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Beruf

Sie gibt Hilfe zur Selbsthilfe

Sigrun Fincke-Prosch ist zugleich Lehrerin und Schulpsyologin. In Neutraubling geht ihr die Arbeit nicht aus.
Von Markus Schmautz

Sigrun Fincke-Prosch ist an der Mittelschule Neutraubling als Schulpsychologin tätig. Foto: Schmautz
Sigrun Fincke-Prosch ist an der Mittelschule Neutraubling als Schulpsychologin tätig. Foto: Schmautz

Neutraubling.Ein buntes Schülerklientel besucht die größte Mittelschule der Oberpfalz. Schulpsychologin Sigrun Fincke-Prosch kommt dort mit verschiedensten Kulturen in Kontakt. Traumatisierten Kindern und Jugendlichen gilt es ebenso zu helfen wie Schulvermeidern, Schülerinnen und Schülern mit Lern- und Leistungsproblemen oder sozialen Schwierigkeiten. Arbeit gibt es für sie genug.

Fincke-Prosch ist bereits von Kindesbeinen an vielseitig interessiert. Schon lange war für sie klar, dass sie Lehrerin werden möchte. Nach dem Abitur begann sie daher an der Universität Regensburg mit dem Lehramtsstudium. „Ebenfalls schon immer faszinierte mich jedoch das Fach Psychologie“, erklärt die Pädagogin. „Somit entschloss ich mich, meine beiden Leidenschaften zu kombinieren!“ Gedacht, gesagt, getan – inmitten des Studiums für Hauptschulen bewarb sie sich zusätzlich für den Studiengang Schulpsychologie.

Aufgaben ergänzen sich

Und Sigrun Fincke-Prosch bekam schließlich einen Platz zugeteilt. „Allerdings nicht in Regensburg, sondern in München“, erläutert sie. Somit war in der heißen Endphase des Lehramtsstudiums Pendeln angesagt. Anschließend trat sie in München ihre erste Lehrerstelle an und zog neben dem Unterricht geradlinig ihr Psychologie-Studium durch. „Natürlich war das mit viel Aufwand verbunden, aber wenn man etwas unbedingt will, dann schafft man das auch!“ Im Jahr 2015 war es dann so weit. Die Mittelschullehrerin durfte ihr Examen in „Schulpsychologie“ in Empfang nehmen. Bereut hat sie diesen Schritt auf keinen Fall. „Beide Aufgabenbereiche liegen mir und ergänzen sich optimal.“

Seit dem Schuljahr 2017/18 arbeitet Fincke-Prosch wieder in ihrer Heimat, der Oberpfalz, im Schulamtsbezirk Regensburg. Derzeit absolviert sie ihre Mobile Zeit, wobei die Konrad-Schule in Regensburg ihre Stammschule ist. „Jeden Montag bin ich allerdings als zuständige Schulpsychologin fest an der Mittelschule Neutraubling.“

In der Schullandschaft habe sich die letzten Jahre viel getan. „Es kamen Übergangsklassen, seit heuer heißen sie Deutschklassen, an die Schulen, und zwar mit Schülern aus der ganzen Welt. Auch das Thema Inklusion nimmt einen nicht unbedeutenden Rahmen meiner Arbeit ein.“ Über zu wenig Arbeit braucht sie sich nicht zu beklagen. „Ich komme vor allem dann ins Spiel, wenn Kinder, Eltern und Lehrer individuelle Unterstützung benötigen.“

Ohne Eltern geht es nicht

Eine ihrer Hauptaufgaben ist die Testung von Schülern, beispielsweise auf eine Lese-Rechtschreib-Störung. Und natürlich steht sie als Beraterin oder Vermittlerin zur Seite. Immer häufiger seien Fälle von Schulvermeidungstendenzen. Dabei arbeitet sie eng mit Schulleitung, Beratungslehrerin Bettina Weinzierl sowie den Jugendsozialarbeitern Theresa Unglaub und René Bell zusammen. Ohne Kooperation der Eltern geht allerdings nur wenig. „Ohne die Zustimmung der Sorgeberechtigten darf ich keine weiteren Schritte einleiten.“

Ihre Tätigkeit als Schulpsychologin bereichere auch ihre Arbeit als Lehrerin. „Es schadet sicherlich nicht, wenn man in der Lage ist, einen Perspektivwechsel vorzunehmen und seine Erfahrungen als Psychologin in die tägliche Arbeit als Lehrerin mit einfließen zu lassen.“ Allerdings ist ihr auch klar, dass man sich als Klassenleiter um das Funktionieren einer ganzen Klasse kümmern müsse.

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