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Veranstaltung

Beim Rückwärtsfahren patzte einer

Die Denglinger Oldtimerfreunde richteten einen lustigen Wettbewerb aus. Vorsitzender Hans Jeserer wurde Letzter.

Die schmucken alten Gefährte standen beim Oldtimertreffen in Dengling im Mittelpunkt. Foto: lum
Die schmucken alten Gefährte standen beim Oldtimertreffen in Dengling im Mittelpunkt. Foto: lum

Mötzing.Dieselschwaden waberten über Dorfstraßen. Veteranen der Landtechnik zuckelten von allen Seiten nach Dengling hinein. Am Sonntag war wieder Oldtimerfest bei den Gemütlichen Schützen. Stolze Traktoristen glänzten aber nicht nur mit ihren angejahrten Ackerschleppern, sondern – und das war neu – mit ihrem eigenen Können am Steuer der Dieselrösser. Bei den meisten klappte das Rückwärtsfahren mit Gespann noch verkehrstauglich. Nur der Hans Jeserer patzte mit seiner Allgeier-Zugmaschine und wurde Letzter im Feld der 17, die sich überhaupt trauten.

Schärfen nach alter Sitte

Insgesamt waren an die 60 alte Bulldogs aufgefahren zusammen mit einigen Schnauferln und beträchtlichem Alteisen. Ein angerostetes Zuckerrüben-Heindl brachte der Scherenschleifer Bernd Krone zu neuem Glanz. Als Lastwagenfahrer war der Köferinger 35 Jahre auf dem „Bock“ gesessen und hatte bei seinen Touren Klingen scharf gemacht. An einem von Schrotthändler Martin Stierstorfer herbeigeschafften Wetzstein werkelte als „Lehrbua“ Matthias Waschk. Der Thalmassinger schärfte auch Metzgerbeile aus der Zeit, als arme Schweine noch roh mit der „Hocka“ betäubt wurden. Den Schleifstein drehte ein Bulldogmotor aus der Sammlung von Oldtimerführer Jeserer per Transmissionsriemen. Rostige Hackl sprühten Funken an einem Handschleifer.

Vom Rahmenprogramm mit Flohmarkt abgelenkt wurden Hunderte Zuschauer, als der mit Abstand schönste Oldtimer mit sattem „Kult Kulut Kult“ vorfuhr. Am Steuer des blitzblank geputzten Lanz-Bulldog saß wie immer Josef Bosl aus dem nahen Langenerling. Wie eine auf Hochglanz polierte Messingplakette an dem Bulldog auswies, hatte der längst verflossene Landtechnik-Pionier Lanz Mannheim vor dem Kriege Niederlassungen u. a. in Königsberg, Regensburg und sogar Rostow.

Entlastung für die Kasse

Obwohl die Agrar-Nostalgiker von dem Leierkastenmann Hans Rösch stilvoll in Stimmung gebracht worden waren, kam bei der Versteigerung eines Oldtimer-Traktors keine rechte Kauflaune auf. Der königsblau lackierte Hanomag aus den 60-er Jahren fand keinen Käufer bei einem Anfangsgebot von 1500 Euro incl. Anhänger.

Es half auch nicht die Überredungskunst von Marketing-Manager Christian Beyreuther vom Landtechnik-Champion Horsch aus der Oberpfalz. Vielleicht hatten die Restauratoren die alte Landtechnikregel allzu wörtlich genommen: Drei Pfund Eisen, drei Pfund Lack, fertig ist der Hanomag. Zur Verkaufsförderung wurde versichert, den lecken Tank des Dieselrosses auf Wunsch zu flicken. Zur Entlastung der Vereinskasse verzichtete der Drehorgelspieler auf seine Gage. Sitzen bleiben die Oldtimer auf ihrem Glump keinesfalls, denn zur Abholung stets bereits ist der Alteisenexpress von Gründungsmitglied Martin Stierstorfer.

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Oldtimertreffen in Dengling

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