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Etat

Pettendorf investiert kräftig

Die Gemeinde verabschiedet für 2019 einen Haushalt über 8,5 Millionen Euro. Ein Projekt ist der Bau eines Ärztehauses.
Von Claudia Kreissl

  • Die Einwohnerzahlen in Pettendorf steigen – dank neuer Baugebiete wie Pettendorf-Südwest. Fotos: Claudia Kreissl
  • Das Ärztehaus Foto: Kreissl

Pettendorf.Steigende Einwohnerzahlen bescheren der Kommune Rekordeinnahmen. Seit 2010 steigt der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer in Pettendorf kontinuierlich an und erreicht in diesem Jahr mit geschätzten 2,85 Millionen Euro inklusive Ersatzleistung einen neuen Höchstwert. Auch sonst kann sich der von Kämmerer Martin Antretter ausgearbeitete und einstimmig verabschiedete Etat mit einem Gesamtvolumen von 8,5 Millionen Euro sehen lassen.

Die Kommune wächst und investiert in die Zukunft. Immerhin sieht der laufende Haushalt ein Investitionsvolumen von 2,82 Millionen Euro vor. Der größte finanzielle Brocken entfällt heuer und nächstes Jahr auf den Bau eines Ärztehauses, das im Pettendorfer Gewerbegebiet entstehen wird. Rund 1,5 Millionen Euro steckt die Gemeinde in das Gebäude, in dessen Erdgeschoss eine Arztpraxis angesiedelt werden soll.

Wichtige Projekte

  • Straßenbau:

    450 000 Euro sieht der Vermögenshaushalt der Gemeinde heuer für Straßen vor. In den Genuss einer Sanierung kommen die marode Gartenstraße in Neudorf, der Kellerweg in Reifenthal und ein Teilstück des Quellenwegs in Schwetzendorf.

  • Hort:

    Erst im Herbst vergangenen Jahres ging der neue Hort an der Grundschule in Betrieb. Rund 1,2 Millionen Euro hat der Schulverband Pettendorf-Pielenhofen investiert. Statt bislang 25 können seither 50 Schüler am Nachmittag betreut werden. Doch schon jetzt ist der Hort wieder mehr als ausgelastet.

  • Jugendtreff:

    Umfangreiche Renovierungsmaßnahmen führte die Gemeinde bereits 2018 im Jugendtreff durch. Heuer werden erneut 4000 Euro investiert. Zudem sprach sich der Gemeinderat für eine Erhöhung Jugendpfleger-Stunden aus.

  • Ärztehaus:

    Für rund 1,5 Millionen Euro baut die Kommune ein Ärztehaus auf einer gemeindeeigenen Fläche im Pettendorfer Gewerbegebiet. Die Investition soll die ärztliche und medizinische Grundversorgung vor Ort dauerhaft sichern. Finanziert wird das Projekt durch eine langfristige Kreditaufnahme.

Gemeinde baut Ärztehaus

Der alte Weg Foto: Kreissl
Der alte Weg Foto: Kreissl

Mit dem Baubeginn ist im Verlauf des Jahres zu rechnen, fertiggestellt werden soll das Gebäude 2020. „Das Ärztehaus wird die ärztliche Versorgung dauerhaft sichern“, zeigte sich Bürgermeister Eduard Obermeier überzeugt. Finanziert wird das Projekt mittels einer Kreditaufnahme. Mit dem geplanten Bürgertreff oder auch Multifunktionsgebäude steht noch ein weiteres Großprojekt in den Startlöchern. „Mit dem Amt für Ländliche Entwicklung konnte mittlerweile eine Förderkulisse erreicht werden“, berichtete Obermeier. Dies gelte auch für den Umbau des Rathausplatzes und das „Schulgangl“. Der Investitionsplan der nächsten Jahre sieht für diese Projekte fast vier Millionen Euro vor.

Der Treff Foto: Kreissl
Der Treff Foto: Kreissl

Rekordverdächtige 940 000 Euro enthält der Haushalt im Bereich „Soziale Sicherung“. Einen Großteil dieser Summe macht der Gemeindeanteil für die Kinderbetreuungseinrichtungen aus. Trotz aller staatlicher Förderung sei festzustellen, dass sich die Kosten im Bereich Krippe, Kindergarten und Hort, bedingt durch das größere Angebot, im Vergleich zum Vorjahr um 91 000 Euro erhöht haben, informierte Obermeier. Der 2018 in Betrieb genommene Kinderhort sei bereits wieder mehr als ausgelastet, sagte er weiter und prognostizierte weitere Investitionen.

Der Hort Foto: Kreissl
Der Hort Foto: Kreissl

Lobende Worte für Bürgermeister Obermeier und den aktuellen Haushalt fand der Fraktionssprecher der Freien Wähler, Bernhard Weigl. Er zeigte sich erfreut, dass die Steuerkraft der Gemeindebürger weiterhin stark ist, wies aber auch darauf hin, dass mit 437 000 Euro fast zehn Prozent der Einnahmen als Gewerbesteuer über die ortsansässigen Betriebe in die Kasse gespült werden. „Wir brauchen unsere Betriebe und müssen sie auch weiterhin gut unterstützen“, betonte der 2. Bürgermeister. Das Ärztehaus wertete er als gute und richtige Investition für die Bürger. Auch die Finanzierung über einen längeren Zeitraum ist seiner Ansicht nach vertretbar, denn: „Von diesem Haus werden auch nachfolgende Generationen noch profitieren“.

Alexa Muehlenberg (UwB/ödp) hob die Erhöhung der Investitionen für die Jugendarbeit hervor. Im aktuellen Haushalt sind dafür insgesamt rund 49000 Euro veranschlagt. „Pettendorf investiert in seine Jugend und somit in seine Zukunft“, brachte es Muehlenberg auf den Punkt. Als Erfolgsprojekt wertete sie die Aktion „Pettendorf blüht“. Mit 24 000 Euro seien die heuer geplanten Maßnahmen nicht zu hoch angesetzt, besonders vor dem Hintergrund, dass großes ehrenamtliches Engagement zum Erfolg des Projekts beitrage. Als positiv wertete Muehlenberg die Erstellung eines Baumkatasters.

Solide Finanzplanung

Als „solides Stück Finanzplanung“ bezeichnete SPD-Fraktionssprecher Walter Oberleitner den vorliegenden Haushalt. Als gut vertretbar wertete er den Anstieg der Personalkosten um rund 44 000 Euro auf nunmehr 1,02 Millionen Euro. Der der Erhöhung zugrundeliegende Stellenplan lasse positive Auswirkungen auf die Arbeit der Verwaltung und der Jugendarbeit erwarten, zeigte sich Oberleitner überzeugt. Er stellte die Frage in den Raum, wie die Gemeinde künftig mit innerörtlichen Baulücken und unbebauten Flächen umgehen solle. Am Beispiel von Günzenried zeige sich, wie schnell aus einem verschlafenen Weiler plötzlich eine Wohnstraße werde, sagte Oberleitner. „Dem können wir nur durch Bebauungspläne begegnen.“

Zustimmung erntete der Haushalt auch bei der CSU-Fraktion. Als „bemerkenswerte Summe“ bezeichnete Ludwig Bink die geplanten Ausgaben bis 2022 – immerhin rund 12,5 Millionen Euro. Die CSU stehe voll und ganz hinter den schon beschlossenen Maßnahmen, sagte der 3. Bürgermeister. Vor allem im Bereich der Kitas, der Kindergärten mit einem möglichen Neubau durch die Gemeinde sowie einer weiteren Verbesserung der Hortbetreuung werde sehr viel für die Zukunft der nächsten Generation getan. Wenn solche Dinge aber von der Landes- und Bundespolitik gefordert werden, müssen die Kommunen auch entsprechend finanziell ausgestattet werden, forderte Bink. Dies sei allerdings nicht der Fall.

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