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Einlasskontrollen

Alkoholverbot beim Faschingszug

Das Faschingskomitee Köfering sagt den Schnapsleichen den Kampf an. Mitgebrachte Alkoholika sind beim Faschingszug nun tabu.

Beim Köferinger Faschingszug wird es heuer Einlasskontrollen geben. Ein Sicherheitsdienst soll mitgebrachten Alkohol konfiszieren. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa
Beim Köferinger Faschingszug wird es heuer Einlasskontrollen geben. Ein Sicherheitsdienst soll mitgebrachten Alkohol konfiszieren. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Köfering.Der Köferinger Faschingszug am Faschingssamstag gehört mit über 70 Teilnehmergruppen aus mittlerweile drei Regierungsbezirken und jährlich 8000 bis 10 000 Besuchern sicherlich zu den größten Faschingszügen in Ostbayern. In diesem Jahr findet er bereits zum 30. Mal statt, Termin ist am 2. März 2019. Das 20-köpfige Organisationsteam um 1. Präsident Alexander Märkl sorgte knapp einen Monat vor der Veranstaltung jedoch für einen Paukenschlag: Stark alkoholisierte Gäste sind den Verantwortlichen schon seit Jahren ein Dorn im Auge. Jetzt greift der Veranstalter, das Faschingskomitee Köfering, rigoros durch und betont, dass diese Gäste in der Faschingshochburg nicht mehr erwünscht seien.

In diesem Jahr werden erstmals Einlasskontrollen durchgeführt und mitgebrachte alkoholische Getränke sind untersagt. Diese werden den Gästen beim Einlass von einem Sicherheitsdienst, der den Veranstalter bereits seit einigen Jahren mit 30 Kräften unterstützt, sofort abgenommen. Stark alkoholisierte junge Erwachsene entlang der Zugstrecke, die sich in den letzten Jahren mit selbst mitgebrachten, gemixten PET-Flaschen regelrecht „wegrichteten“, sollen somit der Vergangenheit angehören, so der Veranstalter.

Image leidet unter Betrunkenen

In den vergangenen Jahren wurde ein enormer Anstieg von „Alkoholleichen“, die durch den bereitgestellten Sanitätsdienst versorgt werden mussten, verzeichnet. Nicht wenige mussten anschließend dem herbeigerufenen Rettungsdienst übergeben werden. „Darunter leidet natürlich auch das Image unseres Faschingszuges“, so Präsident Märkl, der sich und sein Team zu diesem Schritt gezwungen sieht. Rückendeckung erhält er von seinem Amtsvorgänger und langjährigem Organisator des Faschingszuges, Manuel Hagen, der den Faschingszug zehn Jahre hauptverantwortlich organisierte und seit fünf Jahren dem Organisationsteam angehört.

Laut Hagen machte sich im Laufe der letzten 15 Jahre ein Gesellschaftswandel – auch beim Köferinger Faschingszug – bemerkbar. „Die Gäste wurden in den letzten Jahren immer alkoholisierter, hemmungsloser und vor allem aggressiver“, so Hagen. Mehrmals wurden er und sein Team von Betrunkenen angegriffen, teilweise sogar verletzt. „Das kann nicht so weitergehen, zudem wir alle ehrenamtlich tätig sind“, so der Ehrenpräsident des Faschingskomitees, der die Entwicklung auch bei anderen Faschingszügen vermehrt feststellt.

Sehen Sie hier Bilder vom Faschingszug 2018 in Köfering:

Faschingszug in Köfering

„Das ist kein Köferinger Problem“, betont Hagen. Gedanken macht er sich vor allem um die vielen Kinder, die teilweise die herumliegenden Alkoholleichen mit ansehen müssen. „Alkohol gehört natürlich zum Fasching und den wollen wir auch nicht verbieten – das exzessive Trinken hochprozentigen Alkohols, der getarnt in PET-Fruchtsaftflaschen mitgebracht wird, jedoch schon“, so Hagen. Ganz werde man das Problem nicht in den Griff bekommen, jedoch massiv bekämpfen, so sind sich Märkl und Hagen einig. „Bei zahlreichen Großveranstaltungen sind mitgebrachte Getränke ohnehin schon seit einiger Zeit verboten“, sagt Präsident Märkl.

Gruppen droht der Ausschluss

Die Teilnehmergruppen werden heuer erstmals bei einer Infoveranstaltung am 21. Februar um 19 Uhr im Albert-Kaindl-Sportheim persönlich auf ihre Auflagen hingewiesen. Auch hier musste in den vergangenen Jahren das Benehmen vereinzelter Teilnehmergruppen bemängelt werden, so Märkl.

„Das ist kein Köferinger Problem.“

Manuel Hagen

„Sollte sich dies wiederholen, so wird die eine oder andere Gruppe im nächsten Jahr von der Teilnahme ausgeschlossen“, warnt Märkl. „Glücklicherweise unterstützen uns die Anwohner seit Jahren, wo es nur geht – trotz der zahlreichen Beeinträchtigungen“, lobt dagegen Hagen. Durch die Auflagen soll der Köferinger Faschingszug Schritt für Schritt wieder familienfreundlicher werden. (lmh)

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Party im Stadl

  • Rückkehr:

    Nach einem Jahr Pause steigt heuer pünktlich zum 30. Jubiläum wieder die Faschingsparty im Stadl des gräflichen Gutshofes. DJ M.I.P sorgt mit Faschings-, Ballermann- und Apres Ski-Hits für ausgelassene Stimmung.

  • Bar:

    Die neue, mit LEDs beleuchtete Schnapsbar ist nun im kompletten Stadl integriert und wird nicht mehr abgetrennt. Der Eintritt findet jedoch ab 18 Jahren statt.

Gaudi

In Köfering tanzten die Narren

Trotz der Kälte feierten mehr als 8000 Faschingsfreunde beim Gaudiwurm. Es war der zweite Zug am Faschingssamstag.

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