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Pentling/Matting

Steindach des Zunftstüberls

Bei der Jahresversammlung des Freundeskreises Matting im Gasthaus Fänderl wies Vorsitzender Helmut Stuhlfelder auf einen Ausflug im Oktober ins fränkische Freilichtmuseum Bad Windsheim hin.
Josef Eder

Der historische Getreidekasten in Matting  Foto: Josef Eder
Der historische Getreidekasten in Matting Foto: Josef Eder

Pentling.Dort ist das Anwesen der Familie Riepl restauriert wieder aufgebaut worden.

Stuhlfelder stellte die nächsten Vorhaben vor: Im Anwesen Baumann – das ist die historische Hofstelle „An der Donau 25“ – sind weiterhin einige Renovierungsarbeiten nötig. Laut dem Besitzer hat Architekt Günther Naumann bereits alles dokumentiert und einen Antrag an das Landesamt für Denkmalpflege gestellt. Ein Kostenvoranschlag liegt noch nicht vor.

Im Anwesen Rudolf Appoltshauser (Zunftstüberl) ist das Steindach weiterhin gefährdet: Laut dem Besitzer ist Architekt Naumann hier der Meinung, dass das Dach komplett erneuert werden müsste. Leider übernimmt das Landesamt für Denkmalpflege nur einen geringen Teil der Mehrkosten. Damit ist an eine Sanierung nicht zu denken. Stuhlfelder beklagt die mangelnde Mitarbeit der Vereinsmitglieder und bittet alle um rege Mitarbeit vor allem bei den beiden Vereinsfesten.

In diesem Jahr beteiligt sich der Freundeskreis beim 70-jährigen Gründungsfest des katholischen Burschen- und Mädchenvereins. Für den Tag der offenen Tür am 22. September und die Adventssitzweil am 13. Dezember hat Erika Eichenseer in bewährter Weise bereits nahezu alle Akteure engagiert.

Professor Dr. Hans Weigert stellt das Buch „Eine Geschichte Deutschlands in 100 Bauwerken“ vor, in dem die Steinhäuser von Matting erwähnt werden. Hier ist die Geschichte des Hauses der Familie Riepl niedergeschrieben. Erfahrene Hausforscher wie Prof. Dr. Torsten Gebhard und Dr. Konrad Bedal wurden 1995 auf die bemerkenswert frühen Zeugnisse des ländlich-bäuerlichen Steinbaus vor allem im Oberpfälzer Altmühlraum aufmerksam. In Matting ist eine stattliche Anzahl von Bruchsteinbauten aus dem 15. bis 17. Jahrhundert bekannt geworden. Das soll die Grundlage für die früher schon begonnene Dokumentationsarbeit der Brüder Wolfgang und Walter Kirchner werden.

Das Haus von Anna Riepl wurde in einer beispiellosen Aktion in das fränkische Freilandmuseum Bad Windsheim versetzt. Es wurde in 25 Teile mit je einem Gewicht von zehn Tonnen verpackt. Jetzt bleibt das Riepl-Haus in Franken in seiner ganzen Pracht erhalten. Mit größter Vorsicht wurden vor allem die Fresken restauriert. Sie sind noch älter als die im Zunftstüberl.

In Matting erhalten werden konnte der spätgotische Getreidekasten (1420/30). Dank Thekla Wolf hatte der ehemalige Bezirksheimatpfleger Adolf Eichenseer erfahren, dass das Gebäude abgerissen werden sollte. Das Anwesen wurde schließlich erhalten. Es ist heute zusammen mit dem Zunftstüberl ein Schmuckstück im 300-Seelen-Dorf an der Donau. (lje)

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