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Übergabe

400 Unterschriften gegen Windradpläne

Vertreter der BI „Gegenwind Paintner Forst/Frauenforst“ überreichen die Liste der Unterzeichner aus betroffenen Ortsteilen.
Von Dietmar Krenz, MZ

Dr. Konrad Wolf und Rainer Donhauser (von links) überreichten die Unterschriftenliste an Nittendorfs Bürgermeister Helmut Sammüller und Geschäftsleiter Gerhard Bachl
Dr. Konrad Wolf und Rainer Donhauser (von links) überreichten die Unterschriftenliste an Nittendorfs Bürgermeister Helmut Sammüller und Geschäftsleiter Gerhard Bachl Foto: Krenz

Nittendorf.Eine Unterschriftensammlung bei den Bürgern der betroffenen Ortsteile Viergstetten, Haugenried und Irgertshofen hat ergeben, dass eine deutliche Mehrheit der Haushalte eine Regelung nach der 10H-Abstandsregel für den Bau von Windkraftanlagen fordert, teilte der Sprecher der Bürgerinitiative „Gegenwind Paintner Forst/Frauenforst“, Rainer Donhauser bei der Übergabe im Nittendorfer Rathaus mit. Mehr als 400 Bürger vor allem aus Viergstetten (100 Prozent), Irgertshofen (92 Prozent) und Haugenried (80 Prozent) sprechen sich für die Einhaltung der neuen Abstandsvorgaben aus.

Die aktuelle Fassung des Teilflächennutzungsplans (TFNP) Windkraft stelle laut Donhauser die schlechteste denkbare Variante für die Bürger der betroffenen Ortsteile Nittendorfs dar. Der ursprüngliche Gedanke über den Plan eine Reduzierung der Anlagenzahl im Paintner Forst und bei Haugenried zu erreichen, wäre hinfällig.

Dialog und Konsens missachtet

Anstatt auf eine Reduzierung der aktuell 14 geplanten Anlagen (elf im Paintner Forst und drei bei Haugenried) hinzuwirken, würde der Flächennutzungsplan eine Fläche für bis zu 20 Windkraftanlagen ausweisen und die geltende 10H-Regelung für dieses Gebiet aufheben. Rainer Donhauser und Konrad Wolf unisono: „Der Plan widerspricht der geltenden Rechtslage und kann so nicht verabschiedet werden. Die 10H-Gesetzesregelung sieht ausdrücklich die Berücksichtigung der betroffenen Bürger vor und möchte den Dialog und Konsens mit den Bürgern sicherstellen. Davon kann bei dieser Planung keine Rede sein.“

Alle geplanten Standorte würden sich direkt an der Gemeindegrenze von Nittendorf befinden, mit jeweils maximalem Abstand zu den Gemeindezentren Sinzing und Painten, auf deren Gebiet die Anlagen entstehen sollen. „Diese völlig einseitige Verteilung halten wir für nicht hinnehmbar und fordern deshalb die konsequente Anwendung der 10H-Regel durch den Markt Nittendorf“, sagte Donhauser. Die Bürgerinitiative forderte den Nittendorfer Marktrat eindringlich dazu auf, die geltenden Gesetze zu berücksichtigen, den Teilflächennutzungsplan entsprechend abzuändern und der Planung der drei Windkraftanlagen südlich von Haugenried zu widersprechen.

In einer Stellungnahme reagiert Wolf auch auf die Berichterstattung der MZ über die Ablehnung der Windkraftplanung durch Deuerling. Sie hatte bei Paintens Bürgermeister „Fassungslosigkeit“ ausgelöst. Wolf betont, dass im Frühjahr 2014 in allen sieben teilnehmenden Gemeinden ein Entwurf gebilligt worden sei, der vorgesehen habe, entweder die Sinzinger Potenzialfläche oder die nördliche Hälfte des Paintner Forsts wegfallen zu lassen. Mit diesem Konsens wäre die BI Gegenwind Paintner Forst einverstanden gewesen. Eine mögliche Umzingelung von Viergstetten mit Windrädern wäre dadurch vermieden worden. Im Paintner Forst wären weiterhin sechs bis sieben Windräder möglich gewesen.

Deuerling stellt sich gegen Pläne

Wolf betont, es sei naiv, wenn diese Kommunen und Planungsbüros glauben, dass sich gegen diese einseitige neue Flächenverteilung kein Widerstand regt. Dank gebühre dem Gemeinderat Deuerling, der sich gegen diese Planung stelle. Ziel einer für alle akzeptablen Flächenausweisung sollte sein, die Interessen aller betroffenen Ortsteile zu berücksichtigen und nicht die Anlagen in den Randgebieten der Großgemeinden Sinzing und Painten zu platzieren, wo nur Ortsteile der Nachbargemeinden Nittendorf und Deuerling betroffen sind.

Kritikpunkte

  • Betroffene:

    Die Bürger von Viergstetten, Haugenried, Irgertshofen und Heimberg wehren sich gegen den aktuellen Entwurf des Teilflächennutzungsplans Windkraft in ihrem Bereich, der im Januar bekannt geworden ist.

  • Änderungen:

    Im Gegensatz zur vorherigen Planungsvariante soll nach Ansicht der Gegner Raum für 20 bis 25 Anlagen geschaffen werden. Gleichzeitig würden fast alle Potenzialflächen bei Ihrlerstein und Hemau wegfallen, lautet ihre Kritik

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