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Bildung

Mit dem 9+2-Modell zum Erfolg

Das Angebot an der Mittelschule Neutraubling richtet sich an motivierte Quali-Absolventen. Das Ziel ist die mittlere Reife.
Von Markus Schmautz

Konrektorin Monika Schewior bereitet die 10V als Klassenleiterin auf den Mittleren Bildungsabschluss vor. Foto: Markus Schmautz
Konrektorin Monika Schewior bereitet die 10V als Klassenleiterin auf den Mittleren Bildungsabschluss vor. Foto: Markus Schmautz

Neutraubling.„Das 9+2-Modell ist eine tolle Möglichkeit für motivierte und zielstrebige Schüler, um den Mittleren Bildungsabschluss zu erlangen“, erklärt Monika Schewior, erste Konrektorin der Mittelschule Neutraubling, die zugleich mit Sophie Ertl die Klasse 10V leitet. 9V, 10V, 9+2-Modell? Das sind Abkürzungen, die nicht jedem geläufig sind. Und das hat seinen Grund. „Wir sind die einzige Schule im gesamten Landkreis, die das 9+2-Modell anbietet“, erklärt Schewior.

Dabei haben Schüler die Möglichkeit den Stoff der M10 in zwei Jahren zu absolvieren. Erfahrungsgemäß sei der Sprung von einer neunten Regelklasse in die M10 kaum zu schaffen. „Die Abschlussprüfungen für den Mittleren Bildungsabschluss beginnen bereits im Mai. Somit haben die Schüler nur ein dreiviertel Jahr Zeit, um sich dem erhöhten Anforderungsniveau des Mittlere Reife-Zuges zu stellen.“

Gedacht ist das Modell für Regelschüler, die den Qualifizierenden Mittelschulabschluss mit der Gesamtnote 2,5 oder besser abschließen. Dabei sei es nicht notwendig, im „Quali“ das Fach Englisch gewählt zu haben. „Wer den Schnitt knapp verfehlt hat, hat die Möglichkeit eines Aufnahmegesprächs. Dann entscheidet die Lehrerkonferenz“, erklärt Rektor Herbert Münch.

Engagement ist notwendig

Celine (16) und Philip Piezonka (17): Sie nehmen täglich eineinhalb Stunden Schulweg aus Lappersdorf auf sich. Dennoch würden sie das Modell wieder wählen. „Für mich geht es danach an die FOS. Ich will Hebamme werden“, erklärt Celine. Ihr Bruder denkt an eine Laufbahn bei der Bundeswehr.  Foto: Markus Schmautz
Celine (16) und Philip Piezonka (17): Sie nehmen täglich eineinhalb Stunden Schulweg aus Lappersdorf auf sich. Dennoch würden sie das Modell wieder wählen. „Für mich geht es danach an die FOS. Ich will Hebamme werden“, erklärt Celine. Ihr Bruder denkt an eine Laufbahn bei der Bundeswehr. Foto: Markus Schmautz

Die aufgenommenen Schüler besuchen anschließend die 9V und die 10V, wobei das „V“ für Vorbereitungsklasse steht. „Wir haben mit dem Modell, das es an der Mittelschule Neutraubling seit 2014 gibt, sehr gute Erfahrungen gemacht. Allerdings ist es nur für motivierte, zielstrebige und engagierte Schüler geeignet“, erklärt Schewior, denn es sei nicht gesichert, dass man am Ende der zwei Jahre den Mittleren Bildungsabschluss in der Tasche habe. Ganz nach dem Motto: ohne Fleiß kein Preis.

Das 9+2-Modell bringe große Vorteile mit sich. Rektor Münch erklärt: „Für die Stofffülle der M10 haben die Schüler ein ganzes Schuljahr mehr Zeit. Sie können ankommen, sich an das erhöhte Anforderungsprofil gewöhnen.“ Zudem werden Lehrplaninhalte der 9M, die in Regelklassen nicht vorgesehen sind, vermittelt und vertieft. In den Kernfächern Deutsch, Mathe und Englisch stehen mehr Stunden zur Verfügung als in einer M10.

Jan Wlodarczyk (17):  Er kam vor vier Jahren ohne Deutschkenntnisse aus Polen nach Deutschland. Nach einem dreiviertel Jahr in einer Übergangsklasse wechselte er in eine Regelklasse. Nach dem Quali ging es für ihn in die V-Klasse: „Ich bin guter Dinge. In Mathe war ich immer gut, inzwischen passen auch meine Deutschkenntnisse.“  Foto: Markus Schmautz
Jan Wlodarczyk (17): Er kam vor vier Jahren ohne Deutschkenntnisse aus Polen nach Deutschland. Nach einem dreiviertel Jahr in einer Übergangsklasse wechselte er in eine Regelklasse. Nach dem Quali ging es für ihn in die V-Klasse: „Ich bin guter Dinge. In Mathe war ich immer gut, inzwischen passen auch meine Deutschkenntnisse.“ Foto: Markus Schmautz

„In allen drei Kernfächern sind jeweils fünf Unterrichtseinheiten im Stundenplan verankert, hinzu kommt jeweils noch eine zusätzliche Übungsstunde“, erklärt Monika Schewior, die vom 9+2-Modell überzeugt ist. Sowie die 9V als auch die 10V sind nicht im Ganztagsbetrieb verankert. „Die Klasse hat einmal Nachmittagsunterricht, ansonsten endet der Unterricht um 13 Uhr.“

Interessant ist das Modell, das es landkreisweit nur in Neutraubling gibt, für alle 9. Klassen im Landkreis. Die Schüler der Vorbereitungsklassen kommen also nicht nur von der Mittelschule Neutraubling, sondern auch von den Schulen aus Wörth, Lappersdorf, Regenstauf, Alteglofsheim oder Wenzenbach. 10V-Klassenleiterin Monika Schewior verdeutlicht weitere Vorteile: „Die Schüler haben in der 10V natürlich auch ein gewisses Alter, sind vernünftiger und reifer.“ So mancher Absolvent wird sein 18. Lebensjahr bereits vollendet haben, wenn er im Sommer die Schule verlassen wird.

Berufsorientierung ist wichtig

Dennis Syrnicki (17): Er sagt: „Für mich ist das 9+2-Modell der richtige Weg. Die M10 in einem Jahr zu bewältigen, wäre unmöglich gewesen. Im Normalfall kann ich mit einem guten Zeugnis meine Lehrstelle bei der Firma Technoplast antreten.“  Foto: Markus Schmautz
Dennis Syrnicki (17): Er sagt: „Für mich ist das 9+2-Modell der richtige Weg. Die M10 in einem Jahr zu bewältigen, wäre unmöglich gewesen. Im Normalfall kann ich mit einem guten Zeugnis meine Lehrstelle bei der Firma Technoplast antreten.“ Foto: Markus Schmautz

Das Klassenleiterprinzip, das die Jugendlichen seit der fünften Jahrgangsstufe gewohnt sind, bleibt erhalten. Somit haben die Schüler im Normalfall über die zwei Schuljahre hinweg in den Kernfächern die gleichen Bezugspersonen. Weiterhin werde auf eine gezielte Berufsorientierung wert gelegt. In der 9V wird ein einwöchiges Praktikum während des Schulbetriebs möglich gemacht, die Berufsberatung ist regelmäßig im Haus anwesend.

„Für motivierte Schüler ist das 9+2-Modell eine tolle Sache!“

Monika Schewior, Erste Konrektorin der MS Neutraubling

Mit dem zusätzlichen Schuljahr stiegen die Chancen auf einen guten Abschluss, der sich auf eine erfolgreiche Bewerbung auswirken werde, erklärt Rektor Münch. Danach stehen den Absolventen alle Möglichkeiten offen. Neben einer beruflichen Ausbildung streben viele den Sprung an die FOS an. Monika Schewior betont, dass das Modell nicht für alle Schüler geeignet sei: „Das Anforderungsniveau ist deutlich höher als in einer Regelklasse. Wer nicht bereit ist, etwas zu leisten, für den kann es nach der 10V zu einer bösen Überraschung kommen. Sollte er den Abschluss nicht schaffen, waren die zwei Jahre umsonst!“

Der Großteil der Schüler zeigt sich allerdings lernwillig. Nur wenige springen innerhalb der zwei Schuljahre ab. „Und wer sich den Abschlussprüfungen stellt, der kann – wenn er gut vorbereitet ist – dort auch bestehen“, erklärt Schewior, die auf den Elternabend am kommenden Dienstag um 19 Uhr an der Mittelschule Neutraubling verweist. Gedacht ist die Infoveranstaltung im Prinzip für alle interessierten zukünftigen Quali-Absolventen des Landkreises. Die Klassenbildung zwar erst im Juli nach den Quali-Prüfungen. Allerdings besteht natürlich die Möglichkeit einer vorläufigen Anmeldung.

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