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Glaube

226 000 Euro für die Kirche auf Kreta

Der Franziskusverein unterstützt seit 35 Jahren die Katholiken. Nun ist ihr Ansprechpartner auf der Insel gestorben.
Von Josef Dummer, MZ

  • Nach dem heiligen Franziskus, hier im Vorhof der Kirche von Chania, ist der Lappersdorfer Förderverein benannt. Fotos: Archiv/Dummer
  • Ein Teil der Reisegruppe aus Lappersdorf am Grab von Pater Petros mit (von links) Gottfried und Hildegard Schmid, Karolina Todt, Pater Lucas Romani, Hans Todt und Kapuziner-General Mauro Jöhri.

Lappersdorf. Der Franziskusverein Lappersdorf hat einen Nachfolger als Kontaktperson auf Kreta für Pater Petros Roussos gefunden, der voriges Jahr überraschend verstorben war. Bei der Jahresversammlung in der TSV-Gaststätte informierte der Vorsitzende, Alt-Bürgermeister Hans Todt, die 20 anwesenden Mitglieder über die Reise einer Vereinsdelegation nach Kreta, bei der der neue Kontakt zustande kam.

In seinem Bericht zur Lage des Vereins bedauerte der Vorsitzende Todt den ständigen Rückgang der Mitgliederzahl vor allem aus Altersgründen. Im vergangenen Jahr waren wiederum acht Sterbefälle zu beklagen. Die Mitgliederzahl beträgt derzeit 170 Freunde der Insel Kreta, die dort seit 35 Jahren die Katholische Kirche ideell und materiell unterstützen.

Pater Petros’ Tod schmerzt

Der geprüfte Kassenbericht wies für das abgelaufene Jahr wiederum eine Spende in Höhe von 6000 Euro aus. Seit Bestehen des Vereins konnten nach Angaben von Todt somit aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden der Katholischen Kirche auf Kreta 226 000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Das Geld wurde für den Unterhalt und die Einrichtung der Kirchen sowie für die vielfältigen Zwecke des kirchlichen Lebens eingesetzt.

Die politische und wirtschaftliche Lage in Griechenland gelte seit Jahren als sehr angespannt, weshalb eine Hilfe aus dem Ausland für die Kirche von großer Bedeutung sei. Einen breiten Raum nahm im Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden der überraschende Tod des Generalvikars von Kreta, Pater Petros Roussos, ein. Er war am 14. Februar letzten Jahres überraschend verstorben. Pater Petros sei die zentrale Persönlichkeit für die Katholische Kirche auf Kreta gewesen, aber auch für den Verein, dessen Mitglied er war, erinnerte Todt. Der Verstorbene habe seine Vorstellung einer katholischen „Kirche ohne Grenzen“ in seiner von der Orthodoxie geprägten Umgebung unermüdlich und erfolgreich vorangetrieben. Die Regelung seiner Nachfolge war für die Gläubigen auf Kreta aber auch für den Franziskusverein nunmehr eine wichtige Entscheidung, die der zuständige Bischof zu treffen hatte. Um sich über die Verhältnisse vor Ort ein Bild zu machen und die maßgeblichen Persönlichkeiten kennen zu lernen, reiste nach Angaben des Vorsitzenden eine Delegation des Vereins im April vergangenen Jahres nach Kreta. Reiseteilnehmer waren die Eheleute Hildegard und Gottfried Schmid, Rita und Alois Bauer, Paul Stegerer sowie Karolina und Hans Todt.

Treffen mit dem obersten Kapuziner

Sie besuchten die drei maßgeblichen Pfarreien in Heraklion, Rethymnon und Chania. Dort trafen sie auf die Mitarbeiter des verstorbenen Pater Petros, die in dessen Sinne die pastorale Arbeit bisher weiterführten und die auch als Nachfolger in Frage kamen. Die Lappersdorfer wurden überall sehr herzlich empfangen, nahmen an gemeinsamen Gottesdiensten teil und konnten sehr informative Gespräche über die zukünftige Entwicklung der Pfarreien führen, erzählte Todt.

In Chania trafen sie den jungen und sehr freundlichen italienischen Pater Loukas Romani. Dieser hatte gerade an diesem Tag mit dem Obersten seines Ordens, dem weltweit für den Kapuzinerorden zuständigen Schweizer Mauro Jöhri, einen hohen Besuch.

Der Besuch des Grabes von Pater Petros in Chania war für die Lappersdorfer Delegation natürlich eine selbstverständliche Pflicht, sagte Todt. Spontan nahmen auch Mauro Jöhri und Pater Loukas teil. Bei ihrer Reise sei das Kennenlernen der für sie unbekannten, aber für den Verein so wichtigen Personen von großer Bedeutung gewesen.

Die besichtigten und vom Franziskusverein unterstützten kirchlichen Gebäude haben nach Meinung des Vorsitzenden alle einen guten Eindruck gemacht. Das kirchliche Leben umfasst eine kleine und weit zerstreute Gemeinde, die versucht, in der Diaspora religiöse Heimat für ihre Gläubigen, aber auch für die vielen Touristen, Zugewanderte und Flüchtlinge zu sein. Als Fazit meinte Todt: „Es war eine erfolgreiche und für die weitere Zusammenarbeit des Franziskusvereins Lappersdorf mit der Katholischen Kirche auf Kreta sehr wichtige Reise“.

Anfang August erreichte dann ein Schreiben aus Heraklion den Franziskusverein Lappersdorf. Daniel Stankiewicz, der polnische Pfarrer von Heraklion, teilte mit, dass er von Bischof Petros Stefanou zum Generalvikar von Kreta ernannt wurde. Der damit feststehende Nachfolger von Pater Petros bedankte sich für die langjährige Unterstützung durch den Franziskusverein und bat darum, diese auch weiterhin zu ermöglichen. Der Vorsitzende Todt zeigte sich erfreut, dass damit die Nachfolgefrage endgültig und zur Zufriedenheit aller entschieden war.

Zum Abschluss zeigte Paul Stegerer interessante Bilder von der Reise des vergangenen Jahres. Der stellvertretende Vorsitzende Johannes Reinwald, der mit seiner Ehefrau Rita die Insel Kreta als ihre zweite Heimat erwählt hat, berichtete abschließend aktuell über das Leben der griechischen Bauern und einfachen Leute, über die wirtschaftlichen Probleme und die politische Entwicklung auf der Insel.

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