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Energie

Endlich kann der Strom fließen

Die Genossenschaft „Bürger-Energie-Region Regensburg“ baute in Bergstetten auf einer Fläche von zwei Hektar einen Solarpark.
Von Ingrid Kroboth, MZ

Das blaue „Bavariastrom-Band“ ist durchschnitten – der Strom kann fließen (von links): Joachim Scherrer, Bürgermeister Hans Schmid, Gertraud und Karl Kolb, stellvertretender BERR-Vorstandsvorsitzender Walter Nowotny, Vorstandsmitglied Ludwig Meier und Aufsichtsratsvorsitzender Florian Mann Foto: Kroboth
Das blaue „Bavariastrom-Band“ ist durchschnitten – der Strom kann fließen (von links): Joachim Scherrer, Bürgermeister Hans Schmid, Gertraud und Karl Kolb, stellvertretender BERR-Vorstandsvorsitzender Walter Nowotny, Vorstandsmitglied Ludwig Meier und Aufsichtsratsvorsitzender Florian Mann Foto: Kroboth

Laaber.Der Solarpark in Bergstetten ist fertig. Das riesige Modulfeld parallel zur Autobahn hinter der hölzernen Schallschutzwand ist mit grünem Maschendraht eingezäunt. Das Gras auf dem Gelände steht meterhoch, dazwischen blüht weiß die wilde Kamille. Zur feierlichen Eröffnung der Anlage hätte das Datum nicht besser passen können: pünktlich zum Sommeranfang, eingebunden in die bundesweit ausgerufene „Woche der Sonne“.

Bauherr der auf zwei Hektar landwirtschaftlichen Flächen verteilten Fotovoltaikmodule ist die Genossenschaft „Bürger-Energie-Region Regensburg“ „BERR“. Sie hat nun 22 Projekte für nachhaltige Energie verwirklicht und mit der Anlage Bergstetten die Leistung auf über zwei Megawatt verdoppelt. Dazu wurden neben der Autobahn bei Bergstetten fast 4000 Module aufgebaut – Kostenpunkt 900000 Euro. „Das erste Angebot lag bei 1,2 Millionen Euro“, erzählt Joachim Scherrer als BERR-Vorstandsvorsitzender. Er erinnert die Eröffnungsgäste an die ersten Überlegungen für einen Solarpark im Jahr 2012 exakt auf dem nun verwirklichten Gelände. Die Widrigkeiten waren Gesprächsthema bis tief in die Nacht, reißt Scherrer nur kurz seine Erlebnisse zwischen den ersten Gesprächen und der Fertigstellung an: erteilte und wieder aufgehobene Einspeisezusagen, Entwicklung bei Planung und Baukosten. Im Juni 2016 sei endlich die Baufirma angerückt. Eigentlich sollte dann alles zum Jahresende fertig sein, aber „der Steinbuckl machte seinem Namen alle Ehre“.

Das Gelände gehört der Gemeinde Laaber und der Familie Kolb. Deren Bereitschaft, die Grundstücke zur Energiegewinnung zur Verfügung zu stellen, habe das Projekt erst ermöglicht.

Noch in dieser Woche werde der „Hebel umgelegt“, wusste Scherrer. Und dann fließe der „Strom von Bürgern der Region für Bürger der Region“ in die vorhandenen Netze. Vermarktet wird dieser Strom über das vor eineinhalb Jahren gegründete Grünstromwerk „Bavariastrom“. Das Unternehmen sichert „Strom aus Bürgerkraftwerken“ zu und zahlt an BERR 8,8 Cent/kWh Einspeisevergütung.

Aus Sicht von Wolfgang Wegmann, der als Vertreter von „Samos+Agenda21“ auf die Aktionen zur „Woche der Sonne“ hinwies, wurde in Bergstetten „unüberschaubar Großes geschaffen“. Und Laabers Bürgermeister Hans Schmid erinnerte an das verzweifelte Warten der Grundstückseigentümer, weil es lange Zeit einfach nicht vorwärts ging – „das braucht Ausdauer und Beharrlichkeit“.

Weitere Projekte

  • Die nächsten BERR-Projekte sind kurz vor der Fertigstellung: zwei Mietstromprojekte, eines in Burgweinting und eines in Landshut, nachdem die BERR mittlerweile neben dem Landkreis Regensburg auch direkt angrenzende Kreise mitversorgt.

  • Geld:

    Die BERR hat aktuell rund 260 Mitglieder und ein Eigenkapital von 800 000 Euro. Werbung habe die Bürgergenossenschaft derzeit nicht nötig, weil bisher noch immer genügend Geld aus Einlagen der Mitglieder da war, ehe ein neues Projekt angepackt wurde. (lik)

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