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Tradition

Sudetendeutsche feierten Sonnwend

Seit 65 Jahren organisiert die Landsmannschaft in Neutraubling diese Veranstaltung. Höhepunkt war das Fackelschwimmen.
Von Petra Schmid, MZ

  • Die Fackelschwimmer der Wasserwacht sind der Höhepunkt der Sonnwendfeier der Sudetendeutschen Landsmannschaft. Foto: Petra Schmid
  • Zahlreiche Fackelträger zogen durch die Stadt. Foto: Petra Schmid

Neutraubling.Die Sonnwendfeier in Neutraubling hat eine lange Tradition. Seit 1951 lädt dazu die Sudetendeutsche Landsmannschaft ein. Beeindruckend zog der Festzug mit Fackelträgern vom St. Michaels-Platz vorbei am Schlangenbau zum Festplatz am Neutraublinger See.

Begleitet von der Blaskapelle „Moosgrab’ntaler“ marschierten die Vereine, angeführt von der Freiwilligen Feuerwehr zum hochaufgeschichteten Holzstapel. Der Chor „Belcanto“ unter Leitung von Horst Winkler sang zur Begrüßung und während der kleinen Feierstunde. Viele Neutraublinger waren zum See und an den Feuerplatz gekommen, um die Sonnwendfeier zu verfolgen.

Höhepunkt war wie auch in den vergangenen Jahren das Fackelschwimmen der Wasserwacht im Neutraublinger See. Die Figuren und Formationen begeisterten die Zuschauer. Die jungen Schwimmer waren sicherlich nicht zu beneiden. Schließlich dürfte das Wasser im See wohl kaum mehr als 20 Grad warm gewesen sein. Wer nun meint, die Schwimmer hätten sich mit Neoprenanzügen geschützt, der irrt sich gewaltig, sie waren in ganz normaler Badebekleidung in den See gestiegen – in einer Hand eine brennende Fackel.

Das Engagement der Fackelschwimmer hatte zuvor Bürgermeister Heinz Kiechle hervorgehoben. Er habe am vergangenen Sonntag die jungen Wasserwachtler beim Üben beobachtet. Bei den derzeitigen Wassertemperaturen sei dies wohl kein reines Vergnügen. „Respekt vor euch, dass ihr nicht kneift und so tut, als wäre tatsächlich Sommer“, sagte der Rathauschef. Es scheine zur Tradition bei der Sonnwendfeier zu werden, dass die Wärme erst danach komme. „Lassen wir uns vom Feuer verzaubern, dessen Anblick nicht nur spürbare, sondern auch menschliche Wärme im übertragenen Sinne vermittle“, fasste er zusammen.

Bevor Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr das Sonnwendfeuer entzündeten, erinnerte Reinhard Riedl, Chef der Sudetendeutschen Landsmannschaft an die zahlreichen Jubiläen Neutraublings. Es könne nicht nur 65 Jahre Gemeindegründung und 30 Jahre Stadterhebung gefeiert werden, sondern auch die Zahl 70. Denn es sei 70 Jahre her, dass die Sudetendeutschen ihr Zuhause verloren und hier eine neue Heimat gefunden hätten. Diese hätten auch ihre Kultur mitgebracht in ein Gebiet, welches von bayerisch-oberpfälzerischen Brauchtum geprägt gewesen sei. Viele Freundschaften und Verbindungen seien geschlossen worden, das Ergebnis sei die liebenswerte und aufstrebende Stadt Neutraubling, hob Riedl hervor. Eines der traditionellen Kulturgüter der Vertriebenen sei die Sonnwendfeier am 21. Juni.

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