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Eröffnung

Schmerzvolle Erinnerungen

In der Globus-Passage in Neutraubling gibt es Ausstellungen. Sie befassen sich mit der Geschichte der Sudetendeutschen.
Von Theresia Luft

Bürgermeister Heinz Kiechle, MdL Sylvia Stierstorfer und eine Abordnung der Sudetendeutschen Landsmannschaft Neutraubling  Foto: Theresia Luft
Bürgermeister Heinz Kiechle, MdL Sylvia Stierstorfer und eine Abordnung der Sudetendeutschen Landsmannschaft Neutraubling Foto: Theresia Luft

Neutraubling.Die Sudetendeutsche Landsmannschaft präsentiert in der Globus-Passage in Neutraubling zwei Ausstellungen. Zum einen will man mit der Ausstellung „Mitgenommen – Heimat in Dingen“ anhand persönlicher Dinge, die damals bei der Vertreibung mitgenommen wurden, die Schicksale der Heimatvertriebenen in den Fokus rücken. Und zum anderen wollen die Sudetendeutschen mit der Ausstellung „Kann Spuren von Heimat enthalten“ die landwirtschaftliche Vielfalt des östlichen Europas aufzeigen und landestypische Gerichte vorstellen.

Mit diesen Ausstellungen will die Landsmannschaft auf den 70. Sudetendeutschen Tag, der vom 7. bis 9. Juni in diesem Jahr in Regensburg stattfinden wird, vorbereiten und hinweisen. Die Ausstellungen im Globus regen zum Nachdenken an und geben zahlreiche Detail-Infos zur Geschichte der Sudetendeutschen, zu ihrer Vertreibung und zum Neubeginn. Vor allem der Alltag der Menschen, wie sie gelebt und was sie erlebt, erlitten und verloren haben, sowie ihre Kultur und Spezialitäten werden dargestellt.

MdL Sylvia Stierstorfer, die seit einem Jahr Beauftragte der bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene ist und die Schirmherrschaft für die Ausstellung übernommen hat, übe das Amt mit Leidenschaft aus, da sie durch ihre Großeltern eine enge Verbindung zu den Vertriebenen habe.

Das Geschehene nicht vergessen

Wichtig sei es, das Geschehene nicht zu vergessen und die Berichte der Zeitzeugen lebendig zu erhalten. „Die Ausstellung zeigt auf, wie wichtig die Stücke waren, die mitgenommen wurden. Ob Teddy, Uhr oder der Schlüssel, mit dem man hoffte, bei der Rückkehr wieder aufsperren zu können“, fasste Stierstorfer die Thematik zusammen und dankte den Landsmannschaften, dass sie die Geschichte lebendig erhalten hätten.

Landsmannschaft

  • Ausstellung:

    Die Ausstellung in der Globus-Passage zeigt bis 6. Mai die Geschichte der Sudetendeutschen auf und lädt dazu ein, typische Köstlichkeiten oder Handwerkstechniken, wie beispielsweise das Klöppeln, des Sudetenlandes kennenzulernen.

  • Verkauf:

    Die Neutraublinger Landsmannschaft plant am 29. April und am 4. Mai einen Kuchenverkauf mit sudetendeutschen Spezialitäten. (llt)

„Sie sind längst ein Teil Bayerns geworden und haben einen Teil Ihrer Geschichte mitgebracht“, fasste sie zusammen. „Neutraubling und Vertriebene haben einen engen Zusammenhang und Sie haben dazu beigetragen, dass Neutraubling das ist, was es heute ist“, so Stierstorfer.

Patricia Erkenberg vom Haus des Ostens gab eine kurze Einführung in die beiden Ausstellungen, erläuterte den Schwerpunkt, der auf den Dingen liege, die die Vertriebenen mitgenommen haben. Sie erzählte die Geschichte des Teddys, der heute noch auf der Couch sitze und an die Zeit der Familie, die damals in Brünn lebte, erinnerte. Genauso, wie viele Familienrezepte, die als unsichtbares Flüchtlingsgepäck mitgebracht worden seien und in vielen Familien noch immer zur Tradition gehörten.

Erkenberg erinnerte auch an die Unternehmenskultur, wie Müllers Karlsbader. Die Firma wurde 1937 in Karlsbad gegründet, 1947 in Regensburg wieder gegründet und war dann in Neutraubling beheimatet.

Reinhard Riedl, Vorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft Neutraubling, dankte Stierstorfer, die es ermöglichte, die Ausstellung nach Neutraubling zu holen.

Enge Verbindung

Bürgermeister Heinz Kiechle dankte stellvertretend für alle, die sich in den Landsmannschaften engagieren, den Familien Riedl und Schöppl, die sich für die Belange der Landsmannschaften in Neutraubling einsetzten.

Neutraubling zählt zu den Vertriebenen-Städten in Bayern und sei eng mit dem Schicksal der Vertriebenen verbunden. „Vergangenheit hat immer etwas mit Gegenwart und Zukunft zu tun“, resümierte Bürgermeister Kiechle, der es sehr passend fand, die Ausstellung beim Globus zu zeigen. Denn der Globus biete einer großen Anzahl Interessierter die Möglichkeit, die Ausstellung anzuschauen.

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