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Ärger

Lappersdorfer TSV-Halle wird noch teurer

Die Kosten zur Sanierung der TSV-Halle erreichen die Vier-Millionen-Grenze. Anfangs waren 2,3 Millionen Euro geplant.
Von Josef Dummer

Von außen ist das neue Gesicht der TSV-Halle schon gut erkennbar. Innen laufen die Arbeiten noch bis voraussichtlich Ende des Jahres. Foto: Dummer
Von außen ist das neue Gesicht der TSV-Halle schon gut erkennbar. Innen laufen die Arbeiten noch bis voraussichtlich Ende des Jahres. Foto: Dummer

Lappersdorf.Viele kritische Anmerkungen mussten sich Architekt und Bauleiter zur Sanierung der TSV-Halle in der Markratssitzung am Dienstagabend gefallen lassen. Wie können Kosten dermaßen aus dem Ruder laufen? War nicht schon von Anfang an erkennbar gewesen, dass ein Abriss und Neubau der Halle kostengünstiger gewesen wäre? Dies waren nur zwei der Fragen, die die Markträte in die Diskussion warfen.

Im Rahmen der Vorinformation rief der zukünftige Kämmerer Christian Gamon die bisherigen Beschlüsse des Marktrats zur Sanierung der TSV-Halle nochmals in Erinnerung. Dabei stellte sich heraus, dass aus der Kostenschätzung des Architektenbüros vom Dezember 2016 in Höhe von knapp 2,3 Millionen Euro nunmehr fast vier Millionen Euro geworden sind.

Begründet wurde diese enorme Kostenmehrung mit erst im Nachhinein bekannt gewordenen Mängeln, wie einer Asbestbelastung des Daches, beim Brandschutz und insbesondere einer Kostensteigerung nach der Ausschreibung.

Gamon begründete dies mit einem „schwierigen wirtschaftlichen Umfeld, geprägt vom Fachkräftemangel im Baubereich und daher fehlenden Angeboten nach den Ausschreibungen“.

Verein will Beitrag leisten

Gamon sagte bei der Sitzung, dass der TSV gemäß seiner finanziellen Möglichkeiten seinen Beitrag leisten wolle. Alle Kosten zusammen gerechnet und nach Abzug der zu erwartenden Fördergelder ergibt sich für den Markt Lappersdorf demnach ein Kostenanteil von knapp drei Millionen Euro und für den TSV einer in Höhe von rund 442 000 Euro.

Die im Zuge der Besprechungen mit dem TSV weiter bekannt gewordenen Sanierungsprojekte, wie ein neuer Kunstrasenplatz oder die Sanierung der Laufbahnen und Beregnungsanlagen, ließen die Markträte bei der anschließenden Diskussion gleich schon einmal „als Luxusproblem“ außen vor.

Investition

Sanierung der Sporthalle in Kareth läuft

Der TSV Kareth-Lappersdorf hat ein Großprojekt in Angriff genommen. Kein einfaches Unterfangen, meint dazu der Vorsitzende.

Wichtiger erschien den Markträten, wie die schon vorhandenen Finanzierungsprobleme gelöst werden können und nicht zuletzt, wer Schuld an dem gesamten Dilemma trägt. Bürgermeister Christian Hauner erinnerte die Markträte an die mehrheitlichen Beschlüsse, trotz damals schon bekannter Kostenmehrungen an dem Projekt festzuhalten. „Wir haben A gesagt, also müssen wir jetzt auch B sagen“, forderte der Bürgermeister. Auch fand er Lob für die gute Zusammenarbeit und ehrenamtliche Leistung der TSV-Verantwortlichen.

Die Sanierung

  • Kostenmehrung:

    Im Gegensatz zur im Dezember 2016 vorgelegten Kostenschätzung in Höhe von 2 295 000 Euro sind nun 3 915 000 Euro veranschlagt.

  • Wasserschaden:

    Um zu klären, wer für den Schaden haften muss, wird ein Beweissicherungsverfahren eingeleitet.

  • Gastronomiebereich:

    Die Kosten dafür übernimmt der Verein alleine.

Fast alle Markträte waren sich in ihren Diskussionsbeiträgen einig, dass vieles bei diesem Projekt nicht gut gelaufen sei. Herbert Dechant (CSU) warf dem Architekturbüro Fehler bei der Ausschreibung und bei der ersten Kostenschätzung gerade in einem Sanierungsfall vor. Christa Wunderer fand, vom Verein in vielen Dingen nicht ausreichend informiert worden zu sein. Stefan Königsberger (SPD) fühlte sich nicht wohl in seiner Haut, wenn, wie in diesem Fall, „Millionen keine Rolle spielen, andere Projekte, wie in Lorenzen und bei der Feuerwehr Kareth, aber zurückgestellt werden“.

Markträte nicht immer einig

Ralf Kroseberg (Freie Wähler) wies zugunsten des Vereins darauf hin, dass die Sanierung der TSV-Halle in diesem Umfang nur der Nutzung als Schulsporthalle zuzuschreiben sei. „Der TSV alleine hätte sich so eine Sanierung nie erlauben können“, sagte Kroseberg.

Die anschließende Beschlussfassung wurde in mehrere Blöcke aufgeteilt. Mit 14 Ja- bei sieben Neinstimmen genehmigten die Räte die aktuelle Kostenschätzung von rund 3,915 Millionen Euro. 18 Ja- bei drei Neinstimmen gab es für den Beschlussvorschlag, dass der TSV einen Anteil in Höhe von zwei Drittel der Kosten für die Maßnahmen im Schulsportbereich zu leisten hat (aktuell 340 000 Euro).

Einstimmig genehmigten die Räte die Übernahme der Kosten für die Beseitigung des Wasserschadens am Dach und bei der Kegelbahn, bis eine rechtliche Klärung erfolgt ist, sowie die Stundung des noch nicht beglichenen Eigenanteils des TSV auf zehn Jahre. Pro Jahr zahlt der TSV dabei einen Betrag von 7500 Euro zurück.

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