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Natur

Erster Storch in Geisling angekommen

Der Weißstorch gilt als Glücksbringer und Frühlingsbote. Jetzt ist der erste Zugvogel auf den Horst zurückgekehrt.
von Jonas Schriefer

Bisher ist der Storch noch alleine, das könnte sich bald ändern. Foto: Schlenk
Bisher ist der Storch noch alleine, das könnte sich bald ändern. Foto: Schlenk

Pfatter.Ins Storchennest auf dem Schlot der Brennerei in Geisling ist wieder Leben eingekehrt. „Heuer ist der Storch ein bisschen früher dran“, erzählt Leo Schlenk, der von seinem Haus aus das Nest im Blick hat. Tom Aumer, der örtliche Ansprechpartner des Landesbunds für Vogelschutz (LBV), weiß, dass die verfrühte Ankunft des Zugvogels keine Seltenheit mehr ist: „Man kann feststellen, das gewisse Vogelzüge früher oder gar nicht mehr stattfinden.“ Heuer haben auch wieder zwei Störche in der Vogelstation in Regenstauf überwintert, statt ihre Reise in den Süden anzutreten.

Auch Theodor Herwicht, der Pfatterer Heimatpfleger, kann sich erinnern, im Winter 2018 auf einer Wiese in der Gegend einen Storch gesehen zu haben. In Herwichts Heimatort haben die Zugvögel eine lange Tradition: „Die Störche gehören zu Pfatter. Sie sind schon da, seit ich denken kann“, betont er. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts seien auf einer kolorierten Postkarte des Dorfes Störche zu sehen gewesen. Herwicht und andere Dorfbewohner freuen sich immer wieder über die gefiederten Nachbarn: „Vor ein paar Jahren waren mal keine da. Dann fehlt schon was.“

Auch im vergangenen Jahr kamen um diese Zeit die Störche im Landkreis an. Lesen Sie hier mehr:

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Die ersten Störche sind schon da

Die meisten waren den über Winter in Afrika. Nun kehren sie in den Kreis Regensburg zurück. Doch mancher war gar nicht weg.

Bald beginnt die Balz

Auch in Geisling ist die Freude groß, seit der Storch auf dem Brennereiturm zurück ist. Aber Leo Schlenk glaubt, dass der Vogel nicht mehr lange alleine ist: „Gestern hat er schon geklappert“, sagt er. Das ist ein typisches Verhalten, das dem Tier auch den Beinamen „Klapperstorch“ eingebracht hat. Das Klappern mit den Schnäbeln ersetzt die sonst sehr schwache Stimme des Storches, wenn er zum Beispiel einen Konkurrenten beim Kampf um das Nest vertreiben oder seinen Partner begrüßen will. Besonders laut wird es beim Balzritual. Das bekommt Schlenk oft mit: „Wenn beide wieder da sind, dann ist was los da droben.“

Seltene Tiere in der Region

Paul Wiethaler, Sprecher der Bürgerinitative gegen die Errichtung des Steinbruchs, hat dieser Tage sogar einen Schwarzstorch im östlichen Landkreis beobachtet. Anders als ihre hellen Verwandten nisten Schwarzstörche aber versteckt im Wald und sind wesentlich seltener und sensibler a´ls ihre weißen Artgenossen. Tom Aumer warnt daher davor, sich auf die Suche nach den Vögeln zu machen. „Wir haben das Problem immer wieder, dass ihnen Fotografen vor lauter Begeisterung zu nahe kommen“, sagt er. Und das störe die Vögel massiv.

Der richtige Umgang mit dem Storch

  • Kein Problem:

    Im Winter besteht kein Grund zur Sorge um verbliebene Störche. Oft finden sie hier genug Nahrung und die Kälte stört sie kaum. „Die Winter werden immer milder und die Störche immer fauler“, scherzt Schmid.

  • Problem:

    Im Frühling ist Brutzeit. Besonders Schwarzstörche reagieren dann besonders sensibel auf Störungen. „Wir wollen nicht, dass sich Leute auf die Suche nach Ihnen machen“, mahnt Tom Aumer vom LBV.

Weißstörche sind allein schon wegen ihrer Nistplätze, die oft auf hohen Kaminen gebaut werden, besser vor neugierigen Besuchern geschützt. Ihr meist weithin sichtbarer Horst trägt vermutlich auch zur Popularität der Weißstörche bei: „Die Leute achten viel auf die Störche. Aber da ist die Population recht stabil“, erwähnt Aumer. Der Bestand der Art ist mit bayernweit rund 480 besetzten Nestern vorerst gesichert.

Besorgniserregend ist für den LBV allerdings aktuell die Zahl der weniger bekannten Brachvögel. Ähnlich wie der Storch sind auch sie Zugvögel, haben einen langen Schnabel und Stelzenbeine. Im Vergleich zu Störchen sind sie aber deutlich kleiner und aufgrund der bräunlichen Federfärbung unauffälliger. Um sie zu schützen, beginnen Helfer des LBV Mitte März damit, Elektrozäune zu errichten, die die Brut vor Füchsen und anderen Fressfeinden abschirmen sollen. Doch die sind nicht die einzige Bedrohung für die Bodennister: „Letzte Woche hatten wir Leute, die mit dem Auto ranfahren und fotografieren wollten“, berichtet Aumer.

Hartmut Schmid, der Gebietsbetreuer für das östliche Donautal, leitet häufig auch Gruppen durch die Regionen, in denen seltene Tiere leben. An Nester von brütendenden Vögeln führt er sie aber nicht heran. Stattdessen zeigt er ihnen weniger sensible Tiere. Eine Wühlmaus zum Beispiel macht Schmids Gäste oft genauso glücklich wie ein Schwarzstorch.

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