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Gefahren

Sicher unterwegs auf dem Motorrad

Viele Biker sind nun wieder im Landkreis Regensburg unterwegs. Polizei und ADAC starteten die Kampagne „Back on Bike“.
Von Ralf Strasser

Polizeipräsident Gerold Mahlmeister drehte selbst ein paar Runden. Foto: Ralf Strasser
Polizeipräsident Gerold Mahlmeister drehte selbst ein paar Runden. Foto: Ralf Strasser

Mintraching.Jetzt kommen sie wieder aus der Garage: Auf Hochglanz poliert, mit frischem Motorenöl versehen, nachjustiert und aufgetankt. Motorradfahren liegt im Trend, die amtlichen Zulassungszahlen steigen, Cruisen oder das sportliche Fahren sind für Biker eine zunehmend emotionale, leidenschaftliche Angelegenheit. Aber auch eine gefährliche. Die Zahl der Unfälle steigt. Allein in der Oberpfalz waren Motorradfahrer 2018 in 587 Verkehrsunfälle verwickelt, 14 Motorrad- und Kradfahrer verunglückten tödlich. Was auffällt: Vier von fünf verunglückten Bikern sind 45 Jahre und älter. Und genau diese Gruppe steht im Fokus einer Verkehrssicherheitskampagne des Polizeipräsidiums Oberpfalz unter dem Slogan „Back on Bike“. Mit im Boot ist das Bayerische Polizeiverwaltungsamt, der ADAC und die Audi Verkehrsunfallforschung. Zudem beteiligt sich die Deutsche Verkehrswacht, Bezirk Oberpfalz, im Rahmen ihrer Aktion „Mobil bleiben, aber sicher!“ Das Rad wird dabei nicht neu erfunden, schon seit 2011 bemüht man sich, Motorradfahrer für mehr Sicherheit zu sensibilisieren. „Da haben wir schon Erfolge“, sagt Polizeipräsident Gerold Mahlmeister während der Auftaktveranstaltung auf dem ADAC-Fahrsicherheitszentrum Regensburg/Rosenhof. „Doch das Ziel ist die Mission Zero.“

Wiedereinsteiger im Fokus

Daumen hoch für die Verkehrskampagne der Polizei Oberpfalz mit dem Slogan „Back on Bike“. Mit Information und Training zu mehr Sicherheit. Foto: Ralf Strasser
Daumen hoch für die Verkehrskampagne der Polizei Oberpfalz mit dem Slogan „Back on Bike“. Mit Information und Training zu mehr Sicherheit. Foto: Ralf Strasser

Die Kampagne Back on Bike geht in Richtung Neu- und Wiedereinsteiger als Motorradfahrer. Zielgruppe: 45 Plus. „Langjährige Erfahrung als Autofahrer kann die Fahrpraxis auf einem Motorrad nicht ersetzen“, betont Mahlmeister. Das fängt schon mit den ersten Entscheidungen an. Nicht zu groß, nicht zu schwer und nicht zu schnell. „Es ist ein Unterschied, ob man auf eine Maschine mit 165 Kilogramm oder mit 300 und mehr steigt.“ Dazu kommen Fitness, die richtige Kleidung. „Doch die beste Entscheidung ist die Teilnahme an einem Sicherheitstraining, etwa beim Kooperationspartner ADAC“, sagt der leidenschaftliche Motorradfahrer.

Die Motorradsaison beginnt

Nicht nur mit Präventivveranstaltungen will man in der Region die Unfallzahlen reduzieren, sondern auch mit repressiven Maßnahmen, wie der Präsident des Bayerischen Polizeiverwaltungsamtes, Timo Payer, ausführte. Dabei können Gespräche helfen. „Wir reden mit den Bikern bei unseren Kontrollen. Über Geschwindigkeit, Ausrüstung oder Zustand des Motorrads“, sagt Thomas Ludwig, Leiter der Motorradkontrollgruppe der Polizei. Das Feedback sei gut, meint er.

Polizeipräsident Gerold Mahlmeister auf der Verkehrssicherheitsanlage des ADAC Foto: Ralf Strasser
Polizeipräsident Gerold Mahlmeister auf der Verkehrssicherheitsanlage des ADAC Foto: Ralf Strasser

Payer steht hinter der Aktion und hat Zahlen des Fahrlehrerverbandes mit im Gepäck: „Auf den ersten 500 Kilometern passiert am meisten.“ Und: Jeder zweite Tote eines Motorradunfalls in Bayern ist über 45 Jahre. Das könne man durchaus vermeiden. „Mit Vernetzung aller Akteure und mit Eigeninitiative.“ Stichwort: Fahrsicherheitslehrgang. Das habe sich mittlerweile auch herumgesprochen, so Alexander Kreipl, Verkehrssprecher des ADAC. 5 200 Trainingsteilnehmer konnte ADAC Südbayern vermelden. Tendenz steigend. Die Inhalte: Selbsteinschätzung, Gefahrsituation einordnen, richtiges reagieren, gefährliche Situationen vermeiden.

Motorräder

Der Frühlings-Sprint ist gefährlich

Am Wochenende werden viele Motorradfahrer rund um Regensburg unterwegs sein. Die Polizei wird etliche von ihnen aufhalten.

Einblicke in die Unfallforschung

Polizeipräsident Gerold Mahlmeister im Gespräch mit dem Verkehrssprecher des ADAC, Alexander Kreipl Foto: Ralf Strasser
Polizeipräsident Gerold Mahlmeister im Gespräch mit dem Verkehrssprecher des ADAC, Alexander Kreipl Foto: Ralf Strasser

Für Wissen sorgt die Audi Verkehrsunfallforschung, die zusammen mit dem Uniklinikum Regensburg ein Team mit Medizinern und Psychologen bildet. Die Fragen und Lösungen, um die Verkehrsicherheit zu steigern: Wann passiert ein Unfall? Welche Rolle spielt der Mensch? Was muss technisch unternommen werden? „Wir bauen nicht nur Autos und Motorräder (Duccati), sondern haben auch eine gesellschaftliche Verantwortung“, sagt Unfallforscher Markus Köbe, der sich um den Menschen als größten Einflussfaktor beim Motorradfahren kümmert. Schließlich lud Kerstin Koch, Betriebsleiterin der ADAC Fahrsicherheitsanlage in Rosenhof, zu einem Fahrtest auf dem Trainingsplatz. Mit dabei der Polizeipräsident, der privat künftig mit einer Harley in den Ruhestand gleitet. „Mit wenig PS, nur so zum Cruisen.“ Sein Versprechen: Nicht ohne ein Fahrsicherheitstraining, „bevor man sich den Gefahren der Straßen aussetzt.“

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Gefahren

  • Risiko:

    Laut Unfallforschung ist die Gefahr in einen Unfall zu kommen bei den Motorradfahrern vier Mal höher, das Risiko dabei verletzt zu werden acht Mal und dabei zu sterben sogar 18-fach erhöht.

  • Training:

    Neben dem ADAC bietet auch die Deutsche Verkehrswacht Oberpfalz Fahrsicheheitstrainings an. „Jeder Verkehrsunfall weniger ist ein Erfolg“, sagt dessen Bezirksvorsitzender Gernot Schötz.

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