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Radsport

Peter Mohr ist deutscher Trial-Meister

Auch mit 47 Jahren ist der Regenstaufer, der für den MSC Pfatter startet, nicht zu bremsen. Es ist sein vierter Titel.
Von Johann Biederer, MZ

Peter Mohr wurde zum vierten Mal deutscher Trial-Seniorenmeister.
Peter Mohr wurde zum vierten Mal deutscher Trial-Seniorenmeister. Foto: Lydia Bauer

Pfatter.Abermals ein Klasse für sich war Peter Mohr bei den Rennen zur Deutschen Meisterschaft im Trial. Zum vierten Mal in Folge konnte der Ausnahmefahrer aus Regenstauf, der für den MSC Pfatter an den Start geht, den Titel des Deutschen Trial-Seniorenmeisters einfahren. Verteidigen konnte er auch den hervorragenden fünften Platz beim „Final Classification European OVER 40 CUP 2015“.

„Gerade international war die Beteiligung riesengroß und mit vielen ehemaligen Weltmeisterschaftsteilnehmern aus Deutschland, Italien, Schweiz, Slowakei, Niederlande, Spanien, Frankreich, Belgien, Schweden, Tschechei und Österreich ganz stark besetzt“, berichtet der Spitzensportler.

Der Reiz an diesen Wettkämpfen liegt für Peter Mohr in den vielen schönen Natursektionen, in denen die Touren gefahren werden. „In Schweden etwa lag der Start in einem Tal, die Sektion, also die Tourenstrecke führte bis hinauf auf 2500 Meter. Das war einfach genial“, schwärmt Mohr.

Einen harten Zweikampf lieferte sich der MSC-Elitefahrer mit seinem härtesten Verfolger, Wolfgang Guttenberger vom MSC Fränkische Schweiz. „Den Grundstein für meinen späteren Erfolg konnte ich bereits am ersten Rennwochenende in Röhrnbach legen. Dieses Gelände mit seinen verzwickten Steinkombinationen kam mir gelegen. Außerdem hat es an beiden Tagen geregnet, so dass die Passagen extrem rutschig waren. Damit kam ich bestens zurecht. An beiden Tagen erzielte ich jeweils den Gesamtsieg. Diesen Punktevorsprung hielt ich bis zum letzten Rennen“, erzählt der Ausnahmefahrer.

Mannshohe Felsen sind für den Trailspezialisten kein Hindernis.
Mannshohe Felsen sind für den Trailspezialisten kein Hindernis. Foto: lbb

Seit er fünf Jahre alt ist, fährt der heute 47-Jährige Trial, vom englischen „try“, also „versuchen, ausprobieren“, mit geländegängigen Motorrädern - und steigert sein Leistungsvermögen noch von Jahr zu Jahr. Trial, das bedeutet meterhohe Steinbrocken, Baumstämme und Gefälle. „Man muss sich vorher überlegen, wie man über ein Hindernis kommt“, so Mohr. „Es kommt auf die Geschicklichkeit und auf die Balance an. “

„In den motorisierten Radsport bin ich durch meinen Vater praktisch hineingewachsen, denn er fuhr Moto-Cross-Rennen und ich habe ihm nachgeeifert. Als ich mit zehn Jahren fast so schnell war wie er, bremste mich mein Vater aber aus, bildlich gesprochen“, erinnert sich Peter Mohr lachend. Der Vater meinte, das hohe Tempo sei für den Jungen zu gefährlich

Beim Besuch einer Deutschen Meisterschaft im Trial, den der MSC Pfatter ausgerichtet hatte, war Peter Mohr dann Feuer und Flamme für diese technisch anspruchsvolle Sportart – auch deshalb, weil Motorcross-Rennen erst mit 16 Jahren erlaubt waren, im Trial die Altersgrenze jedoch bei zehn Jahren lag. Gleich in seiner ersten Saison konnte das jugendliche Talent vordere Plätze auf dem Podest einfahren – und blieb in der Erfolgsspur.

Im Laufe der Zeit verfeinerte Peter Mohr seine Fahrtechnik immer mehr. Bereits in jungen Jahren gewann er viele nationale und internationale Wettkämpfe. Und seither vergeht fast kein Wochenende, an dem er nicht an einem Rennen in Deutschland oder im benachbarten Ausland teilnimmt.

Was ihn an dieser Sportart so fasziniert, sei die Geschicklichkeit, beschreibt Mohr seine Leidenschaft: „Wir müssen eins werden mit unseren Maschinen. Denn wenn wir im unwegsamen Gelände über mannshohe Felsen oder Wurzeln, durch enge Kehren, um Bäume oder anderen Hindernissen fehlerfrei fahren, ja teilweise balancieren müssen, geht es rein um die Beherrschung unserer Motorräder. Wir dürfen mit den Füßen nicht den Boden berühren, denn dies gibt Strafpunkte.“ Peter Mohr fährt eine Sherco mit 300 Kubikzentimetern Hubraum. Das Gewicht: knapp 70 Kilogramm.

Peter Mohr fährt ein Motorrad der Marke Sherco, das 300 Kubikzentimeter Hubraum hat und nur knapp 70 Kilogramm wiegt.
Peter Mohr fährt ein Motorrad der Marke Sherco, das 300 Kubikzentimeter Hubraum hat und nur knapp 70 Kilogramm wiegt. Foto: lbb

In diesem Jahr legte der Trialfahrer nahezu 10 000 Kilometer zurück, um zu den Rennorten im In- und Ausland zu gelangen. „Neben dem großen zeitlichen Aufwand ist damit aber auch ein hoher finanzieller Aufwand verbunden, Sponsoren sind für diesen Sport nur sehr schwer zu finden“, bedauerter. Sehr dankbar sei deswegen dem MSC Pfatter. „Der Motorsportclub übernimmt die Hälfte der Lizenzgebühren sowie einen prozentualen Anteil der Fahrtkosten.“ Das sei nicht selbstverständlich.

Peter Mohrs Familie ist seine große Stütze. Beinahe jedes Wochenende ist er auf einer anderen Veranstaltung, das gehe nur mit der Akzeptanz der Familie. „Zum Glück stehen meine Frau und meine Tochter zu mir und begleiten mich so oft es geht. Sie sind mein kleiner Fanblock“, erklärt der Familienvater stolz.

Im Herbst stehen noch die letzten Wettkämpfe zum Alpenpokal an, wo er ebenfalls in aussichtsreicher Position liegt. Da die Rennen stets im freien Gelände stattfinden, ist im Winter Pause. Dann kann der Regenstaufer endlich der Familie mehr Zeit widmen. Er bekennt aber auch mit einem Augenzwinkern: „Im Alter werden die Regenerationszeiten nach so kräfteraubenden Wochenenden immer länger. So eine längere Fahrpause tut dann ganz gut“.

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