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Projekt

Sie helfen beim Lesen lernen

Ehrenamtliche üben mit Kindern in entspannter Atmosphäre. In Obertraubling erfolgt dies in Kooperation mit der Pfarrbücherei.
Von Petra Schmid

Die Leselernhelfer der Bücherei Obertraubling mit Ehrenamtsbeauftragter Eva Gottstein und Landrätin Tanja Schweiger Foto: Petra Schmid
Die Leselernhelfer der Bücherei Obertraubling mit Ehrenamtsbeauftragter Eva Gottstein und Landrätin Tanja Schweiger Foto: Petra Schmid

Obertraubling.Wer nicht lesen kann, tut sich schwer im Leben. Der Grundstock wird in den ersten Schuljahren dafür gelegt. Die Fertigkeit wird bereits ab den ersten Schulstunden eingeübt und gefördert. Manchen Kindern fällt es aber schwer, beispielsweise laut vorzulesen oder den Inhalt eines Textes aufzunehmen. Um solchen Schülern zu helfen, hat die Freiwilligen Agentur des Landkreises Regensburg ein deutschlandweit erfolgreiches Projekt gestartet.

„Mentor – die Leselernhelfer“ heißt das jüngste Kind, dem sich die Freiwilligen Agentur widmet. Ehrenamtliche üben hier einmal pro Woche mit einem Kind das Lesen – in entspannter Atmosphäre außerhalb des Unterrichts, aber im Schulgebäude. Mehr als 50 Leselernhelfer sind im Landkreis bereits qualifiziert. Einige sind bereits tätig, andere stehen quasi in den Startlöchern, um ihre Lesekinder kennenzulernen. Durchgeführt wird das Projekt an den Grundschulen Deuerling, Laaber, Nittendorf, Obertraubling, Pettendorf-Pielenhofen, Wörth-Wiesent, Wenzenbach und Zeitlarn. In Obertraubling findet es in Kooperation mit der Gemeinde- und Pfarrbücherei statt.

Sieben Frauen engagieren sich

In Obertraubling sind es sieben Frauen, die sich mit Leidenschaft dem Projekt „Mentor – die Leselernhelfer“ verschrieben haben. Eva Gottstein, die Ehrenamtsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, zu früheren Zeiten Landtags- und Fraktionskollegin von Tanja Schweiger, besuchte die Bücherei Obertraubling, um sich zum einen ein persönliches Bild vom Projekt zu machen und zum anderen ihrem Anliegen, gerade die im Ehrenamt tätigen Frauen hervorzuheben, nachzugehen. Ihre Aufgabe sei es, die Ehrenamtlichen wertzuschätzen und auch deren Anliegen und Anregungen aufzunehmen, betonte sie.

Das Lese-Projekt interessiert Gottstein, da sie Deutsch unterrichtet hat und Bücher liebt. Auch ihre sechs Enkelkinder im Alter zwischen sieben und 20 Jahren versorge sie immer mit Büchern. Darum finde sie es toll, dass das Projekt ins Leben gerufen worden sei und denjenigen Schülern geholfen werde, bei denen die Übung nach Lehrplan nicht ausreiche, hob sie hervor. Bücher seien schließlich das gelebte und das geträumte Leben, erklärte sie.

Dass Gottstein Pädagogin ist, wurde schnell klar, als sie sich mit einem Kind, das an einem gemeinsamen Leseprojekt der Bücherei teilnimmt, unterhielt. Welchen Titel das aktuelle Buch denn habe, wer die Hauptfiguren seien, wollte sie wissen und stellte einige Detailfragen. Der Zehnjährige schlug sich tapfer und konnte jede Frage beantworten. Er versicherte, dass ihm das Lesen mittlerweile viel Spaß mache.

Lob gab es von Katja David-Furat, der stellvertretendem Schulleiterin der Grundschule Obertraubling, für das Team der Bücherei. Vieles werde hier schon angepackt, beispielsweise kümmere sich das Team um die Erstklässler und auch mit Schülern der 3. und 4. Klasse gebe es ein Projekt. Leseförderung werde hier schon immer betrieben und sie habe festgestellt, dass Schüler, die anfangs sehr schüchtern und nur unsicher vorgelesen hätten, nun sichtbare Fortschritte machen.

„Nun lies mal“ reicht nicht

Die Weichen für das neue Projekt seien gestellt: Die Zeiten abgesprochen, die Schüler ausgesucht und in zwei Wochen könne es mit „Mentor – die Leselernhelfer“ losgehen. Doris Kammermeier, Helena Kraus und Sandra Böhm, die zum Team gehören, erklärten, was sie bei der Qualifizierung für Tipps erhielten. Man könne nicht von null auf 100 starten und einfach dem Kind ein Buch in die Hand drücken mit der Empfehlung „Nun lies mal“. Vielmehr müsse man versuchen, die Interessen des Kindes einzubeziehen.

Für den Anfang könne man beispielsweise auch die Neugier bei einem fußballbegeisterten Kind mit dem Lesen von Fußballtabellen wecken. Zum Einstieg das Fernsehprogramm vorlesen zu lassen, sei besser, als gar nichts zu lesen, erklärten sie.

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