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Brauchtum

Patenbitten für das große Fest

Das große Jubiläum des Nittendorfer Burschenvereins wirft seine Schatten voraus. Die Mitglieder sparen auf eine neue Tracht.
von Paul Neuhoff

Vorsitzender Matthias Kugler, Festmutter Renate Köhler, Festleiter Andreas Bleicher und Festbraut Manuela Ernstberger beim Patenbitten Foto: Paul Neuhoff
Vorsitzender Matthias Kugler, Festmutter Renate Köhler, Festleiter Andreas Bleicher und Festbraut Manuela Ernstberger beim Patenbitten Foto: Paul Neuhoff

Nittendorf.Der Nittendorfer Burschenverein mit Mädchengruppe feiert gerne und manchmal auch groß. Das nächste bedeutende Ereignis steht zwar erst nächstes Jahr an, wirft aber schon jetzt seine Schatten voraus. Der Verein begeht Ende Mai 2020 sein 90-jähriges Bestehen mit einem mehrtägigen Fest mit Bierzelt, Umzug, Festdamen und Festmutter.

Seine Geburtsstunde erlebte der Verein am 26. Januar 1930. Der damals wirkende Pfarrer gründete an diesem Tag die katholische Jungbauernschaft, aus der der Burschenverein hervorging. Die Nazis setzten der Vereinigung aber bereits nach fünf Jahren ein Ende. Erst 1954 wurde der Verein wieder zum Leben erweckt. Der katholische Burschenverein trug wieder zum Dorfleben bei. Ende der sechziger Jahre machten sich dann auch die neuen Gedanken des II. Vatikanischen Konzils bei der katholischen Gruppe bemerkbar. Die Umsetzung des christlichen Gedankenguts trat noch stärker in den Vordergrund. Der Verein firmierte unter „Katholische Landjugendbewegung“. Höhepunkt der KLJB-Ära war die Fusion der beiden Gruppen von Nittendorf und Schönhofen unter den beiden Vorsitzenden Reinhold Neuhoff und Waldemar Knott Anfang der siebziger Jahre. Bedingt durch den fast gleichzeitigen Weggang von einigen Funktionären aus beruflichen Gründen oder studienbedingt kam es Mitte der achtziger Jahre zu einem Stillstand der Aktivitäten. Diese Ruhe im Dorf wollten dann aber 1997 einige Jugendliche um Stephan Neuhoff und Erhard Rittivoin nicht mehr hinnehmen und belebten den Verein, der jetzt „Burschenverein mit Mädchengruppe“ heißt, wieder neu.

Großer Zusammenhalt

Der große Zusammenhalt ist das Markenzeichen der sehr agilen Gemeinschaft. Man zelebriert nicht nur alljährlich den mehrtägigen „Burschenkirta“ sowie Mai- oder Johannifeiern. Die jungen Leute springen immer ein, wenn zu einer Feier im Dorf oder auch in Nachbarorten Hilfe – etwa bei der Bewirtung – gebraucht wird. Die findigen Burschen hatten sich zu diesem Zweck auch schon ein altes Feuerwehrfahrzeug besorgt und es zu einem „Bierlöschauto“ umfunktioniert.

Einen runden Geburtstag groß zu begehen, braucht auch einigen zeitlichen Vorlauf. Deshalb traf sich der eigens gebildete Festausschuss schon einige Male, um ein Programm aufzustellen. Das Amt des Festleiters hat Andreas Bleicher übernommen, der schon beim 80. Geburtstag des Vereins diese Funktion innehatte. Ein wichtiger Schritt war kürzlich ein Besuch der Burschen und Mädchen bei Renate Köhler aus Nittendorf, um sie förmlich um die Übernahme der Rolle als Festmutter zu bitten. Die neue „Mutter“ hatte aber schon vor geraumer Zeit inoffiziell gerne zugesagt. Auch die Festbraut wurde an diesem Tag gebeten, der „Mutter“ während der Festtage zur Seite zu stehen. Manuela Ernstberger hat dieses Amt ebenfalls gerne übernommen. Der nächste Höhepunkt war dann das große Patenbitten bei den Deuerlinger Kirtaburschen. Diese bildeten auch schon vor zehn Jahren den Patenverein. Mit großem Aufgebot waren die Burschen und Madln unter der Begleitung der Viehhausener Blaskapelle vom Sportplatz in Deuerling zum dortigen Gemeindehaus gezogen.

Bitten auf spitzem Holzscheit

Andreas Bleicher, die Festmutter und Matthias Kugler, Vorsitzender des Nittendorfer Vereins, brachten auf dem berühmten spitzigen Holzscheit vor den Deuerlinger Burschen kniend in Gedichtform ihre Bitte vor und wurden prompt erhört.

Nach dem Bittakt gab es Freibier für alle, das Schirmherr und Brauereibesitzer Michel Schönharting spendiert hatte. Für die große Geburtstagsfeier im nächsten Mai wollen sich die Nittendorfer Burschen und Festdamen auch noch mit einem neuen, einheitlichen Festgewand einkleiden. Um die Kosten für den Einzelnen möglichst niedrig zu halten, wurden und werden diverse Geselligkeiten, wie Starkbierfest oder Weinfest auf die Beine gestellt und der Erlös für das neue Gewand angespart. Die Madln aus dem Verein verkaufen dabei auch liebevoll gebastelte Anstecker.

Nächste Termine

  • Fronleichnam:

    Die Burschen und Mädchen organisieren die weltliche Feier am Fronleichnamstag mit.

  • Johannifeuer:

    Am 21. Juni gibt es wieder ein großes Sonnwendfeuer am Wasserfeldweg.

  • Kirta:

    Der alljährliche Burschenkirta wird auch heuer groß gefeiert. Vom 30. August bis 2. September geht es auf der Diriglwiese im Festzelt mit viel Musik wieder rund.

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