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Entwicklung

Neutraubling soll schöner werden

Der Stadtrat möchte die Innenstadt aufwerten. Ein Gestaltungsleitfaden soll helfen. Anreiz bietet ein Förderprogramm.

Die Bogenfassade der Pfarrkirche ist ein Beispiel für Handwerk und Materialität, die dem jeweiligen Entstehungszeitgeist entsprechen. Foto: Theresia Luft
Die Bogenfassade der Pfarrkirche ist ein Beispiel für Handwerk und Materialität, die dem jeweiligen Entstehungszeitgeist entsprechen. Foto: Theresia Luft

Neutraubling.Der Stadtrat hat sich vor einiger Zeit vorgenommen, auf die Stadtmitte ein besonderes Augenmerk zu legen. Dem Gremium um Bürgermeister Heinz Kiechle geht es darum, Fehlentwicklungen künftig vorzubeugen und bauliche Veränderungen der letzten Jahrzehnte, die nicht ganz gelungen sind, eventuell wieder in richtige Bahnen zu lenken.

Für das Sanierungsgebiet „Stadtmitte“ möchte man nun mit einem Gestaltungsleitfaden ein Grundlage schaffen und mit der Einführung eines Kommunales Förderprogramms möchte man die Hauseigentümer animieren, dass sie bei einer Sanierung bei Gestaltung und Auswahl der Materialien auf die Vorgaben achten. Der mit der Erstellung des Gestaltungsleitfaden beauftragte Experte stellte nun das Konzept vor. Der Leitfaden sei mit den entsprechenden Fachstellen abgestimmt, erklärte er eingangs. Man habe sich zunächst mit dem Charakter des Ortsbilds der Stadtmitte Neutraublings befasst und festgestellt, dass eine spezielle, homogene Stadt-Topografie und -Typologie vorherrsche.

Freundliche Fassaden

Wenn man sich umsehe, finde man immer wieder freundliche Fassaden, gutes Handwerk und Materialität, welches dem jeweiligen Entstehungszeitgeist entspreche. Dies zeige sich bei den Beispielen der 50er und 60er Jahre. Man finde immer wieder Fenster- und Türumrandungen, die sich sowohl farblich als auch im Material absetzen würden. Viele Geländer seien handwerklich hochwertig hergestellt und Erker seien immer wieder zu finden. Oft falle diese Qualität erst beim näheren Hinsehen auf.

Viele Eingangsbereiche in der Innenstadt sind hochwertig hergestellt. Foto: Theresia Luft
Viele Eingangsbereiche in der Innenstadt sind hochwertig hergestellt. Foto: Theresia Luft

In den vergangenen zehn bis 20 Jahren seien zunehmend grelle, künstliche Farbtöne eingesetzt worden. Auch bei der Gestaltung der Freiflächen könne man einiges verbessern, meinte der Fachmann. Auch seien Werbeflächen oft grell, überdimensioniert, nicht auf Fassade Rahmen abgestimmt, fasste er weiter zusammen. Für die Stadtmitte bedeute dies, dass die Grenzen zwischen Stadtmitte und umliegenden Wohn- und Gewerbegebieten verwischen würden. Der Kontrast gehe verloren und der zeitgeisttypische Charakter sei gefährdet. Die Qualität der Gestaltung in der Ausführung würde sinken, hob er hervor.

Wünschenswert sei es, den eigenständigen Charakter der Stadtmitte zu erhalten. Die Bereitschaft der Bürger hier einen Beitrag zur Ortsbildpflege zu leisten, könne man erhöhen, indem man mit dem Gestaltungsleitfaden Richtlinien zu schaffen und mit einem Kommunalen Förderprogramm einen finanziellen Anreiz zu bieten, erklärte der Experte.

Das wird gefördert

Fördern solle man die Gestaltung von Gebäudehüllen (Fassade, Fenster, Türen, Treppen, Balkone, Vordächer, etc.), von Freiflächen (Oberflächengestaltung, Möblierung, Pflanzkübel, Einfriedungen, Mülleinhausungen, etc.), von Geschäftsflächen (Webeanlagen, Beschriftungen, etc.) und die Planungskosten. Der Gestaltungsleitfaden biete dazu die Grundlage, veranschaulicht mit Bildern und ergänzenden textlichen Festlegungen. Der Leitfaden sei Bestandteil des Kommunalen Förderprogramms. Gefördert wird ab einer Bagatellgrenze von 5.000 Euro mit 30 Prozent der notwendigen Kosten je Maßnahmengruppe, jedoch maximal jeweils 15.000 Euro. Das jährliche Fördervolumen der Stadt Neutraubling liegt bei 100 000 Euro.

Werbung für das Förderprogramm

Es sei gut, wenn man hier investiere, sagte Sabine Hrach. Sie fragte nach, wie groß der Beratungsaufwand sei und welche Kosten zu erwarten seien. Kämmerer Manfred Zink erklärte, dass die Stadt selbst nicht nur einen Zuschuss für gewährte Förderungen aus dem Kommunalen Förderprogramm erhalte, sondern auch für die Beratungskosten.

Kommunales Förderprogramm der Stadt

  • Grundlagen:

    Wer eine Förderung für eine Sanierung seines Gebäudes im Innenstadtbereich möchte. Kann eine kostenlose Beratung durch den Städtebaulichen Berater in Anspruch nehmen. Dieser fertigt ein Protokoll der Beratung.

  • Antrag:

    Spricht der Berater eine Empfehlung für eine Sanierung aus, die dem Gestaltungsleitfaden entspricht, kann der Eigentümer einen entsprechenden Antrag stellen. Nach der Bewilligung erfolgt nach Umsetzung die Auszahlung der Fördermittel.

  • Beschluss:

    Der Stadtrat Neutraubling erteilte die Zustimmung für den Gestaltungsleitfaden für den Innenstadtbereich und die Einführung eines Kommunalen Förderprogramms für Gebäudesanierungen in der vorgestellten Fassung.

Richard Irro regte an, dass man ordentlich Werbung für das Förderprogramm betreiben solle und eventuell sogar die betroffenen Eigentümer gezielt ansprechen solle. Harald Stadler begrüßte es, dass man nun vorwärts komme, denn man habe seit langen den Wunsch diesen Bereich schöner zu gestalten. „Wir bekommen so hoffentlich ein schöneres Innenstadtbild, meinte er und weiter: Er gehe davon aus, dass dies gut angenommen werde.

Dr. Philipp Ramin bewertete das vorgestellte Konzept, als in sich schlüssig und befürchtete, dass es leider nicht so schnell von den Hauseigentümern angenommen werde, wie man es sich wünschen würde. E sprach sich dafür aus, jeden persönlich anzuschreiben und für dafür zu werben.

Bürgermeister Kiechle hoffte, dass so manche Sanierungsmaßnahme durch das Förderprogramm dann eventuell hochwertiger ausgeführt werde, da der Zuschuss dann die Kosten ausgleiche.

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