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Hobby

„D-Klex“ kann bald wieder abheben

Der Motorsegler war nach einer harten Landung nicht mehr zu gebrauchen. In Oberhinkofen wird er wieder flugfähig gemacht.
Von Konstantin Seitz, MZ

  • Wilfried Hohenwarter ist stolz auf den reparierten Flieger, der schon bald wieder in die Luft steigen soll. Foto: K. Seitz
  • Viel Technik auf engstem Raum Foto: K. Seitz
  • Der Flieger wird mit reißfestem Material bespannt. Foto: K. Seitz
  • Im ersten Bauschritt wurde die Maschine, die auf den Namen „D-KLEX“ hört, von allen Bauteilen befreit, bis nur noch die stützenden Streben zu erkennen waren. Foto: K. Seitz
  • Im nächsten Arbeitsschritt bekamen alle Querverstrebungen präzise Schweißnähte, um die Stabilität des Fliegers zu gewährleisten. Foto: K. Seitz
  • Nachdem alle Schweißnähte und Verbindungen auf Stabilität geprüft wurden, kann die Tragfläche bespannt werden. Hierfür verwendet der LSV Regensburg Oratex, ein modifizierter Stoff aus dem Modellflug, der gegenüber herkömmlichen Grundierungen für eine markante Gewichtsreduzierung sorgt. Foto: K. Seitz
  • Nach der „Hochzeit“ des Motors mit dem Rumpf der Maschine können die Armaturen eingebaut werden. Hierin finden die Flieger moderne Avionik wie Navigationsgeräte und Höhenmesser wieder. Foto: K. Seitz

Obertraubling.Wilfried Hohenwarter fährt noch einmal mit seiner Hand über die eben abgeschliffene Armaturenhalterung. In den kreisrunden Aussparungen, die in mühseliger Maßarbeit in das gebogene Holz gebohrt sind, hängen noch vereinzelte Späne. Da muss noch einmal genau abgeschliffen werden, damit die Technik dort seinen festen Platz finden kann.

Noch vor ein paar Monaten hat der Motorsegler, der auf den Namen „D-Klex“ hört, seine Kreise durch die Dingolfinger Lüfte gezogen. Doch nach einer harten Landung war daran nicht mehr zu denken. Der Flieger hat seinen Dienst geleistet, musste verkauft werden. Der Luftsportverein Regensburg (LSV) sah hierin eine Gelegenheit. „Wir wussten, dass wir uns das nicht entgehen lassen können“, erklärt LSV-Vorstand Martin Postner.

Den Flieger komplett zerlegt

Da Wilfried Hohenwarter als Prüfer für den Luftfahrtbund schon Hunderte von Segelfliegern abgenommen hat, kennt er die Maschinen in- und auswendig. Nach der Ankunft des Fliegers aus Dingolfing hatte der LSV Regensburg einiges vor sich. Der Flieger musste komplett zerlegt werden, alle Teile überprüft und die Sicherheit der Konstruktion festgestellt werden. Eine Komplettreinigung stand danach auf dem Programm. Alle Bauteile, die ordentlich waren, wurden bis in die letzte Pore gereinigt, alle Holzbauten, wie das Armaturenbrett, selbst angefertigt.

Nach dem Entfernen aller alten Farbschichten und Grundierungen standen die Neuanfertigungen auf dem Plan: Jede einzelne Schweißnaht, die das Skelett des Segelfliegers in Zukunft zusammenhalten wird, wurde auf Belastbarkeit geprüft. Seitdem steht die „D-KLEX“ in den Hallen des Luftsportvereins in Oberhinkofen.

Derzeit haben die Flieger noch die markantesten Arbeiten vor sich: Die Neubespannung der Tragflächen und des Cockpits stehen an. Hierbei greift der LSV auf Oratex zurück – ein Material, das aufgrund seiner Reißfestigkeit und Stabilität vor allem bei Modellfliegern bekannt ist. „Wir benutzen Oratex in einer modifizierten Version, die für den Segelflug freigegeben ist“, erzählt Martin Postner und streicht über den Karton, in dem sich die Rollen befinden. Diese Bespannung sorgt für eine Gewichtsreduzierung von rund 20 Kilo, die wiederum in Nutzlast investiert werden kann.

Danach folgen noch weitere Baustellen: Ein Limbach-Motor, den der Verein erstanden hat, muss an die bereits vorhandene Struktur des Fliegers angepasst werden. Auch die kompletten Bordinstrumente, wie das Armaturenbrett, das gerade aufgebaut wird, werden von Hand gefertigt. Hierin werden die Flieger modernste Avionik wiederfinden, vom Höhenmesser bis hin zu Navigationsgeräten, die untereinander kommunizieren und so vor Kollisionen warnen. Besonders stolz ist der Luftsportverein bei diesem Projekt auf seine zahlreichen Mitglieder, die in hunderten Arbeitsstunden für den Neubau ihres später zur Verfügung stehenden Fluggeräts sorgen.

Als Pilot noch mehr Vertrauen

Wilfried Hohenwarter freut sich: „Jeder trägt seinen Teil dazu bei, dass der Flieger noch dieses Jahr erstmals in Regensburg abhebt. Die eigene Arbeit am Fluggerät zeichnet sich auch dadurch aus, dass man als Pilot noch mehr Vertrauen in die Maschine besitzt.“ Das Fliegen mache noch mehr Spaß. Auch die jungen Piloten des Vereins kommen so auf ihre Kosten: Neben der Vermittlung handwerklicher Tätigkeiten, wie dem Umgang mit Metall, Holz und Kunststoff, bekommen sie auch Einblicke in die Flugzeug- und Motorentechnik. Es sei außerdem eine Anregung, sich auch später mit diesen Themen zu beschäftigen.

Bis der Flieger jedoch wieder das erste Mal in die Luft abheben kann, steht noch einiges an Arbeit an. Dennoch ist sich der Luftsportverein mit Projektleiter Wilfried Hohenwarter sicher: „Der Vogel wird sich noch dieses Jahr in die Lüfte schrauben.“

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