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Sport

Bavaria-Cup ist das Mekka der Kickboxer

Den Wettbewerb des Obertraublinger Vereins Top-Ten gibt es seit 30 Jahren. Genauso lange ist Erfinder Albert Kaiser der Kopf.
Von Theresia Luft, MZ

Spannende Kampfszenen gab es beim 30. Open-Bavaria-Cup in der Sporthalle Obertraubling jede Menge. Foto: Theresia Luft
Spannende Kampfszenen gab es beim 30. Open-Bavaria-Cup in der Sporthalle Obertraubling jede Menge. Foto: Theresia Luft

Obertraubling.Kickboxen hat in der Gemeinde eine lange Tradition. Seit 30 Jahren richten die Obertraublinger Kickboxer Top-Ten den Open-Bavaria-Cup aus. In Kickbox-Kreisen ist dieser Cup Anfang Oktober schon für viele ein fester Termin in ihrem Kalender. Aus ganz Deutschland und dem angrenzenden Ausland, wie beispielsweise Tschechien, Ungarn oder Frankreich reisen die Teilnehmer an.

Albert Kaiser, seit 38 Jahren erster Vorsitzender der Top-Ten-Kickboxer und seit 30 Jahren Hauptorganisator des Open-Bavaria-Cup ist der Stolz auf das Jubiläum anzusehen. An seiner Faszination für diesen Sport hat sich in all den Jahren nicht geändert und nach wie vor versteht es Kaiser, junge Leute zu begeistern und zu Höchstleistungen zu motivieren. Und er fiebert auch nach so langer Zeit immer noch bei jedem Kampf mit und ist mit Leib und Seele bei der Sache. „Ich wäre auch nach einhundert Jahren noch aufgeregt“, sagt Kaiser.

Werbung ist nicht mehr nötig

Letzte Anweisungen des Trainers vor dem Kampf  Foto Theresia Luft
Letzte Anweisungen des Trainers vor dem Kampf Foto Theresia Luft

Er ist ein Vollblut-Sportler, hat wie viele andere auch beim Fußball angefangen und ist über Karate zum Kickboxen gekommen, erzählt er im Gespräch mit der Mittelbayerischen. „Außerdem sind viele alte bekannte Gesichter da, die ich seit 30 Jahren jedes Jahr wieder beim Open-Bavaria-Cup treffe.“ Mittlerweile machen die Obertraublinger nicht einmal mehr Werbung für den Wettkampf. „Die Teilnehmer wissen es und die Anmeldungen sind zum Selbstläufer geworden.“

Angefangen hat damals alles mit Karate im alten Wieland-Saal, der mittlerweile abgerissen wurde. „Unser erster Karate-Trainer war Lye Hune Wong. Dann sind wir ins alte Sportzentrum umgezogen und haben in Eigenregie unten die alte Disco zum Karate-Zentrum umgebaut.“ Große Unterstützer, Gönner und Förderer seien damals der Vorstand des Sportvereins Obertraubling, Xaver Allmeier, und der damalige Bürgermeister Leo Graß gewesen. „Fünf verschiedene malayische Trainer waren da und haben uns ausgebildet.“

Langsam ging es dann von Karate über zum Kickboxen, das immer populärer wurde. Die Malayen gingen wieder und Albert Kaiser übernahm das Training selbst, gründete Top-Ten-Kickboxen und die Bayerische Kickbox Organisation (BKO). Den ersten Open-Bavaria-Cup trug der Verein noch in der alten Sporthalle aus. Im Laufe der Jahre hat sich die Veranstaltung zum festen Event entwickelt. „Es ist weltweit das einzige Kickbox-Turnier, das es seit 30 Jahren ohne Unterbrechung gibt“, beschreibt Kaiser den Werdegang.

Acht Weltmeister hervorgebracht

Eine exakte Ausführung wurde ebenfalls bewertet. Foto Theresia Luft
Eine exakte Ausführung wurde ebenfalls bewertet. Foto Theresia Luft

Unter seiner Regie brachte Top-Ten acht Sportler zu Weltmeister-Ehren. Dazu zählt auch Albert Kaisers Frau Christine, die von Anfang an dabei war – zunächst als Teilnehmerin und mittlerweile als einer der Hauptorganisatoren. „Ich habe den Open-Bavaria-Cup zehn Jahre lang in Folge gewonnen. Bei meinen ersten Kampf musste ich gegen die Weltmeisterin Anna Schmidt antreten.“

Jan Schabbel von den Top-Ten-Kickboxern ist internationaler deutscher Meister im Vollkontakt, nimmt aktiv am Open-Bavaria-Cup teil und gibt nebenher seine Erfahrungen als Coach an die anderen weiter.

Walter Krieg reist seit 30 Jahren extra aus Garmisch an, um beim Open-Bavaria-Cup dabei sein zu können. Er lobt das gut organisierte, tolle Turnier. Mittlerweile nimmt auch sein Sohn daran teil. Und Tobias, der seit einem halben Jahr Kickboxen lernt, hat gewonnen. Er ist sich sicher, für sich den richtigen Sport gefunden zu haben. Für die Gemeinde Obertraubling überbrachte 2. Bürgermeister Rainer Simm die Glückwünsche zum Jubiläum.

Die Mittelbayerische sprach mit Albert Kaiser über das Kickboxen und den Bavaria Cup

Albert Kaiser hat den Bavaria Cup vor 30 Jahren ins Leben gerufen. Foto Theresia Luft
Albert Kaiser hat den Bavaria Cup vor 30 Jahren ins Leben gerufen. Foto Theresia Luft

Was macht für Sie die Faszination am Kickboxen aus?

Albert Kaiser: Beim Kickboxen wird der ganze Körper trainiert und das Selbstbewusstsein wird gestärkt. Kickboxen ist eine sehr gute Charakterschulung und viele charakterstarke Menschen aus allen Berufs- und Bildungsschichten betreiben Kickboxen als Sport. Kickboxen hat sich von „Schläger-Sport“ zur etablierten Sportart gewandelt und hat regen Zulauf. Besonders bei Mädels stärkt es das Selbstbewusstsein, wenn sie wissen, sie können sich im Notfall verteidigen. Von vielen Eltern bekommen wir immer wieder ein positives Feedback, wie gut den Kinder Kickboxen tut.

Welche Voraussetzung braucht man
fürs Kickboxen?

Fürs Kickboxen braucht man keine besonderen Voraussetzungen und jeder kann damit anfangen. Es ist ein gutes Fitnesstraining für jeden, Mann, Frau oder Kinder. Natürlich hat nicht jeder die Chance zum Beispiel Weltmeister zu werden. Ein wenig sportlicher Ehrgeiz wäre aber schon gut.

30 Jahre Bavaria Cup sind eine lange Zeit. Wie schafft man es, eine solche Veranstaltung so lange am Leben zu erhalten?

Es muss einfach von innen raus kommen. Wenn man mit einer Veranstaltung nur Geldverdienen will, hält man nicht so lange durch. Man muss einfach mit dem Herzen dabei sein. Bei Top-Ten-Kickboxen steht ein gutes Team dahinter. Das Hauptorganisationstalent ist meine Frau Christine, die wirklich einen großen Anteil dazu beiträgt, dass über so viele Jahre alles reibungslos klappt. Und wir haben einfach Glück, dass unsere Sportler uns beim Organisatorischen mit unterstützen. Die Helfer kommen aus den eigenen Reihen, dadurch lässt sich auch eine Veranstaltung wie der Bavaria Cup stemmen.

Top-Ten-Ergebnisse beim Cup: Erste Plätze: Tobias Schmeitzl (LK, männl. Jugend bis 35 kg); Milena Barannik (LK, weibl. Jugend bis 50 kg), Marco Wende (LK, männl. Jugend über 70 kg), Jan Schabbel (Vollkontakt Herren bis 75 kg), Cornelius Hofmann (VK Herren bis 67 kg), Timur Kopp (VK Herren bis 86 kg).

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