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Kontrolle

Mit der Radarpistole im Anschlag

An rund 20 Messstellen haben Polizisten im Landkreis Jagd auf Tempo-Sünder gemacht. Die Statistik spricht für die Aktion.

Die Beamten der PI Nittendorf sind beim Blitzmarathon 2019 im Einsatz. Während Hauptkommissar Josef Kamann in Penk misst, schaut Andreas Niebler nach dem Rechten. Foto: Heiner Stöcker
Die Beamten der PI Nittendorf sind beim Blitzmarathon 2019 im Einsatz. Während Hauptkommissar Josef Kamann in Penk misst, schaut Andreas Niebler nach dem Rechten. Foto: Heiner Stöcker

Nittendorf.‚Fuß vom Gas!‘: Unter diesem Motto hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann am Mittwoch um 6 Uhr den siebten bayerischen Blitzmarathon gegen Raser gestartet. Insgesamt rund 1900 Polizisten sowie etwa 50 Bedienstete der Gemeinden und Zweckverbände der kommunalen Verkehrsüberwachung kontrollieren die Geschwindigkeit an rund 2000 möglichen Messstellen in ganz Bayern mit Schwerpunkt vor allem auf Landstraßen.

Mit dabei waren am Mittwoch auch zehn Beamte der Polizeiinspektion Nittendorf. „Und die Aktion macht absolut Sinn“, sagte Andreas Niebler der Mittelbayerischen.

Im Video erklären Josef Kamann die Laser-Pistole und Andreas Niebler die Aktion

Video: Heiner Stöcker

Für Niebler war das der erste Blitzmarathon als Leiter der Polizeiinspektion Nittendorf. Er hat den Posten erst Anfang März übernommen. Davor war er bei der Bereitschaftspolizei, bei der PI Neutraubling und schließlich beim Polizeipräsidium Oberpfalz, wo er beim Sachgebiet Ordnungs- und Schutzaufgaben tätig war. „Dass es besser wird, sehen wir an den Zahlen der Verkehrs- und Unfallstatistik“, sagte Niebler. Denn vor allen anderen Einsätzen seien es immer wieder die schweren und tödlichen Verkehrsunfälle, die ihm und seinen Kollegen im Gedächtnis bleiben.

Mehr Unfälle – weniger Tote

Zum vierten Mal in Folge verzeichnete die Statistik des Polizeipräsidiums für den Regierungsbezirk Oberpfalz zwar einen Anstieg bei der Anzahl der Verkehrsunfälle. 2018 gab es 36 385 Unfälle – davon waren 4537 mit Personenschäden. Das sind rund 6500 Unfälle mehr als 2011. Aber rund 58 Prozent davon waren auf „sonstige Ursachen“ oder äußere Einflüsse, wie Glätte oder Wild zurückzuführen. Die Zahl der Verkehrsunfalltoten 2018 fiel auf den niedrigsten Stand seit Führung der Statistik. 54 Menschen verloren bei Unfällen in der Oberpfalz ihr Leben. Außerdem sank die Zahl der Geschwindigkeitsunfälle mit 872 auf den niedrigsten Stand der vergangenen zehn Jahre.

Ablauf: Den ganzen Tag kontrollierten die Beamten im Landkreis an rund 20 Stellen Fahrzeuge und ihre Fahrer. Fotos: Heiner Stöcker
Ablauf: Den ganzen Tag kontrollierten die Beamten im Landkreis an rund 20 Stellen Fahrzeuge und ihre Fahrer. Fotos: Heiner Stöcker

Die aktuelle Statistik für den Landkreis Regensburg gibt es erst am Freitag bei einer Pressekonferenz mit den Leitern der Polizei-Dienststellen und der Landrätin Tanja Schweiger.

Bis Mittwochmittag war die Ausbeute der Beamten der Polizei Nittendorf überaus mau. Die Laserpistole stand zunächst in Penk an der Staatsstraße 2165. Der schnellste dort hatte 83 statt der erlaubten 70 Stundenkilometer drauf. Dann wanderte die Pistole weiter Richtung Mariaort an die ehemalige Bundesstraße 8 und am Nachmittag an die Staatsstraße 2233 zwischen Hemau und Painten und nach Kneiting. „Wir sollen heute Präsenz zeigen“, sagte Josef Kamann. Normalerweise sitzt der Polizeihauptkommissar in seiner Ein-Mann-Wache in Hemau. Aber bei personalintensiven Einsätzen, wie dem Blitzmarathon, helfen alle Kollegen zusammen.

Eindruck: „Die Fahrer waren alle aufgeschlossen. Die wussten, was heute los war“, sagte Hauptkommissar Jochen Baumann. Fotos: Heiner Stöcker
Eindruck: „Die Fahrer waren alle aufgeschlossen. Die wussten, was heute los war“, sagte Hauptkommissar Jochen Baumann. Fotos: Heiner Stöcker

Heute gehe es für die Beamten vor allem darum, das Thema Geschwindigkeit in den Köpfen der Fahrer zu verankern. An knapp 20 Messstellen haben die Beamten der Polizeiinspektionen im Landkreis Regensburg Jagd auf Temposünder gemacht. Aber endgültige Zahlen gab es am Mittwochabend nicht. „Die Aktion läuft ja bis Donnerstag um 6 Uhr“, hieß es aus dem Polizeipräsidium Oberpfalz. Im ganzen Regierungsbezirk hatten Polizeibeamte 110 Messstellen eingerichtet.

Unterschiedliche Reaktionen

„Meistens sind die Fahrer überrascht, warum sie überhaupt angehalten werden“, sagte Andreas Niebler. „Es gibt auch viele, die zum ersten Mal in eine Kontrolle kommen. Die Reaktionen sind unterschiedlich. Die einen, die Denken, sie haben einen Verstoß begangen und sind entsprechend nervös und schuldbewusst. Und es gibt die anderen, die Kontrollerfahrenen, die cool und gelassen sind.“ Bei überraschenden Kontrollen kann die Stimmung auch mal kippen. „Sauer und aggressiv gibt es auch. Vor allem, wenn die Leute unter Zeitdruck sind oder zu einem Termin müssen“, sagte Niebler.

Mit dieser Laser-Pistole nahmen die Beamten die Tempo-Sünder ins Visier. Fotos: Heiner Stöcker
Mit dieser Laser-Pistole nahmen die Beamten die Tempo-Sünder ins Visier. Fotos: Heiner Stöcker

Einen einzigen wirklichen Temposünder hatten die Nittendorfer Kollegen laut Hauptkommissar Jochen Baumann bis 16.30 Uhr dann doch noch erwischt. „Das war im Bereich Kneiting. Der hatte 111 Stundenkilometer statt den erlaubten 80 auf dem Tacho.“

Hier finden Sie die Messstellen in der Oberpfalz.

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