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Theater

Wie der Opa so die Enkelin

Bereits in der dritten Generation spielen Hans Schwimmbeck, Tochter Helga Bäumel und Enkelin Verena in der Theaterguppe.
von Hans Biederer

  • Neben der Rolle des feurigen Liebhabers spielte Hans Schwimmbeck (rechts im Bild) unter anderem einen feschen Postillion oder einen Hirtabua. Foto: lbb
  • Verena Bäumel glänzte bei ihrem Debüt in der Rolle der Finanzbeamtin.

Pfatter.Das Theater-Gen „pflanzt“ sich im sprichwörtlichen Sinn in der Gärtner-Familie Schwimmbeck fort. Bereits in der dritten Generation spielen Hans Schwimmbeck, Tochter Helga Bäumel und Enkelin Verena auf der Theaterbühne in Pfatter. Wenn sich bei der Premiere heuer der Vorhang öffnet, stehen Mutter und Tochter erstmals sogar gleichzeitig auf der Bühne im Landgasthof Fischer-Stehr.

Ein Jubiläum kann Helga Bäumel feiern: Vor genau 40 Jahren spielte sie zum ersten Mal. Ihre erste Rolle ist immer noch präsent: „Ich spielte den Sommergast Clara Fein. Trotz strenger Bewachung durch meine Tante habe ich zum Schluss dann doch noch meinen Schatz geheiratet.“

Aufregende Anekdote

Sie vergleicht das Theaterspielen gar mit einer Sucht. „Wenn dich der Virus erwischt, lässt er dich nicht mehr los“, versichert die Pfatterin. Hier sei nicht nur der Applaus der Zuschauer ausschlaggebend, sondern einfach die Freude am Spielen auf der Bühne. Viel Probenzeit opfern die Spieler dafür. „Je nachdem, wie umfangreich die Rolle ist, investieren wir auch zuhause noch viel Zeit. Besonders dann, wenn man eine Hauptrolle spielt“, sagt sie. Mehrfach verkörperte sie die Hauptrolle. Das sei schon immer eine Herausforderung, meint sie. Das Auswendiglernen bereitete dagegen nie ein Problem.

„Früher war das alles unprofessioneller. Wir machten zwischendurch immer wieder Gaudi und Blödsinn. Da kam es schon einmal vor, dass wir bei der Aufführung ein paar Seiten ausgelassen haben. Das haben wir dann gekonnt überspielt. Sowas gibt es heutzutage nicht mehr. Heute proben wir professioneller“, lacht Helga Bäumel. In ihrer Anfangszeit führte Hans Speckner Regie. Später übernahm der heutige Ehrenvorsitzende des Männergesangvereins, Franz Piendl. Spaß hat es immer gemacht. Der Lohn für die Mühen der Proben ist der Applaus des Publikums. Bei Hängern musste oftmals improvisiert werden, denn die Hinweise der Souffleuse höre man oft nicht, so aufgeregt sei man, beteuert sie.

Dann weiß sie noch eine aufregende Anekdote zu erzählen: „Helga Kaspar ging einmal viel zu früh von der Bühne. Wie sollte ich nun weiterspielen, fragte ich mich. Spontan fiel mir der Satz ein: ,Guad, dann geh’ I hold a scho ins Bett.‘ Keinem ist das aufgefallen“, versichert sie. Beim diesjährigen Stück „Hollywood in Hollerbach“ von Toni Lauerer spielt Helga Bäumel eine Nachbarin, die es wegen einer Filmaufnahme mit einem unattraktiven Liebhaber zu tun hat.

Im Lauf der Jahre ist der Funke der Begeisterung auf Tochter Verena übergesprungen. Sie gab der Mutter zu verstehen, dass sie gerne mitspielen würde, falls es eine Rolle für sie gäbe. Vor zwei Jahren war es dann soweit.

Furore beim Debüt

Mit 70 Einsätzen erhielt Verena die Rolle der strengen Finanzbeamtin und sorgte bei ihrem Debüt gleich für Furore. „Hervorragend gespielt, eine herrliche Darbietung“, urteilte damals Theaterkenner und Ortsheimatpfleger Theo Herwicht.

Heuer spielt sie bereits die Hauptrolle der jungen Studentin der Filmhochschule und steht im zweiten und dritten Akt ohne Unterbrechung auf der Bühne. „Das flößt mir doch schon einen großen Respekt ein“, sagt sie.

Froh ist Verena darüber, dass sie nicht singen muss, wie ihre Mutter das bei früheren Aufführungen gemacht hat. Dankbar ist sie dem erfahrenen Theaterhasen und Regisseur Josef Blank, von dem sie wertvolle Tipps zur Gestik und Mimik erhält.

Der heute 90-jährige Hans Schwimmbeck hatte erstmals 1951 auf der Bühne gestanden. „Zu dieser Zeit spielte der Männergesangverein zur Weihnachtzeit Theater. Ich stand aber auch für den Sportverein auf der Bühne“, sagt Hans Schwimmbeck. Er ist mächtig stolz, dass Tochter und Enkelin ebensolche Freude am Theaterspielen haben wie er es hatte.

„Nach der Hochzeit durfte ich nicht mehr spielen, denn auf der Bühne standen immer junge hübsche Frauen“, scherzt der Senior augenzwinkernd. Neben der Rolle des feurigen Liebhabers spielte er unter anderem einen feschen Postillion oder einen Hirtabua. Theater gespielt wurde damals in den Wirtshäusern Gierstorfer und Hilz sowie einmal im ehemaligen Voglmeier-Wirtshaus.

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