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Kunst

Künstler stellen in Distelhausen aus

Kalligrafie, Malerei und Zeichnung gehen zusammen. Renata Heimerl und Johann Maierhofer zeigen ihre Arbeiten.
Von Andrea Leopold

Renata Heimerl, Carola Insinger und Johann Maierhofer vor einem Heimerl-Gemälde bei der Eröffnung der Ausstellung Foto: Leopold
Renata Heimerl, Carola Insinger und Johann Maierhofer vor einem Heimerl-Gemälde bei der Eröffnung der Ausstellung Foto: Leopold

Distelhausen.Warum nicht Zeichnungen, Bilder und Kalligrafien in einer Ausstellung zusammenführen? Wenn die Arbeit zwischen zwei Künstlern so gut funktioniert, kann auch die Kunst – so verschieden sie auch erscheinen mag – ein harmonisches Zusammenspiel ergeben. So geschehen in der Galerie Insinger in Distelhausen.

Der Kalligraph Johann Maierhofer präsentierte zusammen mit der Künstlerin Renata Heimerl im schönen Ambiente der Galerie in Distelhausen Originalbilder des Kallmünzer Kochbuches, Kalligrafien zu den „Oberpfälzer Geschichten“ sowie Zeichnungen aus dem Maierhofer-Roman „Sonnengeschichten“.
Seit März 2017 gibt Maierhofer die Zeitschrift „Kalligrafie aktuell“ heraus. Das Magazin ist ein Regensburger Produkt. Die Idee und Konzeption stammen von Johann Maierhofer. In den letzten Jahren sei bei ihm ein weiteres Steckenpferd dazugekommen: „Ich wende mich verstärkt dem Schreiben zu“, berichtet der Kalligraph.

Mittlerweile sind mit „Der kleine Prinz und der Mond“ und den „Sonnengeschichten“ zwei Bücher entstanden. Weiterhin gibt er Bücher über das Kalligrafieren heraus. Als Auftragsarbeiten übernahm Maierhofer die kalligraphische Gestaltung eines Meditationslabyrinthes in Schloss Spindlhof und die Fassadengestaltung des Künstlerhauses in Kallmünz. Er unterhält Ateliers in Neunburg vorm Wald, in St. Märgen im Schwarzwald und in der Dänzergasse in Regensburg. Viele Wochen verbringt er als Kursleiter auf Schloss Spindlhof und im Haus Werdenfels. Dazwischen reist er als Vortragender von Ort zu Ort. Er hat den Begriff der „Mukalesken“ erfunden. Das ist eine Kunstform bei der Musik, Kabarett und Lesungen zusammenkommen.

Berühmter Glaskünstler als Gast

Carola Insinger führt die Galerie seit zwölf Jahren. Zuerst wollte sie nur einmal in ihrem Leben eine Kunstausstellung machen. „Es ist unheimlich spannend und interessant, so verschiedene Menschen kennenzulernen“, erklärt die Galeristin. Sie organisiert vier Ausstellungen im Jahr, von Mitte April bis Ende Oktober. Der berühmte Glaskünstler Erwin Eisch hat schon bei ihr ausgestellt. Für sie ist es im Prinzip ein Vollzeitjob. Insinger: „Mir ist wichtig, dass ich tolle Künstler um mich habe, ein tolles Umfeld, das ist für mich eine Bereicherung.“ Sie wolle auch auf dem Land die Kunst an den Mann oder die Frau bringen.

Renata Heimerl wurde schon in der Kindheit von ihrem Vater zur Malerei angehalten. In Tschechien tat sie sich jedoch schwer, die nötigen Verbindungen zu knüpfen, da der Vater in einer antikommunistischen Bewegung aktiv war. Sie durfte deshalb nicht studieren. Daher lernte sie zuerst Bürokauffrau, um ihre Miete bezahlen zu können. Zehn graue Jahre lagen hinter ihr, als sie 1985 den Entschluss fasste, über Kroatien in die Bundesrepublik zu flüchten. Da sie aus einer deutschen Familie stammte, bekam sie schnell einen deutschen Pass. Mittlerweile hat sie sich hier etabliert. Von ihr gibt es Ausstellungen in der Schweiz und in Tschechien.

Beziehungen sind nützlich

„Ich möchte nur malen, eine Ausstellung selber organisieren, das kann ich nicht“, gibt sie offen und ehrlich zu. Die Beziehungen helfen ihr dabei, vor allem die fruchtbare Zusammenarbeit mit Johann Maierhofer. Nach einer misslungenen Handoperation konnte sie den Pinsel in der rechten Hand nicht mehr halten. Sie sei aber sehr dankbar für diese OP, denn danach fing sie mit dem Zeichnen an. Heimerl: „Mich interessieren Menschen und Porträtzeichnungen, das zieht mich in den Bann. Ich muss immer irgendetwas kritzeln, zur Zeit sind es Comic-Zeichnungen.“

Geplant hat sie, die Zusammenarbeit mit Maierhofer zu verstärken, er liefere die Ideen, und sie setze diese in Comic-Zeichnungen um. „Auf Befehl oder nach Stundenplan geht gar nichts!“, stellt sie fest. Inspiriert wird sie vom Wald, ihrem Garten und dem Weiher. „Wenn ich eine neue Methode ausprobieren kann, das ist mein Leben. Ich bleibe jedoch der Malerei und Zeichnerei treu“, nimmt sie sich vor.

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