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Kultur

Chor „Jubilate“ ist verstummt

Der Pfatterer Zusammenschluss benötigt eine künstlerische Pause. Wann diese beendet sein wird, ist allerdings noch offen.
von Walter Schiessl

Zehn Jahre lang legten sich die Mitglieder von „Jubilate“ mächtig ins Zeug – jetzt ist erst mal Schluss. Foto: lbb
Zehn Jahre lang legten sich die Mitglieder von „Jubilate“ mächtig ins Zeug – jetzt ist erst mal Schluss. Foto: lbb

Pfatter. Zehn Jahre begeisterte der Chor „Jubilate“ die kulturbegeisterten Pfatterer mit schönen Konzerten – doch jetzt ist der Ofen zunächst einmal aus. Maria Fischer, die den stimmgewaltigen Zusammenschluss seit Anbeginn geleitet hat, braucht eine schöpferische Pause und überlegt – so die Hoffnung vieler Sängerinnen – doch wieder im Sommer weiterzumachen. „Doch das weiß heute noch keiner ganz genau“, stimmen die Sängerinnen überein. Allesamt bedauern aber, dass seit einigen Wochen nicht mehr gesungen wird. „In Pfatter gefällt das keinem, wenn ein Chor einfach nicht mehr exisitiert“, sagen die früheren Mitsänger anderer Chöre.

„Mir ist es im Augenblick einfach zu viel“, sagt Maria Fischer, die „Mutter“ von „Jubilate“. Die hochmusikalische Frau, die aus dem tirolerischen Zillertal stammt und auch Instrumentalunterricht gibt, sagt, sie sei einfach familiär zu sehr eingespannt, als dass sie den Chor mit voller Kraft führen könne. Aus diesem Grund hat sie den Sängerinnen auch mitgeteilt, „dass es jetzt mal eine längere Pause geben muss“. Angedacht ist ein „Aus“ mindestens bis in den Mai hinein.

Das wird im weiten Umkreis bedauert, denn „Jubilate“ war neben dem Männergesangsverein und dem renommierten Pfatterer Landfrauenchor und dem Liederkranz aus Geisling die vierte Adresse, an der dem Gesang gefrönt werden konnte.

Freude am Singen

Seit zehn Jahren sang der Frauenchor, was das Zeug hielt. „Jubilate“ kommt aus dem Lateinischen und heißt ‚Freut euch‘. „Wir haben den Namen gewählt, denn die Freude am Singen ist für uns das Wichtigste, und wenn wir ein paar Leuten damit eine Freude machen, ist das das Höchste für uns. Auftritte sind dabei eine willkommene Herausforderung“, erklärte die Chorleiterin erst im vergangenen Jahr, als das zehnjährige Bestehen groß gefeiert wurde.

„Uns allen macht das Singen großen Spaß! Es muss weitergehen!“

Monika Trampnau, Sängerin bei Jubilate

Anfangs sang der Chor die Lieder einstimmig, später trug er die Meodien auch zweistimmig vor. In das Programm des Chors wurden immer wieder auch verschiedene Musikinstrumente, wie etwa Hackbrett, Akkordeon, Querflöte oder auch Bongo-Trommeln, integriert. „Uns zeichnet die Vielfalt der Lieder aus, aber auch unser guter Zusammenhalt innerhalb der Gruppe“, betonte die damals noch hoch erfreute Chorleiterin.

Auftritte in der näheren und weiteren Umgebung, in Bamberg und in ganz Bayern konnte der Chor aufweisen. „Wir singen in vielen Kirchen, in Krankenhäusern, Seniorenheimen oder auch bei verschiedenen Konzerten und Sängertreffen. Die Anlässe sind ganz verschieden“, erklärte Fischer, eine ausgebildete Erzieherin.

Gefallen hat die Zeit bei „Jubilate“ allen Mitgliedern bestens. Sängerin Monika Trampnau freute sich die ganze Woche hindurch schon auf die Proben: „Ich singe daheim gerne, aber in der Gruppe macht es einfach mehr Spaß. Beim Singen ist man einfach ein anderer Mensch.“ Nach den Proben herrschte eine fröhliche Stimmung, alle waren gelassen und locker. „Genau das Richtige nach einem anstrengenden Tag“, fanden die Sängerinnen nach der Singstunde – und freuten sich bereits auf die nächste Probe.

„Jubilate“ war neben dem Männergesangverein Pfatter (MGV), der seit über 100 Jahren Liedgut pflegt, dem renommierten Pfatterer Landfrauenchor und dem Liederkranz Geisling ein weiterer Chor, der eine Nische in der Musiklandschaft in der Region besetzte.

Repertoire aufgestockt

Erst im vergangenen Frühjahr feierte die Chorgemeinschaft ihr zehnjähriges Jubiläum. „Auf Anregung von Angelika Schröder wurde unser Chor im Jahr 2008 aus der Taufe gehoben“, erinnerte sich Maria Fischer, die von Anfang an den Chor geleitet hat.
Sein Repertoire an Volksmusik, Schlagern, Gospels, Kirchenliedern und internationalen Songs hatte der Chor im Lauf der Jahre auf ein ansehnliches Maß aufgestockt, er deckte eine breite Palette ab.

„Wir haben Kommunionen und Messen verschönert, sagen in Krankenhäusern und bei Geburtstagsfeiern“, sagt Monika Trampnau, der aber auch das Singen von lustigen Liedern wie „Bauer, wer hat D‘Katz versteckt“ oder „Hätt i di, na hätt i di“ große Freude bereitete. Wie alles ihre 15 Mitsängerinnen, so hofft auch sie drauf, dass sich Maria Fischer nach dieser künstlerischen Pause wieder einen Ruck gibt und wieder mit der wöchentlichen Probenarbeit beginnt.

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