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Jubiläum

Köferinger Feuerwehr ist im Fest-Fieber

Ab 17. Mai geht es in Köfering rund: Die Feuerwehr feiert ihr 150-jähriges Gründungsfest. Ihre Anfänge liegen im Dunklen.
Von Theresia Luft

Ein Bild aus früheren Tagen: Fest- und Patenverein beim 90-jährigen Gründungsfest der Köferinger Wehr im Jahr 1959 Foto: Theresia Luft
Ein Bild aus früheren Tagen: Fest- und Patenverein beim 90-jährigen Gründungsfest der Köferinger Wehr im Jahr 1959 Foto: Theresia Luft

Köfering.Die Vorbereitungen sind fast abgeschlossen. Drei Jahre hat die Feuerwehr Köfering auf ihr Festwochenende hingearbeitet. Das erste Feuerwehrfest in diesem Jahr im Landkreis Regensburg steigt vom 17. bis zum 20. Mai. Alles ist von langer Hand vorbereitet. Schirmherr, Festbraut, Festmutter, Festdamen und Patenverein haben längst ihre Teilnahme zugesagt. Ein wichtiger Teil der Geschichte der Wehr ist in der Chronik in der Festschrift wiedergegeben.

Leider gibt es keine Unterlagen zu den Anfangsjahren.

Die gräfliche Familie von und zu Lerchenfeld ist voll ins 150-jährige Gründungsfest der Feuerwehr Köfering integriert.  Foto: Theresia Luft
Die gräfliche Familie von und zu Lerchenfeld ist voll ins 150-jährige Gründungsfest der Feuerwehr Köfering integriert. Foto: Theresia Luft

Eine Eintragung in die Liste des Bezirksfeuerwehrverbands gibt als Gründungsjahr 1869 an. Diese Jahreszahl erscheint auch auf der Fahne, die bis 1959 bei offiziellen Anlässen vorangetragen wurde. Welche Männer damals die Feuerwehr Köfering aus der Taufe gehoben haben, ist leider nicht bekannt.

1889 war die erste Fahnenweihe

Nichtsdestotrotz hat sich daraus eine aktive Feuerwehr entwickelt, die stets dem Motto „Gott zur Ehr – dem nächsten zur Wehr“ oder moderner ausgedrückt „löschen, retten bergen, schützen“ als Grundsatz verpflichtet ist. Die erste Fahnenweihe fand am25. August 1889 statt, wie aus einer Anzeige im „Regensburger Anzeiger“ vom 20. August 1889 zu lesen war. Es war nicht immer einfach, die Bevölkerung für die Aufgaben der Wehr zu begeistern und zu mobilisieren. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie am 17. Juni 1950 von 43 Personen wieder aktiviert. Seitdem gibt es auch das schwarze Chronikbuch.

„Ich kannte eine so große Festlichkeit gar nicht und hätte mir nie gedacht, dass ich beim 150-jährigen Gründungsfest an der Spitze der Feuerwehr Köfering stehen werde.“

Christiane Reinfrank, Festleiterin

Eins hat sich im Laufe der Jahre doch verändert. Was einmal fest in Männerhand war und von Männern gegründet wurde, hat sich geöffnet. Frauen sind in der Feuerwehr mittlerweile fest etabliert und leisten genau so ihren Dienst, ob bei Übungen oder bei den Einsätzen. Christiane Reinfrank ist Vorsitzende und Festleiterin. Sie steht seit elf Jahren bei der Feuerwehr Köfering an der Spitze. Wie sie der MZ erzählt, ist sie vor 25 Jahren nach Köfering gekommen und hat gleich das 125-Jährige mitgefeiert. „Damals bin ich beim OGV mitgegangen. Ich kannte eine so große Festlichkeit gar nicht und hätte mir nie gedacht, dass ich beim 150-jährigen Gründungsfest an der Spitze der Feuerwehr Köfering stehen werde. Damals hat es mich begeistert, dass das ganze Dorf mitfeierte. Das hat einen riesigen Eindruck bei mir hinterlassen und verursacht mir immer noch eine Gänsehaut.“

Das Festprogramm

  • Freitag, 17. Mai:

    Ab 15 Uhr Einholen Festbraut, Festdamen, Schirmherrn, Festmutter, Ehrenfestmutter, und der Vereine. 18.30 Uhr Bieranstich, 19 Uhr Festabend mit „Froschhaxn Express“

  • Samstag, 18. Mai:

    13 bis 16 Uhr FF Aktionstag, 18 Uhr Totengedenken und ab 19 Uhr bayrischer Abend mit „Kaiserschmarrn“

  • Sonntag, 19. Mai:

    5.30 Uhr Weckruf,

  • 7.30 Uhr Einholen der Vereine, 9.15 Uhr Kirchenzug, 10 Uhr Gottesdienst im Schlossgarten, 14.30 Uhr Festzug, 19 Uhr Festzeltbetrieb mit „Gewekiner Buam und Madl“

  • Montag, 20. Mai:

    AC/DC Revival Band ab 21 Uhr im Festzelt, Einlass ab 17.30 Uhr. (llt)

Seit knapp 20 Jahren ist sie bei der örtlichen Wehr aktiv und freut sich, beim Gründungsfest mit Bürgermeister und Schirmherrn den Festzug anführen zu dürfen. Eine weitere Besonderheit in Köfering: Die gräfliche Familie von und zu Lerchenfeld ist fest mit der Feuerwehr verbunden. Bereits bei den größeren Festen wie 1959, 1975 und 1979 hatte Graf Ludwig die Schirmherrschaft und seine Gattin Gräfin Sybille war Festmutter.

Zwei Jubiläen in fünf Jahren

Das 100-jährige Gründungsfest wurde mit sechs Jahren Verspätung erst 1975 gefeiert und gleichzeitig das neue Löschfahrzeug „Muckl“, ein Ford Transit, geweiht. Nur fünf Jahre später, 1979, wurde das 110-Jährige wieder mit einem großen Fest gefeiert. Die Zeit bis zum 125-jährigen Gründungsjubiläum war geprägt durch eine kontinuierliche Aufbauarbeit. Die Mitgliederzahl wuchs, die Ausrüstung wurde stetig verbessert und ein besonderes Augenmerk wurde auf Ausbildung gelegt.

Abschluss

Ende der Hängepartie fürs BRK

Das Bayerische Roten Kreuz hat den Zuschlag für die Rettungswache in Nittendorf bekommen. 2020 soll Einweihung sein.

Kameradschaft und Zusammenhalt machten die Köferinger Wehr von Anfang an aus und diese beiden Komponenten sind auch heute ein wichtiger Bestandteil, auch wenn sich im Lauf der vergangenen 150 Jahre im Feuerwehrwesen einiges geändert hat. Die Einsätze verlagerten sich in Richtung technische Hilfeleistung, die Frauen sind mit aktiv, die Jugend wird bereits mit ausgebildet. Auch die Gerätschaften haben sich verändert – von der Kübelspritze zum hochmodernen Feuerwehrfahrzeug HLF 20, das im vergangenen Jahr den kirchlichen Segen erhalten hat.

„Gott zur Ehr – dem nächsten zur Wehr!“

Feuerwehr-Motto

Für Gräfin Marie Therese, die 1994 Festmutter war und beim 150-Jährigen als Ehrenfestmutter dabei ist, und ihren verstorbenen Mann Graf Philipp war es immer wichtig, die Wehr zu unterstützen und mit dabei zu sein. Auch das Gesellschaftliche kam in all den Jahren nicht zu kurz. Gemeinsame Ausflüge, Feuerwehrball, Vereinsabende mit Ehrungen oder der Neubau des Feuerwehrhauses 1964 stärkten den Zusammenhalt der Kameraden.

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