egglfing an. Winfried Schoppelrey beklagte den Kahlschlag der DB. Bürger kippen Gartenabfälle dazu. Harald Bauer bat mit dem Kehrbesen die Rinnen an der B15 innerorts zureinigen. Der Kreisverkehr wurde an zwei Tagen vom OGV, Bürgern und Gemeinderäten bepflanzt. Die ehrenamtliche Planung mit Pflanzenbestellung übernahmen Doris und Winfried Schoppelrey.

Der neue Flughafenexpress (ÜFEX) der DB war ein weiteres Thema der Sitzung. Den Räten erschließt sich nicht, warum die Anschlüsse ab Freising in Richtung Landeshauptstadt nicht getaktet sind. Es gibt Aufenthaltszeiten bis zu 30 Minuten. Die S-Bahn fährt vier Minuten, bevor der ÜFEX eintrifft, ab, kritisierten die Gemeinderäte Gruber und Bauer. Das Gremium beauftragte Bürgermeister Armin Dirschl sich zunächst mit seinen Amtskollegen zu besprechen, nachdem auch Obertraubling, Hagelstadt und Eggmühl Haltepunkte sind, und dann gemeinsam zu versuchen, mit der DB eine einvernehmliche Lösung zu finden.

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