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Konzert

Musik lässt Wikinger aufleben

Melodien aus Film, Oper und Rock: Das Jugendblasorchester Pettendorf präsentiert sich zum Jahresabschluss vielseitig.
Von Claudia Kreissl

Für die Pettendorfer Musiker und Dirigent Gelsomino Rocco war das Konzert der Höhepunkt des Jahres. Foto: Claudia Kreissl
Für die Pettendorfer Musiker und Dirigent Gelsomino Rocco war das Konzert der Höhepunkt des Jahres. Foto: Claudia Kreissl

Pettendorf.Einmal mehr erlebten die Zuhörer in der vollbesetzten Schulturnhalle einen anspruchsvollen, unterhaltsamen und mitreißenden Musikabend zum Jahresausklang. Unter der Leitung von Gelsomino Rocco begeisterte das Jugendblasorchester Pettendorf mit der großen Bandbreite seines Repertoires und absolut hörenswerten Bläser-Arrangements.

Bereits im Sommer begann für die knapp 40 Musikerinnen und Musiker des Hauptorchesters die Vorbereitung auf den musikalischen Höhepunkt des Jahres. In Zahlen ausgedrückt: „Diesem Abend liegen rund 1470 Stunden Probe zugrunde“, informierte Stefan Großmann, der gemeinsam mit Katharina Schweiger und launigen Moderationen amüsant durch den Abend führte.

Der Nachwuchs begeisterte

Schon traditionell gehörte die große Bühne zunächst aber dem Nachwuchsorchester, das unter den Fittichen von Toralf Schnittler steht. Da berufliche Gründe Schnittler daran hinderten, pünktlich zum Auftritt in Pettendorf zu sein, schwang Gelsomino Rocco den Taktstock zu „Go down, Moses“ einem Spiritual, das die Geschichte von Moses und der Befreiung der Israeliten aus Ägypten zum Thema hat. Nach „Rock Space“, einer Rock-Nummer des amerikanischen Komponisten James Hosay gab es zu Recht begeisterten Applaus für den Auftritt des Nachwuchsorchesters.

Die Sopranistinnen Stefanie Rocco-Jonas (links) und Lorena Marcel Madrid unterstützen das Jugendblasorchester beim „Abendsegen“. Foto: Claudia Kreissl
Die Sopranistinnen Stefanie Rocco-Jonas (links) und Lorena Marcel Madrid unterstützen das Jugendblasorchester beim „Abendsegen“. Foto: Claudia Kreissl

Das Programm, das das Jugendblasorchester für sein Jahresabschlusskonzert zusammengestellt hatte, war erneut ein überaus gelungener Querschnitt verschiedenster Musikrichtungen. Schwungvoll startete das Orchester mit der „Berliner Luft“ des Komponisten Paul Lincke in den Abend. Nicht minder temperamentvoll ging es weiter mit dem „Bohemian Gallop“ – einem musikalischen Galopp in Form eines Volkstanzes, der sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreute. Der Komponist und Arrangeur Alfred Bösendorfer ließ sich dabei vom Flair der großen prächtigen Ballsäle und von der ausgelassenen Stimmung der großen Tanzveranstaltungen inspirieren, ließ Moderator Großmann das Publikum dazu wissen. In geheimer Mission waren die Musikerinnen und Musiker bei „Bond… James Bond“ unterwegs. Die brillante Filmmusik hat sicherlich mit zum Erfolg der 007-Filmreihe beigetragen und nicht minder vortrefflich intonierte das Jugendblasorchester die bekannten Melodien, darunter „Goldfinger“, die Titelmelodie zum gleichnamigen James-Bond-Film, die Shirley Bassey 1964 weltberühmt machte und „Live and let die“, geschrieben von Linda und Paul McCartney und von der Gruppe „Wings“ aufgenommen.

Ehrung für erfolgreiche Musiker

  • Leistungsabzeichen:

    Vor dem Nordbayerischen Musikbund legte Jakob Koller an der Posaune das Leistungsabzeichen in Bronze ab.

  • Ehrennadel:

    Die bronzene Ehrennadel des Nordbayerischen Musikbunds für 10 Jahre aktives Musizieren ging an Tanja Marschall.

  • Ehrungen:

    Die Ehrungen führte der Vorsitzende des Musikvereins Pettendorf Stephan Meyer gemeinsam mit Bürgermeister Eduard Obermeier, Dirigent Gelsomino Rocco und dem stellvertretenden Kreisvorsitzenden des Nordbayerischen Musikbunds Robert Ziegler, beim Jahreskonzert durch.

Unumstrittener Höhepunkt des ersten Programmteils war aber das von Michael Geisler komponierte und arrangierte Werk „Voice of the Vikings“. Kraftvoll, temporeich, leidenschaftlich und sehnsuchtsvoll holten die Musiker die Geschichte der Wikinger in die Pettendorfer Schulturnhalle. Als furchteinflößende Krieger fuhren die Wikinger zur See, eroberten Länder und ernährten daheim als Bauern ihre Familien. Über all die Abenteuer, aber auch die Härte des Alltags erzählt „Voice of the Vikings“ und das Jugendblasorchester interpretierte dieses Monumentalwerk ebenso grandios wie einfühlsam.

Den zweiten Teil des Konzertabends eröffneten die Musikerinnen und Musiker mit dem „Abendsegen“ aus der Oper Hänsel und Gretel. Die Musik dazu stammt von Engelbert Humperdinck, arrangiert wurde das Stück von dem in der Gemeinde Pettendorf lebenden Michael Ort.

Zum absoluten Hörgenuss machten das Ganze die beiden Sopranistinnen Stefanie Rocco-Jonas und Lorena Marcel Madrid, die den Gesangspart übernahmen. Bei „Free and Happy“ erklang ein Arrangement im unvergessenen Sound von Bert Kaempfert, einem der erfolgreichsten Orchesterchefs nach dem Zweiten Weltkrieg, aus dessen Feder weltbekannte Stücke stammen, wie „Wooden Heart“, die englische Adaption des Volksliedes „Muss i denn zum Städtele hinaus“, das Elvis Presley weltweit bekannt machte. Bravo-Rufe und tosenden Applaus gab es für „Queen in Concert“, einem Medley der größten Hits der Rockgruppe „Queen“ und ihren charismatischen Sänger Freddie Mercury. Jan van Kraeydonck hat unter anderem die Songs „The show must go on“, „A kind of magic“ und „We will rock you“ für Blasorchester arrangiert. Zum Abschluss des Konzertabends holte das Jugendblasorchester mit „Cha Cha – Cuba Libre“ Karibik-Feeling nach Pettendorf, „das heimliche Havanna der Oberpfalz“, wie Großmann schmunzelnd sagte.

„Ihr spielt miteinander“

Dirigent Gelsomino Rocco ließ es sich zum Abschluss nicht nehmen, seinen Musikerinnen und Musikern für ein ereignisreiches Jahr mit viel Probenarbeit und zahlreichen Auftritten zu danken. „Es macht so viel Spaß mit euch. Ihr spielt nicht nur die Noten – ihr spielt miteinander, und das ist das Schönste überhaupt.“ Mit diesem Kompliment löste Rocco nicht nur einen Beifallssturm des Publikums aus, sondern zauberte auch ein stolzes Lächeln in die Gesichter seiner Musikerinnen und Musiker. Natürlich ließ das Jugendblasorchester die Besucher nicht ohne Zugabe nach Hause gehen. Als Dreingabe gab es die amüsante Geschichte „Die Weihnachtskarte“ sowie die Weihnachtslieder „Feliz Navidad“ und „Stille Nacht“.

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