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Unterhaltung

Alteglofsheimer Theatergruppe wird 30

„Da Philosophe“ heißt das Jubiläumsstück. Es ist eine heitere Posse mit sechs Darstellern. Das Publikum ist begeistert.
Von Petra Schmid

Josef Ettl gab den Bärenwirt „Da Philosophe“ und Xaver Lichtenegger dessen Freund „Jager-Rudi“. Foto: Petra Schmid
Josef Ettl gab den Bärenwirt „Da Philosophe“ und Xaver Lichtenegger dessen Freund „Jager-Rudi“. Foto: Petra Schmid

Köfering.Das Ambiente passt – gemütlich, bayerisch und Raum für jede Menge Humor. Der Saal des Gasthofs zur Post lieferte die perfekte Kulisse für die Aufführung der Theatergruppe Alteglofsheim. Die Darsteller stehen heuer mit der Posse „Da Philosophe“ auf der Bühne. Die sechs Darsteller, die bei dem heiteren Stück in drei Akten ihr Können zeigen, überzeugten bei der Premiere das Publikum vollkommen.

Bettina Hoffmann:  Sie muss so etliche Missverständnisse aufklären, bis klar ist, dass sie nicht die Klofrau der Maxim-Bar ist. Foto: Petra Schmid
Bettina Hoffmann: Sie muss so etliche Missverständnisse aufklären, bis klar ist, dass sie nicht die Klofrau der Maxim-Bar ist. Foto: Petra Schmid

Szenenapplaus und immer wieder Lachsalven waren nach den ersten Minuten bereits garantiert. Die Laienspieler zeichnen sich durch ihre lebendige Mimik aus. Wenn die Brüder Hans und Bernhard Steinberger als Kunstmaler die Zuschauer einbeziehen, gibt es kein Halten mehr. Wer könnte sich schließlich das Lachen verkneifen, wenn der Sitznachbar gekonnt einen Baum darstellen muss und der Hintermann die „Wildsau“ gibt. Wer eine der weiteren Aufführungen der Posse aus der Feder von Georg Maier besucht, wird schnell feststellen, dass die Gefahr, vor Lachen Seitenstechen zu bekommen, sehr groß ist.

Soziales

Theatergruppe spendet 2900 Euro

Die Köferinger Laienspieler bedachten den Kindergarten, Flutopfer und die Lebenshilfe Obertraubling. Erst im nächsten Jahr wird wieder gespielt.

Die Truppe spielt in Köfering

Dass alles so gut klappt, ist freilich kein Zufall. Die Schauspielgruppe kann langjährige Erfahrung vorweisen. Seit 30 Jahren stehen sie schon in Köfering auf der Bühne und unterhalten die Menschen. In ihrer Heimatgemeinde Alteglofsheim habe es keine Auftrittsmöglichkeit gegeben und so sei man nach Köfering ausgewichen, erzählt Josef Ettl, der nicht nur die Hauptrolle spielt, sondern auch der Sprecher der Schauspieltruppe ist. Ettl übernimmt auch den Part, die Schauspieler vor der Aufführung kurz vorzustellen. Mit humorvollen Details schafft er es, bei den Zuschauern die nötige Neugierde auf das Stück zu schüren. Denn wer hat nicht ein Bild im Kopf, wenn es beispielsweise über Xaver Lichtenegger heißt: „Das ist unser Ur-Bayer, der braucht nicht zum Kostümverleih, der läuft immer so rum.“ Oder die Sandra Hecht, die die Notburga spielt. Sie verfüge nicht nur über eine brillante Mimik, sondern auch über die Stimmgewalt, um dem „Philosophe“ den Kopf zu waschen. Die Darstellerin der Elvira sei noch nicht so lange dabei, aber sie sei unentbehrlich, denn sie verkörpere einen gewissen Frauentyp, kündigt Ettl mit entsprechendem Augenzwinkern vielversprechend an. Die Brüder Hans und Bernhard Steinberger hätten das notwendige Potenzial, eine jede Aufführung durch ihre Kunst „fliegen“ zu lassen, sagte er lachend in Richtung der Schauspieler.

Sandra Karl: Sie spielt die Schwester des Bärenwirts und ist vom Philosophen so manches Mal geplagt. Resolut greift sie durch. Foto: Petra Schmid
Sandra Karl: Sie spielt die Schwester des Bärenwirts und ist vom Philosophen so manches Mal geplagt. Resolut greift sie durch. Foto: Petra Schmid

Viele Darsteller aus dem Ensemble seien schon lange dabei, oft schon seit der Wiedergründung der Theatergruppe im Jahr 1989. So ist es kein Wunder, dass die „alten Hasen“ einen reichen Erfahrungsschatz bei der Vorbereitung auf ihre jeweilige Rolle haben. Hans Steinberger, der seit einigen Jahren zusätzlich zu seinem Auftritt als Darsteller auch noch Regie führt, erklärt: Es mache ihm Spaß und es komme ihm zugute, dass er auf seine langjährige Zeit als Darsteller zurückgreifen könne. Wenn die Proben beginnen, sollten die beiden ersten Akte einigermaßen textsicher sitzen, der Rest komme von alleine.

Hans und Bernhard Steinberger: Die beiden Kunstmaler bringen mit ihrem schlitzohrigen Schalk so manches in Aufruhr. Foto: Petra Schmid
Hans und Bernhard Steinberger: Die beiden Kunstmaler bringen mit ihrem schlitzohrigen Schalk so manches in Aufruhr. Foto: Petra Schmid

Eine Besonderheit gibt es übrigens auch – es wird immer gesungen bei der Theatergruppe Alteglofsheim. Meist verwende man eine bekannte Melodie und der Text werde einfach passend zum Stück kreiert, sagt Steinberger. So wie man es früher beim klassischen Bauerntheater gemacht habe, dass man zu den Stichworten improvisieren konnte, das gehe nicht mehr, denn heutzutage baue beispielsweise der eine Wortwitz auf dem anderen auf, erklärt Bernhard Steinberger.

Texte in der Badewanne lernen

Um ihren Text zu lernen, hat Sandra Karl eine gute Idee entwickelt. „Ich lege mich einfach eine Stunde in die Badewanne und kann so entspannt lernen“, verrät sie lachend. Während Ettl still auswendig lernt und auch selbst die Texte nicht aufsagt oder abgefragt werden will, hat Bernhard Steinberger ein ganz anderes Konzept. Er sei ein lauter Lerner und lasse sich von seinem Buben abfragen. Ihren Sohn Leopold mit sieben Jahren spannt auch Bettina Hoffmann ein, sagt sie. Wenn er mit ihr übe, verfalle er sogar in den bayerischen Dialekt, plauderte Hoffmann aus.

„Die Chemie stimmt bei uns“, sind sich die Theaterspieler einig. Das müsse auch so sein, damit es klappt, versichern die Darsteller. Weitere Aufführungen finden noch bis Ostermontag statt. Restkarten gibt es an der Abendkasse.

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