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Reviertag: Schüler lernen Wald kennen

Jäger erklären den Kindern im Mintrachinger Forst Pflanzen, Tiere und Zusammenhänge. Die Stars des Tages sind die Jagdhunde.
Von Karl Brückl, MZ

  • Alfons Putz erklärt den Grundschülern beim Reviertag, wie man die Pflanzen vor Ort bestimmt. Foto: lbl
  • Ein Gehörn kennen manche der Schüler noch nicht. Foto: lbl

Mintraching.Wieder einmal waren knapp 100 Grundschüler aus Mintraching und Sünching zu Gast im Jagdrevier von Karl Brückl im Mintrachinger Holz. Dort erfuhren sie – mittlerweile zum 15. Mal in Folge – von den Jägern Wissenswertes aus Wald, Feld, Flora und Fauna.

„Das hätte ich mir vor 15 Jahren nicht träumen lassen, dass unser Reviertag mit der Grundschule so ein Erfolg und Dauerbrenner – bei den Jägern wie bei den Schülern – sein wird“ blickt Gründer Brückl im Gespräch mit Schulleiter Josef Fisch auf das kleine Jubiläum der Grünröcke zurück.

Und wie diese spezielle Art des „Unterrichts“ auch überregional eingeschlagen hat, das zeigt die hohe Zahl der „Nachahmer“, denn mittlerweile werden – auch auf Initiative von Landrätin Tanja Schweiger – reihum in den Jagdrevieren des Landkreises ähnliche Praxistage abgehalten. Dabei haben nicht selten die Mintrachinger mit ihrem Konzept Pate gestanden und auch schon mal mit entsprechend vorgebildeten Mitwirkern ausgeholfen.

In Mintraching haben sich wie jedes Jahr wieder etwa 40 jagende Freiwillige gefunden, um die Kinder ins Revier zu begleiten. „Und das zur Unterrichtszeit, also haben sich die meisten Urlaub nehmen müssen“, hebt Fisch die hohe Einsatzfreude der Mintrachinger Grünröcke hervor. Nach Begrüßung mit Jagdhörnern und Hundegeheul geht es dann mit dem Bus los ins Jagdrevier, wo die Sünchinger Gastteilnehmer bereits auf den Start des ungewöhnlichen Unterrichtstags warten. Mit großen Augen erleben die Kinder einen Blick ins Wohnzimmer der Wildtiere, den Wald.

Pflanzen bestimmen lernen

„Wir sind hier zu Gast bei den Tieren und Pflanzen“, erinnert Alfons Putz, mit seinen 78 Jahren wohl der Senior der Mannschaft und vom ersten Tag an dabei, die Kinder. „Und entsprechend rücksichtsvoll haben wir uns auch zu benehmen“. Die Drittklässler nicken ehrfurchtsvoll ob des enormen Fachwissens des Grandseigneurs, der ihnen in nur einer „Unterrichtsstunde“ lernt, die Pflanzen vor Ort zu bestimmen. Die Aufmerksamsten können zum Schluss schon die vorbereiteten Äste mit den zugehörigen Namensschildern versehen und teilweise sogar im Baumbestand den ein oder anderen Vertreter „live“ bestimmen.

Weiter geht es über den Infostand mit jagdlichem Brauchtum und Werkzeug zu den Wildtieren. In sonst nie gekannter Dichte tummeln sich am Stand von Fritz Amann aus Gut Osten die Wildtiere. Zwar nur als Präparat, aber die meisten Kinder haben noch nie Marder, Dachs, Wildschweinfrischling oder Fasanengockel so nah gesehen, geschweige denn angefasst. „Da erlebt man Dinge“ schmunzelt Jäger Helmut Raith aus Sarching und erzählt vom „zuagroasten“ (aus der Stadt zugezogenen) Schüler, der beim Anblick eines Eichhörnchens mitleidig sagt: „Ihr habt aber kleine Fuchsen!“

Umso notwendiger ist die praktische Instruktion durch die Jäger, die den Kindern nicht nur Pflanzen und Tiere vorstellen, sondern auch Zusammenhänge erläutern: Warum muss der Forstwirt einen mit Käfer befallenen Baum aus dem Wald entnehmen und warum bekommen die Wildkaninchen oder auch die Füchse eine Wildkrankheit (Tollwut), wenn ihre Population überhandnimmt?

Der Höhepunkt des Vormittags ist regelmäßig der Besuch am Hundestand. Hier gibt es etwas zu streicheln und zu liebkosen und so ganz nebenbei sehen die Kleinen auch, was ein gut ausgebildeter Jagdhund alles zu leisten im Stande ist.

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Reviertag im Mintrachinger Forst

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