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Trend

Wirtshaus für Pfatter mit viel Charme

In Pfatter starben zuletzt viele Gaststätten. Nun gibt’s eine positive Entwicklung: Die Schmalzls eröffneten den Fisch-Stodl.
Von Hans Biederer

Gäste schätzen die familiäre Atmosphäre im Fisch-Stodl, wo der Wirt und seine Frau sich gerne mit an den Tisch setzen. Foto: Biederer
Gäste schätzen die familiäre Atmosphäre im Fisch-Stodl, wo der Wirt und seine Frau sich gerne mit an den Tisch setzen. Foto: Biederer

Pfatter.In den vergangenen Jahren wurde in Pfatter ein Wirtshaus nach dem anderen geschlossen. Immer mehr Wirte sperrten ihre Betriebe zu, sei es, weil sie keine Nachfolger mehr fanden, weil es Schwierigkeiten mit dem Personal gab oder einfach die Rentabilität fehlte. Vor Jahren noch zählte man in Pfatter sechs Wirtshäuser, heute hat man noch eineinhalb. Wirtin Gabi Stehr hat auch schon angekündigt, das Gasthaus Fischer bald zu verkaufen. Immerhin – vor einem Jahr kehrten Birgit und Stefan Schmalzl den Trend ein wenig um: Sie eröffneten den Fisch-Stodl. Der kleine Gastronomiebetrieb hatte sich schnell herumgesprochen und erfreute sich innerhalb kurzer Zeit großer Beliebtheit. Das Konzept des Donaufischers und seiner Frau ging auf.

In der Dorfmitte gelegen

Wie die beiden auf ihre Wirtshaus-Idee gekommen sind, erzählen sie im Gespräch mit der Mittelbayerischen.

Familienbetrieb: Die alte, originale Schänke stammt aus dem ehemaligen Hilz-Wirtshaus. Während Stefan Schmalzl einschenkt, in der Küche oder am Grill steht, bewirten Ehefrau Birgit und die beiden Töchter Lena und Linda. Die Gäste schätzen die familiäre Atmosphäre.
Familienbetrieb: Die alte, originale Schänke stammt aus dem ehemaligen Hilz-Wirtshaus. Während Stefan Schmalzl einschenkt, in der Küche oder am Grill steht, bewirten Ehefrau Birgit und die beiden Töchter Lena und Linda. Die Gäste schätzen die familiäre Atmosphäre.

„Wir brauchten zu unserer bestehenden Fischbraterei nicht nur ein zweites, sondern auch ein drittes Standbein.“ Mit dem ehemaligen Fischerhaus, das strategisch günstig in der Dorfmitte und an der Hauptstraße gelegen ist, hätten sie das perfekte Objekt gefunden und zunächst den Fischladen eröffnet. „Zudem war es für mich als Berufsfischer von Vorteil, dass das Grundstück auf der Nordseite eine direkte Anbindung zum Altwasser hat“, erklärt Stefan Schmalzl.

Zuletzt wurde dieses Gebäude als Wohnanwesen genutzt. Allerdings sei hier früher eine Metzgerei ansässig gewesen, erinnert sich Stefan Schmalzl. Nach sehr viel Arbeit beim Renovieren und Sanieren des Gebäudes sowie der zeitraubenden Einholung aller erforderlichen Erlaubnisse eröffneten die Schmalzls 2011 den ersten Fischladen im Ort. Auf die Idee, in die Gastronomie einzusteigen, kam das Ehepaar durch eine Anregung von Freunden, die bedauerten, dass die begehrten Steckerlfische nur auf der Dult oder bei Festen zu bekommen seien, aber nie zuhause in Pfatter.

Begonnen hatte dann alles mit der Ausrichtung eines Geburtstages für einen guten Freund. Notdürftig hatte Stefan Schmalzl dafür einen Teilbereich des Stodls für die Feier hergerichtet. Dieser Abend war letztendlich der Start für das Projekt „Fisch-Stodl“.

Fangfrische Fische: Jeden Tag fährt Stefan Schmalzl, einer der letzten Donaufischer Bayerns, hinaus und holt die regionalen, gesunden Delikatessen aus dem Altwasser der Donau, die fangfrisch auf dem Teller landen. Gefangen werden u. a. Barsche,Hechte, Zander, Karpfen und Waller.
Fangfrische Fische: Jeden Tag fährt Stefan Schmalzl, einer der letzten Donaufischer Bayerns, hinaus und holt die regionalen, gesunden Delikatessen aus dem Altwasser der Donau, die fangfrisch auf dem Teller landen. Gefangen werden u. a. Barsche,Hechte, Zander, Karpfen und Waller.

Ein Holzboden sowie isolierte Wände und eine Holzdecke folgten. Der Fisch-Stodl ist im Prinzip kein Stadel, sondern ein Gebäude mit dicken Außenwänden. „Diesen urigen Charakter von Holz und altem Mauerwerk wollten wir beibehalten“, sagt der Donaufischer. Stolz sind Birgit und Stefan Schmalzl vor allem über die originalgetreue Einrichtung. Die riesengroße Eckbank stammt aus dem ehemaligen Hilz-Wirtshaus und späteren Kulturwirtshaus Pfatta Morgana, das vor kurzem abgerissen wurde. Damit wurde auch ein Stück persönlicher Geschichte gerettet, denn das Hilz-Wirtshaus gehörte früher der Großmutter von Stefan Schmalzl. Auch die Schänke aus der Gaststätte steht jetzt bei den Schmalzls.

Detailverliebte Ausstattung

Für die detailverliebte Ausstattung mit emaillierten Schnopfahaferl und altem Ton- und Porzellangeschirr war Birgit Schmalzl als leidenschaftliche Flohmarktbesucherin verantwortlich.

Speisekarte: Auf der kleinen Speisekarte stehen regionale Fischspezialitäten wie Barsch- oder Lachsforellenfilet, frittiert oder in der Pfanne gebraten und der weithin bekannte Steckerlfisch. Ein oder zwei fischlose Gerichte wie Käseplatte oder Schnitzel gibt es auch.
Speisekarte: Auf der kleinen Speisekarte stehen regionale Fischspezialitäten wie Barsch- oder Lachsforellenfilet, frittiert oder in der Pfanne gebraten und der weithin bekannte Steckerlfisch. Ein oder zwei fischlose Gerichte wie Käseplatte oder Schnitzel gibt es auch.

Der Fisch-Stodl ist allerdings kein Wirtshaus im klassischen Sinn, denn in der Regel ist nur freitags geöffnet. Auf Anfrage läuft der Gastronomiebetrieb aber auch für Familienfeste, Feiern und Jubiläen an anderen Tagen.

Franz und Isabella Binder vom Arbeitskreis Kultur Pfatter (AKK) freuen sich, mit dem Fisch-Stodl ein weiteres Lokal für den Hoagartn gefunden zu haben. Das Ambiente biete sich für diese Veranstaltung förmlich an, meinen die beiden. Am Dienstag, 7. Mai, findet erstmals der Hoagartn im Fisch-Stodl statt. Drei Tage zuvor, am 4. Mai, findet ein Tanz in den Mai statt, der vom Nachbarschaftshilfeverein organisiert wird. Geschlossen bleibt der Stodl, wenn Schmalzl auf der Dult und am Christkindlmarkt vertreten ist.

Wirtin Birgit: „Ich genieße es, wenn ich meine Gäste bedienen kann. Als geselliger Mensch finde ich es ganz wichtig, dass im Ortskern Wirtshäuser erhalten bleiben, zu denen man auch zu Fuß gehen kann“, so die Wirtin. Immer wenn es ihre Zeit erlaubt, gesellt sie sich zu ihren Besuchern.
Wirtin Birgit: „Ich genieße es, wenn ich meine Gäste bedienen kann. Als geselliger Mensch finde ich es ganz wichtig, dass im Ortskern Wirtshäuser erhalten bleiben, zu denen man auch zu Fuß gehen kann“, so die Wirtin. Immer wenn es ihre Zeit erlaubt, gesellt sie sich zu ihren Besuchern.

In der warmen Jahreszeit wartet der vorgelagerte Biergarten auf Gäste. Gerade darauf freuen sich die Pfatterer, denn ein solcher fehlte schon seit langem, bedauerte man allgemein. Bereits beim Fastenmarkt strömten so viele Gäste in den Hof vor dem Fisch-Stodl, dass der Ansturm fast nicht mehr zu bewältigen war.

Diskussion

Bürger fordern: Wirtshaus soll bleiben

Der Verbleib des Gasthauses Fischer-Stehr als Gastronomiebetrieb im Ortskern von Pfatter ist den Bürgern ein Anliegen.

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