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Gemeinderat

Kulturachse Ost ist ein teures Konzept

Eine gute Option für das Kloster Frauenzell wäre das Projekt auf jeden Fall. Offen bleibt die Frage, wer es finanzieren soll.
Von Resi Beiderbeck

Frauenzell soll im Kulturachsen-Projekt den Bereich „Geistliches“ abdecken. Die uralten Votivbilder bekämen dann einen guten Platz. Foto Beiderbeck
Frauenzell soll im Kulturachsen-Projekt den Bereich „Geistliches“ abdecken. Die uralten Votivbilder bekämen dann einen guten Platz. Foto Beiderbeck

Brennberg.Die Weiterentwicklung des Konzepts „Kulturachse Ost“ durch ein Leitprojekt „Interkommunales Kulturzentrum Altenthann, Kloster Frauenzell, Himmeltal“ wird am 20. Mai dem Kulturausschuss des Landkreises vorgestellt. Bevor die Kreisräte erfahren, was es damit auf sich hat, bekam der Brennberger Gemeinderat Auskunft. Architekt Andreas Schubert informierte über den Stand der Dinge und zeigte auf, was wo möglich wäre.

Das Kloster Frauenzell, einst Heimat der Benediktiner, erfüllt heute mehrere Aufgaben und hat viele verschiedene Eigentümer. In den Klostermauern befinden sich Mietwohnungen, Eigentumswohnungen, ein Pfarrsaal mit Nebenräumen, das Jugendheim und Depoträume des Diözesanmuseums. Letztere werden frühestens 2021 frei und wie danach die Verwendung aussehen soll, darüber wird momentan mit dem Ordinariat verhandelt. Ziel wäre es, eine Anbindung der Bibliothek zu bekommen, die nicht mehr wie bisher an den Privatwohnungen vorbei führt. Innenhof, Kirche und der gemeindliche Teil des Klostergartens sollen in das Konzept eingebunden werden. Die Kamine im Dachstuhl, die Kelleranlage mit der Quelle und der Felsenkeller wären es wert, hergezeigt zu werden, sagte der Planer.

Räume für Wallfahrtsmuseum

Kreuzgang und Sakristei dienen dem religiösen Teil des Dorflebens. Nicht genutzt sind derzeit etliche Räume im Südflügel, die sich die Pfarrgemeinde als Option behalten möchte. Jedoch ergeben sich auch hier Möglichkeiten, wie eine gemeinsame Sitzung der Kirchenverwaltung, der Gemeinde und der Planer zeigte. So ist man sich einig, dass in einem geeigneten Raum die Geschichte des Klosters dargestellt werden soll. Die Pfarrei denkt dabei an ein „Wallfahrtsmuseum“. Denkbar ist dafür der 2. Stock des Südflügels. Ein gemeinsames Anliegen aller Beteiligten ist die Schaffung eines barrierefreien Zugangs und die Regelung der Parksituation bei Veranstaltungen .

Gegenüber im Nordflügel sind etliche Räume im Besitz der Gemeinde Brennberg. Dazu zählen der ehemalige Bibliothekssaal, der für Konzerte und Ausstellungen genutzt wird, sowie das Refektorium und dessen Nebenraum. Letztere sind Sorgenkinder, denn die Bausubstanz ist ebenso wertvoll wie gefährdet. „Außergewöhnliches Ambiente und außergewöhnliche Sanierungskosten“, so lautet die Expertise.

Das Himmeltal „leise bespielen“

Das Gesamtkonzept ruht auf drei Säulen. Den Bereich „Weltliches“ soll ein Mitmach-Museum in Altenthann mit Depot, Werkstätten und Veranstaltungsräumen abdecken. „Geistliches“ soll der Schwerpunkt in Frauenzell werden. Und als dritter Baustein soll das Himmeltal, dienen. Diesen wertvollen Bereich will man „zunächst leise bespielen“, wie es Schubert ausdrückte. Schautafeln sollen aufgestellt und Parkplätze geschaffen werden. Möglich wären Themenwege zur Wassernutzung, zur Köhlerei oder zur Artenvielfalt. Denkt man das Konzept weiter, dann rückt die Einbeziehung leerstehender Gebäude im Umgriff des Klosters wie das ehemalige Wirtshaus oder das Anwesen des „Fischn Hans“ in den Fokus. Künstlerwerkstätten könnten dort entstehen, so der Planer.

Kulturreferent Dr. Thomas Feuerer sagte: „Dieses Projekt ist ein Versuch, die ganze Region anzuschieben“. Herauszufinden, was an Zuschüssen zu erwarten sein könnte, ist nun die wichtigste Aufgabe.

Finanzierung ist der Knackpunkt

  • Kosten:

    Belastbare Zahlen werden gebraucht. Denn bei 770 Quadratmetern an überplanten Klosterräumen und 740 Quadratmetern Innenhof mit Durchfahrt stehen allein für den gemeindlichen Teil Kosten in Höhe von 2,8 Millionen Euro im Raum.

  • Belastung:

    Selbst wenn 80 Prozent Zuschüsse fließen sollten, wäre die verbleibende Summe zu viel. So viel Geld könne die Gemeinde Brennberg unmöglich aufbringen, lautete der Tenor des Gremiums in der anschließenden Diskussion.

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