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Natur

Morde, Opfersteine und viel Natur

Einneuer Wanderführer beschreibt die schönsten Strecken zwischen Regenstauf und Nittenau. Er weckt die Lust, loszugehen.
Von Sabine Norgall, MZ

Auf elf abwechslungsreichen Touren zwischen Nittenau und Regenstauf führt der zertifizierte Wanderführer Gerhard Besenhard durch die wunderschöne Landschaft des Regentals.
Auf elf abwechslungsreichen Touren zwischen Nittenau und Regenstauf führt der zertifizierte Wanderführer Gerhard Besenhard durch die wunderschöne Landschaft des Regentals. Foto: Kirstin Kilger

Regenstauf. Es ist offensichtlich, dass das untere Regental landschaftlich besonders reizvoll ist. Als uralte Kulturlandschaft ist es aber auch voller Geschichte, Mythen und Sagen. Beim Wanderführer Regental, der gerade im Battenberg Gietl-Verlag aus Regenstauf erschienen ist, steht auf der Rückseite das Goethe-Zitat: „Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen.“ Wer in dem handlichen Führer blättert, den der zertifizierte Natur- und Landschaftsführer Gerhard Besenhard aus Burglengenfeld geschrieben hat, dem fällt dazu ein zweites Goethe-Zitat ein: „Man sieht nur was man weiß.“

Selbst wer gerne und oft mit den Wanderstiefeln im Regental unterwegs ist, erfährt in den elf Tourenvorschlägen, die Gerhard Besenhard in seinem Wanderführer vorstellt, Überraschendes zur Geschichte der Region. Mit dem Führer kann man sich zunächst auf der heimischen Couch und dann unmittelbar vor Ort auf die Suche nach Besonderheiten abseits der Hauptwege machen, Naturschauspiele bewusst wahrnehmen oder sich von Mythen um alte Kraftsteine, Blutopfer oder Keltenpfade so inspirieren lassen, dass der nächste Wanderausflug mit Kindern von superlangweilig zu total spannend mutiert.

Das Wasserloch trocknet auch im heißesten Sommer nie aus.
Das Wasserloch trocknet auch im heißesten Sommer nie aus. Foto: Besenhard

Zehenabdrücke von Riesen, Wassersteine, die nie austrocknen, verdammte Bierpantscher oder blutrünstige Wilderer: Das Regental hält im Umfeld seiner elf ehemaligen Burgen allein zwischen Nittenau und Regenstauf viel Stoff für ausgeschmückte Geschichten parat.

Wunsch der Buchhändler

Der Battenberg Gietl-Verlag reagierte mit dem Wanderführer auf einen Wunsch, der von den Buchhandlungen aus der Region immer wieder an den Verlag herangetragen wurde: Macht doch bitte mal einen Wanderführer über die Region. Touristen fragten in den Geschäften immer wieder nach. Doch auch Einheimnische dürften bei der Lektüre überrascht sein, wie viel Neues Besenhard ins Vertraute einfließen lässt.

Gerhard Besenhard mit seinem druckfrischen Wanderführer
Gerhard Besenhard mit seinem druckfrischen Wanderführer. Foto: Norgall

Durch eine Verlagsangestellte kam im Frühjahr 2016 der Kontakt zwischen Verlag und Autor zustande. Sie hatte zuvor eine der geführten Wandertouren mitgemacht, die Besenhard regelmäßig unter Juratours Erlebniswanderungen anbietet. Besenhard sagte zu, auch wenn er sich, wie er heute erklärt, damals nicht so ganz im Klaren darüber war, auf welches Arbeitspensum er sich mit dem Wanderführer einließ. Die einzelnen Tourenbeschreibungen gestaltet er nach dem gleichen Motto, mit dem er auch bei seinen geführten Wandertouren unterwegs ist: „Kum schau mit und i verzähl Dir ebas.“

Sehen Sie im Video: Gerhard Besenhard stellt seinen neuen Wanderführer vor.

Gerhard Besenhard hat einen Wanderführer über die schönsten Wandertouren im Regental geschrieben. Video: Norgall

Elf Tourenvorschläge bietet der Wanderführer an. Ganz leichte wie auf den Spuren der Riesen zwischen Karlstein und Drachenstein oder auf die Geisterburg Stockenfels, mittelschwere wie auf dem Keltenweg durchs Regental oder anspruchsvolle über den Jugenberg. Vor dem Schreiben ist Besenhard alle Strecken nochmals genau abgegangen. Und weil die offizielle Beschilderung der Wanderwege im Regental an manchen Stellen durchaus Luft nach oben hat, vermerkt er akribisch alle markanten Punkte, an denen sich die Richtung ändert. Er beschreibt genau, wonach man Ausschau halten soll, falls man vom Weg abweichen möchte, um einen spektakulären Ausblick oder eine Besonderheit am Wegesrand zu finden. Und weil Besenhard von seinen geführten Wanderungen her genau weiß, wie wichtig nach der Wanderung eine zünftige Einkehr ist, hat er auf seinen Strecken natürlich auch alle Einkehrmöglichkeiten vermerkt.

Der Wanderführer

  • Auflage

  • Die erste druckfrisch Auflage umfasst 1500 Exemplare.

  • Umfang

  • Das handliche Taschenbuchformat umfasst 112 durchgehend farbige Seiten. Durch die Drahtkammbindung gibt es beim Ein- und Auspacken aus dem Rucksack kein Verblättern.

  • Service

  • Jede Beschreibung gibt Zeit, Schwierigkeit und Kilometer an.

  • Preis

  • Der Führer ist für 14,90 im Buchhandel erhältlich. ISBN: 978-3-95587-044-7

Besenhard ist ein begeisterter Naturfreund. Zwischen den Wegbeschreibungen erzählt er von Bachläufe, der prächtigen Fingerhutblüte oder Obstbaumwiesen, deren Besuch besonders im Herbst lohnt. Damit weckt er spontan die Lust, loszumarschieren. Eine zusätzliche Wanderkarte im Rucksack kann aber zur schnellen Orientierung trotzdem nicht schaden.

Den Reiz der Heimat entdecken

Strahlende Gesichter bei der Präsentation beim Battenberg Gietl Verlag: Verlagsleiter Josef Roidl, Bürgermeister Karl Bley, Gerhard Besenhard und Bürgermeister Siegfried Böhringer
Strahlende Gesichter bei der Präsentation beim Battenberg Gietl Verlag: Verlagsleiter Josef Roidl, Bürgermeister Karl Bley, Gerhard Besenhard und Bürgermeister Siegfried Böhringer Foto: Norgall

Für Verlagsleiter Josef Roidl war das Verlegen des Wanderführers eine besondere Herzensangelegenheit: „Warum in die Ferne schweifen?“, fragt er. Regenstaufs Bürgermeister Siegfried Böhringer wandert gerne zur Entspannung, räumte aber bei der Buchpräsentation ein, dass auch er längst noch nicht alle Tourenvorschläge Besenhards „abgewandert“ sei. Seit 30 Jahren fährt Böhringer zu Freunden in die Wachau. Bei einem Gegenbesuch hätten die ihn verwundert gefragt: „Sigi, was willst Du bei uns, wenn Du es daheim so schön hast.“

Entlang des Karlsteiner Bachs
Entlang des Karlsteiner Bachs Foto: Besenhard

Bürgermeister Karl Bley aus Nittenau würdigte den Wanderführer, der auch Erlebnis- und Geschichtsführer sei, als Wegweiser zu den bedeutenden kulturhistorischen Anlagen in der Region. Regenstauf und Nittenau unterstützten das Entstehen des Wanderführers mit einer Anzeige und kauften auch jeweils ein kleines Kontingent.

Das Dreikreuz oberhalb von Hirschling.
Das Dreikreuz oberhalb von Hirschling. Foto: Besenhard

Bei der Buchpräsentation mit dem Regenstaufer und dem Nittenauer Bürgermeister gibt sich Besenhard, gefragt nach seiner Lieblingstour, diplomatisch und nennt die besonders schöne und abwechslungsreiche Strecke zischen Hirschling und der Burg Stefling, die beide Gemeindebereiche streift.

Wanderung um den Schlossberg

Am Samstag, 2. April, führt Besenhard eine Wanderung des Regenstaufer Tourismusvereins rund um den Schlossberg. Ausgehend von der Regenbrücke gibt es auf den sechs Kilometern neben dem Naturerlebnis manch Wissenswertes zu erfahren. Gegen 16.30 Uhr ist eine Einkehr bei der Eichmühle geplant. Anmeldung bis 1. April unter Telefon (09471) 950261 oder 0151/ 50737929 oder Mail: Juratours@t-online.de. Preis fünf Euro, Kinder sind frei.

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