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Problem

In Pettendorf fehlen Kindergartenplätze

Wegen einer falschen Berechnung wird es ab September knapp. Die Kommune setzt deshalb auf eine Übergangslösung.
Von Claudia Kreissl

Wegen einer fehlerhaften Berechnung des Landratsamts gibt es in Pettendorf nun zu wenige Kindergartenplätze. Foto: Monika Skolimowska/dpa
Wegen einer fehlerhaften Berechnung des Landratsamts gibt es in Pettendorf nun zu wenige Kindergartenplätze. Foto: Monika Skolimowska/dpa

Pettendorf.Ungenaue Prognosen und zu wenig frei werdende Kindergartenplätze setzen die Gemeinde schlagartig unter Zugzwang. Um alle Kinder, die ab September Anspruch auf einen Betreuungsplatz haben, unterbringen zu können, setzt die Kommune auf eine zeitlich befristete Containerlösung. Den entsprechenden Beschluss fasste der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung.

Aktuell sehe es so aus, dass viele Kinder heuer keinen Kindergartenplatz erhalten, nahm Bürgermeister Eduard Obermeier zur Thematik Stellung. 98 genehmigte Plätze gibt es im Kindergarten St. Margareta. Bis Ende März lagen rund 50 Vormerkungen von Eltern für einen Betreuungsplatz ab September vor. Demgegenüber standen am Tag der Gemeinderatssitzung lediglich drei Kinder, die den Kindergarten auf jeden Fall in Richtung Schule verlassen werden. Ein paar wenige Eltern waren noch unschlüssig, ob sie ihren Nachwuchs heuer einschulen werden. Dass die Kommune unerwartet kurzfristig handeln muss, hat verschiedene Gründe.

Eltern wollen es ortsnah

Zum einen zeichne sich heuer ab, dass Eltern ihren Nachwuchs wieder ortsnah unterbringen möchten. „Das Interesse an auswärtigen Kindergärten ist stark rückläufig“, sagte Obermeier. Hinzu komme eine fehlerhafte Statistikberechnung des Landratsamtes, das der Gemeinde Pettendorf auch den Waldkindergarten Pielenhofen als Tageseinrichtung zugeschlagen habe. Dadurch ergab sich eine irrtümliche Versorgungsquote von über 100 Prozent, erklärte der Bürgermeister. „Die Auslastung wurde somit als ausreichend eingeschätzt.“

Diese Umstände bringen es nun mit sich, dass eine fast vollständige Gruppe keinen Platz im Kindergarten St. Margareta erhalten wird. Allerdings seien alle Zahlen noch mit Vorsicht zu genießen, räumte Obermeier ein. Erfahrungsgemäß könne nicht ausgeschlossen werden, dass einige Eltern ihre Kinder nicht nur in Pettendorf, sondern zusätzlich noch in einer weiteren Tageseinrichtung angemeldet haben und deshalb mit kurzfristigen Absagen zu rechnen sei. Dennoch sieht Obermeier dringenden Handlungsbedarf.

Vorgemerkte Kinder

  • Nachwuchs:

    Im Neubaugebiet Pettendorf-Südwest leben aktuell 18 Kinder im Kindergartenalter. Zehn davon werden bereits in einer Tageseinrichtung betreut.

  • Statistik:

    48 Kinder sind von ihren Eltern für einen Kindergartenplatz ab September vorgemerkt worden. Zehn dieser Kinder wurden 2017 geboren, 33 im Jahr 2016, ein Kind kam 2015 zur Welt, vier weitere im Jahr 2014. (lck)

Um bis Herbst ausreichend Plätze anbieten zu können, ist eine provisorische Lösung notwendig, machte er deutlich und schlug eine Containerlösung auf dem Turnwiesl unterhalb des Rathauses vor. „Die Container stehen in Qualität und Ausstattung einer festen Einrichtung in nichts nach“, betonte Obermeier. Den Raumbedarf für eine Gruppe bezifferte er auf 170 bis 180 Quadratmeter. Das Turnwiesl sei der optimale Standort, zeigte sich der Bürgermeister überzeugt. Kanal- und Wasseranschluss seien vorhanden beziehungsweise in unmittelbarer Nähe wie die Kinderkrippe der Johanniter. Letztere haben sich bereiterklärt, die Trägerschaft für den eingruppigen Kindergarten der Gemeinde zu übernehmen. Die Kirchenverwaltung, die den Kindergarten St. Margareta betreibt, hat die Trägerschaft abgelehnt. Die Kirchenverwaltung folge damit der Weisung der Diözese, erklärte Obermeier.

Kommt ein Waldkindergarten?

Die monatlichen Kosten für das Anmieten oder Leasen der Container bezifferte der Bürgermeister auf geschätzte 12 000 Euro. Dieser Betrag rief 3. Bürgermeister Ludwig Bink (CSU) auf den Plan. Er forderte eine gewisse Mindestanzahl von Kindern, die in dem Provisorium untergebracht werden sollten. „Zehn feste Anmeldungen müssen es schon sein, sonst ist der finanzielle Aufwand zu groß“, meinte er und erntete dafür viel Zustimmung. Obermeier kündigte Gespräche mit den betroffenen Eltern an, um deutlich zu machen, dass die Gemeinde nicht „ins Blaue hinein“ planen könne.

Walfried Achhammer (CSU) schlug vor, über die Installation eines Waldkindergartens in Pettendorf nachzudenken. Nach Ansicht von Obermeier lasse sich dieser in der Kürze der Zeit nicht verwirklichen. Zudem sei ungewiss, ob vonseiten der Eltern ausreichend Interesse vorhanden sei. In der Nachbargemeinde Pielenhofen gebe es bereits ein entsprechendes Angebot. Einstimmig sprach sich das Gremium schließlich für eine zeitlich befristete Containerlösung aus. Zur Finanzierung ist ein Nachtragshaushalt erforderlich.

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