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Inklusion

Lebenshilfe kooperiert mit Tschechien

Seit drei Jahren unterhalten die Werkstätten in Lappersdorf Kontakt ins Nachbarland. Bei Besuchen werden Barrieren abgebaut.
Von Josef Dummer, MZ

Viel Spaß hatten die Besucher aus Tschechien bei den Regensburger Werkstätten in Lappersdorf.
Viel Spaß hatten die Besucher aus Tschechien bei den Regensburger Werkstätten in Lappersdorf. Foto: Dummer

LAPPERSDORF. Seit drei Jahren unterhalten die Werkstätten der Lebenshilfe Lappersdorf regelmäßigen Kontakt nach Tschechien, genauer gesagt, in die Stadt Trutnov. Geschäftsführer Johann Halbritter und Werkstattleiter Rolf Dieter Frey haben dort vor rund einem Jahr damit begonnen, Gespräche zur Kooperation zu führen. Kürzlich hat jetzt eine Delegation aus Tschechien die Werkstätten in Lappersdorf besucht.

Vorausgegangen war im vergangenen September eine Einladung für Halbritter, Frey und Christian Reinwald, dem Leiter der Förderstätte für Menschen mit schwerer und schwerster Behinderung in Lappersdorf, zum Kennenlernen der Einrichtung „Bunte Häuser“ in Trutnov/Hajinice in Tschechien. Im Rahmen ihrer Besichtigung der dortigen Station hat die Delegation dann an ihre tschechischen Kollegen eine Einladung nach Lappersdorf ausgesprochen. Geplant wurde ein Austausch sowohl für Menschen mit Behinderung als auch für die Betreuer.

Nachdem es in Tschechien bisher keine Systeme mit Werkstätten für behinderte Menschen gibt, haben die sechs tschechischen Betreuer die Einladung gerne angenommen und das System in Lappersdorf mit Spannung verfolgt. Die vier Betreuten wurden in die Arbeitsgruppen der Lappersdorfer Einrichtung integriert, und sie durften dort fast eine Woche mitarbeiten.

Freundschaften geschlossen

Trotz der sprachlichen Hindernisse waren sehr schnell Freundschaften geschlossen und Kontakte geknüpft, freute sich Christian Reinwald, während sich die Begleiter intensiv mit dem Sozialdienst, der Vorstandschaft, mit Werkstattleiter Frey und mit Christian Reinwald über die Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigung in den beiden Ländern austauschten.

Als sehr interessant erachtet Reinwald, dass das tschechische System in einigen Bereichen bereits inklusivere Ansätze gezeigt hat als das deutsche. Die Menschen mit Behinderung würden viel eher in den allgemeinen Arbeitsmarkt integriert als in Deutschland, so die Feststellung von Reinwald.

Bereichernder Austausch

Die Gäste hätten sich am Schluss der Visitation sehr begeistert über ihren Aufenthalt in Lappersdorf geäußert, und „sie fanden den Austausch sehr bereichernd“. Vor allem zeigten sie sich darüber interessiert, wie in den Lappersdorfer Werkstätten gerade den Menschen mit schwersten Behinderungen auch die Möglichkeit gegeben wird, aktiv am Arbeitsleben teilzunehmen.

Reinwald bedankte sich bei MdL Dr. Franz Rieger, der den Besuch mit der Beantragung einer finanziellen Förderung durch die Staatskanzlei unterstützt hat. MdL Rieger freute sich bei einem Treffen in der Werkstatt mit der tschechischen Delegation, „so ein gelungenes Praxisbeispiel des gegenseitigen Austausches erleben zu dürfen“. Den Besuch rundete ein umfangreiches Rahmenprogramm ab. Eine Stadtführung in Regensburg, der Besuch der Walhalla und die gemeinsamen Essen hätten die Gemeinschaft gefördert und dazu beigetragen, sprachliche Barrieren abzubauen.

Dolmetscher unerstützten

Unterstützt wurde dies von je einem Dolmetscher aus Trutnov und einem aus der Lappersdorfer Einrichtung. Besonders beeindruckend fand Reinwald, „wie schnell es den Menschen mit Behinderung aus Trutnov und Lappersdorf gelungen ist, sich zu verstehen, sich gegenseitig zu unterstützen und zu fördern“. In diesen vier Tagen des Besuchs seien bereits erste Freundschaften unter den Menschen mit Behinderung entstanden, die in den nächsten Jahren ausgebaut und mit Hospitationen von Mitarbeitern in den beiden Einrichtungen, kulturellem Austausch, beispielsweise mit der Lappersdorfer Band „Werkstattexpress“ und vielleicht auch bei einem Fußballturnier, intensiviert werden sollten, so die Ideen von Reinwald.

Die Regensburger Werkstätten

  • Lebenshilfe

    Sie begleiten in Stadt und Landkreis Regensburg über 600 Menschen mit Beeinträchtigung in ihrem Arbeitsleben.

  • Standorte

    Werkstätten der Lebenshilfe Regensburg gibt es an vier Standorten: in Lappersdorf (2), Obertraubling und Gebelkofen.

  • Elternvereinigung

    Träger der Einrichtungen ist die Lebenshilfe Regensburg, eine Elternvereinigung unter dem Vorsitz von Ursula Geier. (ldk)

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