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Natur

40 neue Villen für die Singvögel

Jäger Alois Vetter hat die Nistkästen für Pettendorfer Schüler angefertigt. Vogelbrutpaare gehen in Deutschland stark zurück.

Die Pettendorfer Grundschüler freuten sich über die Nistkästen, die Alois Vetter mitgebracht hatte. Foto: Fritz Winter
Die Pettendorfer Grundschüler freuten sich über die Nistkästen, die Alois Vetter mitgebracht hatte. Foto: Fritz Winter

Pettendorf.Alois Vetter fuhr gleich mit einem Kleintransporter vor der Grundschule Pettendorf-Pielenhofen vor und die Buben und Mädchen der 1. bis 4. Klasse machten große Augen. 40 Nistkästen hatte der Jäger auf der Ladepritsche. Kleine Kunstwerke aus Holz, selbst gebastelt in rund 100 Arbeitsstunden. Sie sollen neue Heimat werden für Stare, Blaumeisen oder Kohlmeisen, deren Brutgeschäft jetzt im zeitigen Frühjahr beginnen wird.

„Wir Jäger sind vor allem Naturschützer und wir kümmern uns um die Artenvielfalt“, erklärte der Revierinhaber aus Pettendorf einer fast unüberschaubaren Zahl von Grundschülern. Wie man die Nistkästen richtig anbringt, welche Vögel in welchen Kästen brüten, wie man die Vogelarten am Gesang erkennen kann: All das erklärte ihnen ihr bereits pensionierter Lehrer Horst Bogner, der eigens für die Aktion an die Schule gekommen war.

Alois Vetter hat es sich seit Jahren zur ehrenamtlichen Aufgabe gemacht, jeweils in der Winterzeit möglichst viele Nistkästen zu bauen und sie den Schülern und ihren Eltern zur Verfügung zu stellen. Diese Aufgabe erscheint dringend notwendig: Nach Zahlen des Naturschutzbunds hat Deutschland in nur zwölf Jahren rund 12,7 Millionen Vogelbrutpaare verloren – das entspricht einem Minus von 15 Prozent. Besonders betroffen seien der Star, der Spatz aber auch der Buchfink. Vogelschutz ist eine Aufgabe der Jäger, aber auch eine lohnende Aufgabe der jungen Generation, so Vetter.

Die Grundschule Pettendorf-Pielenhofen geht da vorbildlich voran. Seit zehn Jahren trägt sie die Auszeichnung als Europäische Umweltschule. Sie war laut Horst Bogner die erste Schule im Landkreis, die sich an diesem Projekt des Bayerischen Kultusministeriums beteiligt hat. Wegen der Themenvielfalt im Fach Heimat- und Sachkunde bleibe aber immer weniger Zeit, sich mit Naturkunde auseinanderzusetzen. Es sei einfach schade, wenn die Kinder keine Vogelarten mehr kennen würden oder noch niemals im Leben ein Kälbchen gestreichelt hätten.

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