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Pflege

St. Josef: Warten auf Zuschüsse

Lange Diskussionen über das Seniorenheim in Mintraching haben nun ein Ende: Die Einrichtung wird komplett umgekrempelt.
Von Julia Falk

Das Seniorenheim St. Josef wird bald saniert, da es nicht mehr den gesetzlichen Grundlagen entspricht. Fotos: Falk
Das Seniorenheim St. Josef wird bald saniert, da es nicht mehr den gesetzlichen Grundlagen entspricht. Fotos: Falk

Mintraching.Seit November 2018 steht es fest: Der Bauantrag zum Umbau, Erweiterung und Sanierung das Seniorenheimes St. Josef wurde vom Landratsamt Regensburg genehmigt. Nun wartet die Gemeinde auf Fördergelder, damit das Vorhaben endlich beginnen kann.

Das Heim erfüllt die gesetzlichen Grundlagen nicht – es mangelt an Raumgrößen, einem Vorraum und Sanitäranlagen wie Duschkabinen in jedem Zimmer. Bürgermeisterin Angelika Ritt-Frank erwähnt auch, dass man den wirtschaftlichen Aspekten nicht außen vor lassen dürfe. Das St. Josef beherbergt 36 Betten und bei einer Erweiterung könne man 57 Bewohner unterbringen, was wirtschaftlich betrachtet auch ein Vorteil sei, zumal der Bedarf steige.

Das Ziel: „Chancen ergreifen“

Die Vorfreude auf den Erweiterungsbau ist groß. Pläne hängen bereits aus.
Die Vorfreude auf den Erweiterungsbau ist groß. Pläne hängen bereits aus.

Die Gemeinde will auf jeden Fall jede Chance nutzen, um Fördermittel für den Umbau des Heimes zu erlangen. Dazu fanden in den letzten Monaten viele Gespräche mit der Regierung der Oberpfalz und der Fachaufsicht des Landratsamts statt, da im Pflege-Paket für Bayern erstmals Investitionszuschüsse für stationäre Pflegeplätze und Kurzzeitpflegeplätze in Aussicht gestellt werden. So könne für das Pflegeheim St. Josef im stationären Bereich pro Bett ein Zuschuss von 60000 Euro in Betracht gezogen werden.

Streit

Mintraching steht ohne Haushalt da

Zankapfel Seniorenheim: Die beschlossene Sanierung belastet die Gemeindekasse. So sehr, dass acht Räte den Haushalt ablehnen.

In den vergangenen Jahren gab es viele Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten über die Zukunft dieser Pflegestätte. Als 2014 das Bayerische Rote Kreuz Träger des Hauses werden sollte und somit ein Investor ein neues Gebäude bauen würde, gab es eine Gegenbewegung von den Bürgerinnen und Bürgern. Für die Bürgermeisterin ist die Bürgermeinung enorm wichtig. Der Gemeinderat sprach sich anstelle eines Neubaus knapp mehrheitlich für eine Sanierung des Altbaues aus. So kann das Seniorenheim weiterhin viel besser in die Gesellschaft integriert werden. Die Bewohner sollen die Möglichkeit haben, am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. „Wir haben eine Verpflichtung gegenüber unseren Senioren, genauso wie wir sie gegenüber unseren Kindern haben“, so Ritt-Frank. Die Bürgermeisterin erklärt: „Die Mehrheit der Bevölkerung in Mintraching hat sich dafür ausgesprochen, dass die Gemeinde weiterhin Träger und Besitzer des gemeindlichen Altenheimes sein muss.“

Im Mai soll der Doppelhaushalt von 2019/2020 vom Land Bayern verabschiedet werden. Dieser sei Grundlage für das Förderprogramm. Die Bürgermeisterin bedauert, dass man immer noch die Förderbestimmungen abwarten müsse. Die Planungen von Frank Stürzl vom Architektur-Büro SPP Regensburg und auch der genehmigte Bauantrag liegen seit November vor. Die Regierung wird den Zuschussantrag bearbeiten. Die Gemeinde hat ebenfalls jetzt schon einen vorzeitigen Baubeginn beantragt, um die Chance auf die Fördermittel keinesfalls zu verpassen. Architekt Stürzl stellte eine Kostenberechnung für die Sanierung und Erweiterung des Heims mit einer Summe von rund 8,5 Millionen Euro auf.

„Hausgemeinschaften“ geplant

Das Seniorenheim soll in Zukunft in mehrere „Hausgemeinschaften“ aufgeteilt werden, wobei jede für eine gewisse Bewohnergruppe gedacht ist, beispielsweise wird es eine Gemeinschaft im Erdgeschoss mit Garten für Bewohner geben, die an Demenz erkrankt sind. Derzeit habe man diese Möglichkeit nicht, und es käme immer mal wieder vor, dass ein Bewohner abgängig ist.

Die Aufteilungen bieten eine gewisse Selbstständigkeit, da die Bewohner die Möglichkeit haben, in ihrer Küche zusammen zu kochen oder sich von Betreuern helfen zu lassen. Auch Heimleitung Monika Karl ist es wichtig, dass man die Senioren vor Ort versorgen und auf individuelle Wünsche eingehen kann; mit einem Lieferservice ist dies nicht möglich.

Die Erweiterung nimmt einiges an bisher freier Fläche weg, wie beispielsweise ein paar Besucherparkplätze. Aber um in drei Wohngruppen arbeiten zu können, ist mehr Platz unabdingbar. Der Umbau wird mit einer gewissen Belastung für die Bewohner und die Mitarbeiter verbunden sein, doch am Ende erreiche man sein Ziel, die ältere Generation in der Dorfmitte zu halten.

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