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Baugebiet

Bauplätze beim Kloster sind verkauft

Pielenhofen ist beliebt. Schnell schreitet die Fertigstellung der neuen Häuser „An den Klostergründen“ voran.
Von Andrea Leopold

Das neue Baugebiet liegt links vom Kloster parallel zur Staatsstraße. Foto: Leopold
Das neue Baugebiet liegt links vom Kloster parallel zur Staatsstraße. Foto: Leopold

Pielenhofen.Reges Treiben herrscht zur Zeit im neuen Baugebiet „An den Klostergründen“. Bagger und Lastwagen fahren ein und aus, Bauherren, Architekten und Handwerker geben sich die Klinke in die Hand. Ungerührt von den Aktivitäten steht das altehrwürdige Kloster neben der eindrucksvollen Pfarrkirche. Der Gemeinde ist es doch noch gelungen, die Bedenken von Naturschutz und Denkmalpflege zu zerstreuen, was die Sicht auf die Klosteranlage betrifft.

Da die Gemeinde umzingelt ist von Landschaftsschutzgebieten, Wasserschutzgebieten und FFH-Gebieten, waren der Kauf der Klosterökonomie, also der Grundbesitz außerhalb der Klostermauern, die einzige Chance seit 20 Jahren für die aufstrebende Gemeinde, um Bauplätze anbieten zu können. Dazu wurden 1,9 Hektar Grund aus dem Landschaftsschutzgebiet herausgenommen. Es wurden 33 Bauplätze ausgewiesen, vier sind noch dazugekommen. Die Grundstücke haben eine Größe zwischen 600 und 700 Quadratmetern. Ein Haus steht bereits, der erste Besitzer zieht noch im August ein.

Der Verkauf

  • Kosten:

    Variable Kosten, die noch hinzukommen: Herstellungskosten für Wasser, Grunderwerbsteuer (3,5 Prozent ) aus Grundstückspreis

  • Notar:

    Notarkosten, Grundbucheintragungskosten, Stromanschluss

  • Telekommunikation:

    Anschluss Telekommunikationsanlage

  • Nahwärme:

    Anschluss ans Netz

Vier Parzellen kamen noch dazu

„Es ging zu um die Bauplätze“, berichtet Bürgermeister Ferstl, „innerhalb von nur zwei Monaten waren alle Bauplätze restlos verkauft.“ Es seien später noch vier Bauplätze dazugekommen. „Das Kap-Institut wollte dort ein Erlebniszentrum aufziehen, die haben sich leider zurückgezogen. Wir haben die Plätze dann neu ausgewiesen, wir hatten 40 Bewerber, davon haben wir vier im Gemeinderat ausgewählt“, teilt Ferstl mit. Die Anwohner des Baugebietes seien an die Nahwärmeversorgung angeschlossen. „Das kostet etwas“, resümiert der Bürgermeister, „aber alle Bauherren konnten deshalb ohne Keller bauen. Die brauchen keine Heizung mehr, keine Öltanks, keinen Schornstein, keinen Kaminkehrer.“ Die Bauherren sparen sich rund 50 000 Euro. Der Ortskern könne gleich mit angeschlossen werden. Es wird mit Hackschnitzeln geheizt, das sei zur Zeit einmalig in der Region. Die Bauern hätten davon auch einen Vorteil, sie liefern die Hackschnitzel. An Vorgaben gäbe es das Dach, welches vorgeschrieben sei, es dürfe auch keine Photovoltaikanlage aufs Dach gebaut werden, da es sonst zu einer Spiegelung kommen könnte. Dies wollte das Landesamt für Denkmalpflege nicht. Der Vorbehalt, dass die Sicht auf das Kloster durch die Häuser eingeschränkt werde, konnte entkräftet werden. Es wurde deshalb nur eine niedrige Wohnhausbebauung genehmigt.

Gemeinde setzt auf Familien

Die günstigeren Bauplätze mit einem Preis von 160 Euro pro Quadratmeter lägen weiter vorne an der Staatsstraße, der Rest kostete 180 Euro, die Sahnestücke seien die Plätze direkt an der Naab mit 200 Euro pro Quadratmeter. Seit vier Wochen sind diese verkauft. Bei der Auswahl der Bewerber setzte die Gemeine auf einheimische Familien mit Kindern und verheiratet. Es wurde im Gemeinderat abgestimmt.

„Es ging zu um die neuen Bauplätze“, sagt Bürgermeister Reinhold Ferstl.
„Es ging zu um die neuen Bauplätze“, sagt Bürgermeister Reinhold Ferstl.

Direkt bei den idyllischen Bauplätzen an der Naab käme noch ein Badeplatz hinzu, nach dem Vorbild von Etterzhausen. Außerdem noch ein Dorfbackhaus, von der Gemeinde gebaut mit überdachtem Sitzbereich, die Anwohner können sich dort treffen, um Brot oder Pizza selber zu backen. Es werde in Eigenregie der Bewohner geheizt, die Gemeinde stelle das Haus zur Verfügung. Im ehemaligen Doktorhaus, das frisch renoviert wurde, werden mehrere Ferienwohnungen für Touristen geschaffen. Erweiterungsmöglichkeiten gäbe es aber jetzt keine mehr, informiert uns Ferstl.

„Der Gabler macht noch etwas“, meint er, „vorne bei der geplanten Mehrgenerationensiedlung entstehen nochmals 16 Häuser in Holzbauweise.“ Um ökologische Ausgleichsmaßnahmen zu schaffen, hat die Gemeinde in Kooperation mit dem Wasserwirtschaftsamt und der Unteren Naturschutzbehörde hochwertige Flächen entlang der Naab geschaffen, vom Kloster aufwärts einen knappen Kilometer. Es wurde ein Stück des Flusses in seinem natürlichen Lauf renaturiert.

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