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Forstwirtschaft

Pferde punkten gegen Harvester

Die Waldbauernvereinigung zeigte die schonende Form der Rückung.
Eva Bleicher

Bei der Pferderückung werden die Stämme schonend aus dem Wald gezogen. Foto: Neumann
Bei der Pferderückung werden die Stämme schonend aus dem Wald gezogen. Foto: Neumann

Schönach.Die Waldbesitzervereinigung (WBV) Regensburg Süd veranstaltete im Rahmen der Regionaltage in einem Wald bei Schönach das „Holzrücken mit Pferden“. Die Vorführung kam gut an – über 100 Besucher verfolgten gut zwei Stunden lang, wie das eingeschlagene Holz bodenschonend von Pferden gerückt wurde. Susanne Kiener, stellvertretende Geschäftsführerin der WBV, führte durch die Veranstaltung und beantwortete die Fragen der Besucher.

WBV-Geschäftsführer Korbinian Arzberger informierte die Besucher über die Vorteile des Holzrückens mit Pferden gegenüber der Holzbewirtschaftung mit der Maschine. Durch den teilweise unsachgemäßen Einsatz großer Forstmaschinen könnten gravierende Bodenschäden entstehen, die die Tragfähigkeit und die Bodenökologie nachhaltig verschlechtern. Insbesondere in schwer zugänglichen Gebieten oder an nassen Standorten sei daher die Pferderückung ein fester Bestandteil der Holzernte geworden. Das Vorliefern mit Pferden in Kombination mit der Maschine zur Endrückung sei zurzeit eine der schonendsten und damit ökonomischsten Möglichkeiten, besondere Standorte zu bewirtschaften. Seine beiden fünfjährigen Norikerhengste „Stratos“ und „Stanzer“ seien für das Holzrücken bestens geeignet, so Arzberger.

Die Tiere werden mit einem traditionellen Stoßzügel geführt. Da man sie damit nicht in Richtungen dirigieren kann, werden die Pferde vor allem mit der Stimme geleitet. Dies werde vom Fohlenalter an trainiert. So gebe es ein Kommando für vorwärts, rückwärts, rechts, links und verschiedene Abstufungen wie zum Beispiel das Eindrehen auf der Stelle. Im Laufe der Ausbildung würden die Tiere lernen, eigenständig zu arbeiten. So ziehen sie in der Regel von selbst das Stammholz bündig an andere Stämme und hören dann zu ziehen auf.

Martin Faltermeier, Leiter des Forstreviers Nittendorf, erläuterte die Besonderheiten des Veranstaltungsortes. Der Schönacher Forst sei Teil des europäischen Natura-2000-Schutzgebiets „Wälder im Donautal“ und bestehe aus einem knapp 1300 Hektar großen FFH-Gebiet und einem fast ebenso großen Vogelschutzgebiet. „Ziel ist hier der Schutz ökologisch bedeutender Tierarten“, so Faltermeier.

Aufgrund ihrer naturnahen Nutzung böten diese Wälder die notwendigen Strukturen für viele Arten. Dazu gehören Vogelarten wie der Grau-, Schwarz- und Mittelspecht sowie der Halsbandschnäpper, die Libellenart „Grüne Keiljungfer“, der Kammmolch und das „Grüne Besenmoos“. Zudem sei eine reiche Baumartenzusammensetzung aus Hainbuche, Stieleiche, Schwarzerle, Vogelkirsche, Esche, Bergahorn, Winterlinde oder Traubeneiche vorhanden.

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