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Nachruf

Große Trauer um Xaver Wolf

Der Politiker aus Hainsacker war von 1974 bis 1990 im Landtag. Er starb im Alterb von fast 80 Jahren.

Xaver Wolf (links) mit Willy Brandt auf dem Bezirksparteitag 1974 Foto: SPD
Xaver Wolf (links) mit Willy Brandt auf dem Bezirksparteitag 1974 Foto: SPD

Lappersdorf.Kurz vor seinem 8o. Geburtstag verstarb mit Xaver Wolf ein sozialdemokratischer Politiker, der in Hainsacker, im Landkreis und im Land Bayern die demokratische Nachkriegsgesellschaft politisch mitgestaltet hat. Sein Heimatort Hainsacker, seine Familie, sein Ingenieur-Beruf und seine festen Standpunkte in der freiheitlichen Tradition der deutschen Arbeiterbewegung waren die Wurzeln für den Politiker und Menschen Xaver Wolf.

Heimat fand der eifrige Ministrant und talentierte Schüler in der Pfarrgemeinde Hainsacker. Der Pfarrer förderte ihn. Das Priesterseminar schlug Xaver aber aus. So blieb ihm der Zugang zum Gymnasium verwehrt. Als einziger seiner Volksschul-Abschlussklasse erhielt er aber 1951 in Augsburg einen Ausbildungsplatz als Fernmeldehandwerker. Dort holte er auch am Abendgymnasium das Abitur nach. Dann verlegte er als Monteur Fernmeldekabel in Niederbayern und in der Oberpfalz, bis er genug Geld für ein Studium am Ohm-Polytechnikum Nürnberg gespart hatte. 1958 heiratete er, das Studium schloss er 1960 als Diplom-Ingenieur ab und wurde Amtsleiter im Fernmeldeamt Regensburg.

1960 beginnt seine politische Laufbahn in der SPD und in der Kommunalpolitik. Nur 25 Stimmen fehlten ihm 1966 bei der Wahl zum Bürgermeister in Hainsacker. Er wurde aber zum Gemeinderat, 2. Bürgermeister und Kreisrat gewählt und machte ihn für die SPD-Mandatsträger MdL Gradl und OB Schlichtinger zum Hoffnungsträger der nächsten Generation.

Xaver Wolf erfüllte diese Erwartungen. Große Beachtung fahnden seine mahnenden Worte im Kreistag, wenn er vehement für die Interessen der Schwachen und des flachen Landes kämpfte. Mutig trat er 1972 als Landratskandidat gegen den seit Jahrzehnten regierenden CSU-Landrat Leonhard Deininger an und erhielt 30 Prozent der Stimmen. Die SPD wählte ihn daraufhin zu ihrem Kreisvorsitzenden und 1975 zum Bezirksvorsitzenden (bis 1982). Von der Bevölkerung wurde er 1974 in den Landtag gewählt (bis 1990), von 1978 bis 1986 war er stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender. Seine kommunalpolitische Tätigkeit endete konsequenterweise 1978 mit der Gebietsreform und der Großgemeinde Lappersdorf.

Geblieben ist die Erinnerung an einen Abgeordneten mit engem Kontakt zu den Bürgern, der die wichtigen politischen Themen öffentlich in gut besuchten Gaststätten darstellte und diskutierte und über die die Lokalzeitungen dann ausführlich berichteten. Gefragt nach politischen Vorbildern nannte Xaver Wolf Fritz Erler und Carlo Schmid. Er verehrte Wilhelm Hoegner, den Vater der Bayerischen Verfassung. Deshalb war der Verstorbene, der Ehrungen wie das Bundesverdienstkreuz abgelehnt hatte, stolz auf den Verdienstorden und auf die Verfassungsmedaille in Silber.

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