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Engagement

Viel Lob für drei Pettendorfer

Gemeinde belohnt ehrenamtlichen Einsatz: Medaille und Nadeln für Peter Bornschlegl, Herbert Dirigl und Bernhard Czinczoll
Von Claudia Kreissl

Mit der Bürgermedaille ausgezeichnet: Peter Bornschlegl inmitten der Bürgermeister Ludwig Bink, Bernhard Weigl und Eduard Obermeier Foto: Claudia Kreissl
Mit der Bürgermedaille ausgezeichnet: Peter Bornschlegl inmitten der Bürgermeister Ludwig Bink, Bernhard Weigl und Eduard Obermeier Foto: Claudia Kreissl

Pettendorf.Das Ehrenamt hat in Bayern eine lange Tradition und trägt wesentlich zum sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft bei. Auch in Pettendorf gibt es sie zahlreich, die guten Geister, die sich ehrenamtlich einbringen und zupacken. Drei dieser engagierten Bürger zeichnete die Gemeinde bei einem Stehempfang im Gasthof Prößl mit der Bürgermedaille bzw. der Ehrennadel aus.

„Viele Bereiche des öffentlichen und sozialen Lebens würden ohne Ehrenamtliche kaum mehr existieren“, sagte 2. Bürgermeister Bernhard Weigl bei der Eröffnung des Festaktes, der vom Jugendblasorchester unter der Leitung von Gelsomino Rocco musikalisch umrahmt wurde. Deshalb sei es seiner Ansicht an der Zeit Danke zu sagen.

Auf die schönen Seiten des Ehrenamtes wies 3. Bürgermeister Ludwig Bink hin. Sei es nicht wunderbar, etwas für andere tun zu können und von einer Gemeinschaft gebraucht zu werden?, fragte er in die große Runde der am Ehrenabend teilnehmenden Gemeindebürger. Auch die Schattenseiten, die privates Engagement mit sich bringe, sprach Bink an. „Wer sich über Jahrzehnte ehrenamtlich einbringt, hat meist zwangsläufig gelernt, sich gegen Besserwisserei und Kritik zu wehren, die es meist von Leuten hagelt, die viel reden und wenig tun.“

Mit Kritik umzugehen hat Peter Bornschlegl in seiner fast 46 Jahre dauernden Zugehörigkeit im Gemeinderat gelernt. Erst im Januar 2018 gab der 77-Jährige und bis dato älteste und dienstälteste Gemeinderat seinen Abschied aus dem Gremium bekannt. Begonnen hat Peter Bornschlegl sein politisches Engagement 1970 zunächst in der SPD, ehe er 1982 die Freien Wähler Pettendorf mit begründete.

Ideengeber im Gemeinderat

In seiner Laudatio gab Bürgermeister Eduard Obermeier Auszüge aus der Rede von Innenminister Joachim Herrmann wieder, der Bornschlegl 2018 mit der Kommunalen Verdienstme-daille in Silber ausgezeichnet hat. Als langjähriger Fraktionssprecher habe er wesentliche Projekte der Gemeinde mitgetragen und immer wieder als Ideengeber und Antragsteller die Arbeit des Gemeinderates geprägt. Ein vorrangiges Anliegen war ihm dabei, die Stadtrandgemeinde in eine moderne, lebenswerte Gemeinde umzugestalten. Viele Projekte wurden realisiert, wie etwa der Neubau des Dorfhauses Kneiting, der Schule in Pettendorf, Kindergarten, Krippe und Hort oder die Anlage des Sportgeländes in Pettendorf.

Herbert Dirigl erhielt eine Ehrennadel. Foto: Claudia Kreissl
Herbert Dirigl erhielt eine Ehrennadel. Foto: Claudia Kreissl

Seit 2015 ist Bornschlegl zudem als Lesepate an der Grundschule im Einsatz. Darüber hinaus ist er als Rechnungsprüfer im Verein zur Förderung und Betreuung von Kindern und Jugendlichen im Schulverbandsgebiet tätig. Auch den örtlichen Vereinen ist er verbunden. Seit 38 Jahren ist er förderndes Mitglied der Feuerwehr Pettendorf. Darüber hinaus war er vier Jahre lang 2. Vorsitzender des TSV Adlersberg, agierte als Spielertrainer bei den Fußballern und Mitbegründer der Tennisabteilung. Bornschlegl gehörte 2013 zu den Gründungsmitgliedern der Bürgerstiftung Pettendorf und ist seither als Stiftungsrat aktiv. Für diese Verdienste zeichnete Bürgermeister Obermeier den Pettendorfer mit der Bürgermedaille der Gemeinde aus.

„Viele Bereiche des öffentlichen Lebens würden ohne Ehrenamtliche kaum mehr existieren.“

Bernhard Weigl. 2. Bürgermeister

Die Kommunalpolitik liegt auch Herbert Dirigl seit Jahrzehnten am Herzen. 24 Jahre lang war er für die CSU-Fraktion im Gemeinderat und wechselweise in allen Ausschüssen und Gremien vertreten. „Herbert Dirigl war viele Jahre als Fraktionsführer tätig, hat alle Schattierungen der gemeindlichen Aufgaben erlebt und wichtige Weichenstellungen mitgetragen“, sagte Obermeier. Als Beispiele nannte er die wiedererlangte Selbstständigkeit der Gemeinde, den Bau des Dorfhauses in Kneiting, die Ausweisung verschiedener Baugebiete sowie Kanalbaumaßnahmen und den Neubau des Kindergartens.

Auch Bernhard Czinczoll wurde mit der Ehrennadel der Gemeinde ausgezeichnet.Foto: Claudia Kreissl
Auch Bernhard Czinczoll wurde mit der Ehrennadel der Gemeinde ausgezeichnet.Foto: Claudia Kreissl

„Alles Beispiele für eine gelungene Entwicklung der Gemeinde, zu der Du maßgeblich beigetragen hast“, würdigte der Bürgermeister Dirigls Arbeit. Der CSU ist der Adlersberger seit 42 Jahren verbunden, acht Jahre lang stand er als Vorsitzender an der Spitze des Ortsverbandes. Seit über 40 Jahren gehört Herbert Dirigl der Feuerwehr Pettendorf an und war über Jahre hinweg bei Einsätzen aktiv, unter anderem als Atemschutzgeräteträger. Genauso lange hält er den Tell-Schützen Adlersberg die Treue. Bis heute ist er nicht nur aktiver Tischtennisspieler beim TSV Adlersberg, Dirigl hat darüber hinaus über Jahre hinweg eine erfolgreiche Jugendmannschaft aufgebaut und betreut. Seit 1983 gehört er der Krieger- und Re-servistenkameradschaft an. Auch die Tischgesellschaft Frohsinn kann auf ihn zählen. Der Bürgermeister zeichnete Dirigl mit der Ehrennadel der Gemeinde aus.

Einsatz für die Seniorenarbeit

Die zweite Ehrennadel des Abends ging an Bernhard Czinczoll, dessen Engagement der Seniorenarbeit gilt. Der demografische Wandel wurde und wird als eine der wichtigsten Herausforderungen für unsere Zukunft gesehen, betonte Obermeier. „Miteinander älter werden in unserer Gemeinde war vor mehr als zehn Jahre die Idee, die es galt mit Leben zu füllen.“ Diese Aufgabe übernahm im Januar 2008 eine Arbeitsgruppe im Rahmen der Agenda-Arbeit. Aus dieser Gruppe heraus wurden kurze Zeit später drei Personen zu Seniorenbeauftragten der Gemeinde bestellt, darunter Bernhard Czinczoll. „Dieses Ehrenamt füllen Sie nunmehr schon zehn Jahre aus und sind mittlerweile zu einem Aushängeschild unserer Seniorenarbeit geworden“, sagte Obermeier.

Mit diplomatischem Geschick und ruhiger Art auf der einen Seite, aber auch mit Beharrlichkeit und Konsequenz auf der anderen sei Czinczoll Garant für die Arbeit einer Seniorenmannschaft, die weder konditionell noch kreativ nachlasse und Erstaunliches leiste. Unter Czinczolls Führung wurden viele Themen angepackt, darunter die Erstellung einer Seniorennetzwerkbroschüre und Patientenverfügung, die Seniorenseite in „Pettendorf aktuell“, Barrierefreiheit, Nachbarschaftshilfe, Seniorenbüro mit Pflegeberatung, Sonntagsbus und vieles mehr. Darüber hinaus wurde unter seiner Regie vor sechs Jahren der monatliche Mittagstisch für Senioren ins Leben gerufen.

Kommunalpolitik und Seniorenarbeit

  • Ehrung:

    Herbert Dirigl (links) und Bernhard Czinczoll (rechts) wurden mit der Ehrennadel der Gemeinde ausgezeichnet.

  • Voraussetzung:

    Die Ehrennadel erhalten Personen, die sich in besonderer Weise um die Gemeinde Pettendorf verdient gemacht haben.

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