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Bildung

„Grüne Mitte“ für die Grundschule

Der Garten der Nittendorfer Schule dient auch dem Anschauungsunterricht. Ein großer Teich ist nun das Herzstück.
Von Paul Neuhoff

Der neue große Teich soll sich zum Biotop entwickeln. Lehramtsanwärter Maximilian Stiegler versenkte Pflanzkörbe. Fotos: Paul Neuhoff
Der neue große Teich soll sich zum Biotop entwickeln. Lehramtsanwärter Maximilian Stiegler versenkte Pflanzkörbe. Fotos: Paul Neuhoff

Nittendorf.Der Frühling weckt die Lebensgeister. So auch an der Grundschule Nittendorf. Der Schulgarten im Herzen des Schulgeländes erfuhr eine Rundumerneuerung. Viele Helfer gingen mit Schwung an die Arbeit und schufen einen großen Teich, pflanzten Beerensträucher und Bäume, kümmerten sich um die Gemüsebeete oder flochten eine Weidenwand.

Wie Schulleiterin Claudia Hofmann-Meier unserer Zeitung erklärt, gibt es den Schulgarten schon lange. Allerdings wurde der Teich im Laufe der Jahre undicht und lag deshalb einige Zeit brach. Das kleine Gewässer stand auch nicht mehr als Anschauungsobjekt für den Unterricht zur Verfügung. Die Lehrerschaft wollte dies aber wieder und hatte deshalb angeregt, den Teich zu reaktivieren.

Wertvoller Lebensraum

Herausgekommen ist ein neuer Lebensraum für Molche, Frösche oder Libellen in respektabler Größe mit einem Durchmesser von fast zehn Meter und einer Wassertiefe von über einem Meter. Bürgermeister Helmut Sammüller ließ sich sofort für die Idee gewinnen. Auf Kosten des Marktes grub eine Fachfirma die Mulde für das neue Gewässer und brachte eine Spezialfolie ein. Dann fanden sich etwa zwanzig Helfer aus den Gartenbauvereinen im Markt ein und schaufelten zusammen mit Lehrkräften eine große Fuhre Kies und einen Berg Humus an den Teichrand, auf den zuvor ein Spezialgitter aufgelegt worden war.

Sehen Sie hier mehr Bilder von der Aktion:

Frühlingserwachen im Schulgarten

Mit einer Wathose bekleidet wagte sich Lehramtsanwärter Maximilian Stiegler in die Fluten und versenkte kleine Körbe mit Wasserpflanzen in der Tiefe und am Rand. Im Umfeld des Teiches pflanzten unterdessen fleißige Damen verschiedene Beerensträucher und auch einen Kirschbaum.

Rektorin Hofmann-Meier und der Bürgermeister ließen es sich nicht nehmen und steuerten einen Kiwibaum und eine Weide bei. Weitere Helferinnen machten sich über die Gemüsebeete her und jäteten Unkraut. Die Gesamtkoordination am Aktionstag hatte Hausmeister Fredi Keck. Anfangs dieser Woche machten Schüler aus den Ganztagsklassen unter Anleitung von Luise Stigler vom OGV Etterzhausen an den Gemüsebeeten weiter, um Kräuter, Gemüse oder Kartoffel anzubauen.

Das Gemeinschaftswerk

  • Zusammenarbeit:

    Die Erneuerung des Schulgartens, insbesondere das Anlegen des großen Teichs, war ein großes Gemeinschaftswerk. Beim Aktionstag packten fast zwanzig Helferinnen und Helfer an, um etwa einen großen Kiesberg zur Teichgestaltung zu bewegen.

  • Hochbeete:

    Schon im letzten Schuljahr hatten Schüler der Ganztagsklassen mit Unterstützung von Marie-Luise Stigler vom OGV Etterzhausen zwei Hochbeete aufgestellt, die auch heuer wieder bepflanzt wurden. Stigler hatte für die Kinder viele Informationen zu den Pflanzen parat.

  • Beerenhecke:

    Nicht nur beim Anpflanzen der Beerenhecke waren Lehrkräfte zusammen mit den Aktiven von den Gartenbauvereinen am Arbeiten. So packten auch Rektorin Claudia Hofmann-Meier und die Vorsitzende des OGV Nittendorf, Gabi Kleiner, kräftig mit an.

  • Vorfreude:

    Die Schüler der Ganztagsklassen freuen sich schon jetzt auf die Früchte, die Kirsch- und Apfelbäumchen oder Johannisbeer- und Stachelbeersträucher tragen werden. Auch ein Kiwibaum soll eine große Ernte ermöglichen. Die Kinder werden sich um die Pflanzen kümmern.

Zuvor hatte ein Schüler-Opa schon ein selbstgebautes neues kleines Insektenhotel aufgestellt. Das schon bestehende große Insektenhotel soll in nächster Zeit noch durch die Kinder mit Unterstützung der Gartenbauvereine renoviert werden. Tage vorher flochten die Kinder unter Anleitung der Lehrkräfte einen auffälligen Zaun aus Weidenruten als Gestaltungselement und als Abgrenzung zum Gebäude.

Das Ganze war und ist aber keine Einzelaktion. Wie die Schulleiterin erläuterte, dient die aufgefrischte „Grüne Mitte“ als „Lernort der Nachhaltigkeit“. Den Kindern soll durch das Beschäftigen in der Anlage der Blick für die Schönheit und Vielfalt der Natur und für deren Schutz geschärft werden. Als kleine Gärtner übernehmen die Jüngsten auch Verantwortung und erleben die Jahreszeiten bewusster. Die Entwicklung der vielfältigen Flora und Fauna im Schulteich wird noch stärker in den Heimat- und Sachkundeunterricht eingebunden.

Kräuter für den Schulkoch

Nicht zuletzt bekommt die gesunde Ernährung durch die Ernte im Gemüse- und Kräutergarten eine größere Bedeutung. Auch der Schulkoch kann sich bedienen. So gab es vor wenigen Tagen schon Brote für die gut 300 Schüler mit Schnittlauch aus dem Kräuterbeet. Die ganze Schulfamilie habe sich überdies bereiterklärt, den Schulgarten dauerhaft zu hegen und zu pflegen. Besonders lobenswert findet die Schulleiterin die Arbeit der Arbeitsgruppe Schulgarten.

Marie-Luise Stigler, ehemalige Vorsitzende des OGV Etterzhausen und dort immer noch aktive Helferin, werkelt an zwei Nachmittagen in der Woche mit Schülern der Ganztagsklassen im Schulgarten. Weil alles gar so schön geworden ist, hat sich die Schule beim Schulgartenwettbewerb des Landesbunds für Vogelschutz beworben.

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