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Gemeinderat

Vereine fürchten um Heimat in Pfatter

Der Landgasthof Fischer ist das letzte Wirtshaus mit Saal, Kegelbahn, Schießstand und Theaterbühne. Er steht zum Verkauf.
Von Hans Biederer

Der Landgasthof Fischer-Stehr verfügt über einen Saal für Veranstaltungen, eine Kegelbahn, einen Schießstand und eine Bühne. Foto: lbb
Der Landgasthof Fischer-Stehr verfügt über einen Saal für Veranstaltungen, eine Kegelbahn, einen Schießstand und eine Bühne. Foto: lbb

Pfatter.Der alteingesessene Landgasthof Fischer-Stehr soll verkauft werden. Diese Nachricht hat in den vergangenen Tagen in Pfatter die Runde gemacht und wird heftig diskutiert. In erster Linie beschäftigt es die Vereine, die dort eine Heimat haben, aber auch viele Gemeindebürger – und jetzt auch den Gemeinderat bei seiner jüngsten Sitzung.

Nach den Schließungen des Gasthauses Gierstorfer und der „Pfatta Morgana“ mussten sich viele ein neues Vereinslokal suchen. Jetzt befürchten so manche, dass auch der letzte verbliebene Gastronomiebetrieb mit großem Saal für Veranstaltungen, Kegelbahn, elektronischem Schießstand und Theaterbühne vielleicht schon bald Vergangenheit sein könnte.

Stellvertretender Bürgermeister Christoph Ebner berichtete in der Gemeinderatssitzung, dass er sowohl mit der Wirtin des Landgasthofs Fischer-Stehr als auch deren Sohn Gespräche geführt habe. Nach Aussage der Wirtin gebe es verschiedene Interessenten. Sie gab zu verstehen, dass es ihnen am liebsten wäre, wenn sich ein Käufer fände, der das Wirtshaus weiterführt, berichtete Ebner.

Zu befürchten sei jedoch, dass ein Investor in die Gaststätte zum Beispiel Wohneinheiten einbaue, stellte Ebner in den Raum. Die Vereine stünden in dem Falle ohne Räume da. Jeder solle sich einfach mal Gedanken dazu machen, schlug Ebner vor.

Wirtshaus oder Wohnungen?

Bürgermeister Jürgen Koch sah keinen Handlungsbedarf und sagte: „Haben wir einen Wirt in unseren Reihen? Als Gemeinde halten wir uns vorerst auf Distanz. Wenn wir das Gebäude kaufen, müssten wir es weiterverpachten“.

Auch für Thomas Werner wäre es wichtig, das Wirtshaus am Leben zu erhalten. „Sollten dort Wohnungen eingebaut werden, müsste der neue Eigentümer bei der Gemeinde eine Nutzungsänderung beantragen. Hier haben wir ein Wörtchen mitzureden.“ Gerd Zirngibl erinnerte Bürgermeister Jürgen Koch an die freie Finanzspanne in Höhe von 380 000 Euro, die der Gemeinde zur Verfügung stehe. Jürgen Koch erwiderte: „Wir haben mit unserem Haushalt zu wirtschaften.“

Umrüstung auf LED

  • Straßenbeleuchtung:

    Nach der Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED stellte sich heraus, dass die ursprünglich geplante Betriebsdauer der Leuchten von 50 000 Stunden um 10 000 zu hoch angesetzt war.

  • Wechsel:

    „250 der 360 verbauten Leuchten wurden bereits auf Kulanzbasis durch die Firma Heider gewechselt“, erklärte dazu Bürgermeister Jürgen Koch.

Über neue Außen-Spielgeräte dürfen sich die Kleinen im Kinderhaus „Storchennest“ freuen, was ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung des Gemeinderats zeigte. Nach dem Neubezug im Herbst 2017 steht nur noch die Gestaltung des Gartens beim Kinderhaus an. Bürgermeister Koch informierte, dass auf dem Areal mehrere neue Spielgeräte wie etwa ein Schiff, eine Wasserrutsche, ein Kletterturm oder auch Schaukeln errichtet werden sollen. Im Haushalt sind dafür 38 000 Euro eingestellt. Bei den drei eingegangenen Angeboten solle jedoch nicht das günstigste, sondern das um etwa 10 000 Euro teurere Angebot der Firma Westfalia (48 717 Euro) angenommen werden. Dieses werde vom Kinderhaus-Personal favorisiert, so Koch.

Mehr Geld für Spielgeräte

Auf Nachfrage gab er bekannt, dass die drei Angebote, obwohl sie alle dieselben Geräte beinhalten, nicht direkt miteinander verglichen werden könnten. Thomas Werner sprach sich dafür aus, dem Wunsch des Kindergartenpersonals zu entsprechen. Einstimmig erhielt die Firma Westfalia den Zuschlag.
Das seit Jahren viel diskutierte Thema „Schließtage im Kindergarten“, scheint nun endgültig abgeschlossen zu sein. „Damit im Kinderhaus für das nächste Jahr geplant werden kann, müssen wir eine Entscheidung treffen“, führte der Bürgermeister an. Rückblickend stellte er fest, dass seit 2017 stets 25 Schließtage sowie zwei Tage Teamfortbildung und ein Tag für einen Betriebsausflug festgelegt wurden. Da sich diese Anzahl, laut Thomas Werner, bewährt habe, sollte dies so beibehalten werden. Mit zwei Gegenstimmen wurde dem zugestimmt.

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