MyMz
Anzeige

Experiment

Projekt in Pielenhofen hat sich bewährt

Die Fachakademie für Soziale Arbeit hat ihr erstes Jahr erfolgreich gemeistert. Die Natur wird pädagogisch genutzt.
von Meike Jordan

Die Studierenden an der Fachakademie für Soziale Arbeit lernen, Kinder beim Forschen und Experimentieren professionell zu begleiten. Fotos: Jordan
Die Studierenden an der Fachakademie für Soziale Arbeit lernen, Kinder beim Forschen und Experimentieren professionell zu begleiten. Fotos: Jordan

Pielenhofen.Ein erfolgreiches Jahr geht zu Ende. Das Pilotprojekt der Fachakademie für Soziale Arbeit in Pielenhofen war ein voller Erfolg. 22 junge Frauen und ein Mann durften dieses Jahr die neugegründete Schule für angehende Erzieher und Erzieherinnen besuchen und werden nächstes Jahr in die zweite Klasse aufsteigen. Anschließend steht ihnen noch ein Jahr Berufspraktikum bevor, dann gehören sie zu den dringend benötigten und ebenso gut ausgebildeten Erziehern.

„Wir sind wirklich stolz darauf, dieses Jahr so erfolgreich hinter uns gebracht zu haben“, schwärmte Heidrun Pengler, die Leiterin der Fachakademie in Pielenhofen: „Alle haben dieses Jahr bestanden und wir können auf ein ereignisreiches Jahr zurückblicken.“

Jürgen Ebkemeier, zweiter Bürgermeister von Pielenhofen, ist stolz, dass gerade hier eine Schule für Erzieher entstanden ist. Traditionsgemäß sei die Gemeinde Pielenhofen schon immer Schulstandort gewesen. Ebkemeier erinnerte an das Jahr 1839, als eine „höhere Töchterschule“ im Kloster gegründet wurde. „Die Domspatzen lernten hier, vor mehr als zehn Jahren nahm die private Herder-Realschule ihren Betrieb auf“, sagte Ebkemeier. Und nun gebe es auch noch die Fachakademie. „Die Gemeinde Pielenhofen freut sich über die gute Zusammenarbeit mit der Schulleitung und ist stolz darauf, dass mit dem Einzug der Fachakademie das Gebäude der ehemaligen Grundschule wieder der Wissensvermittlung dient und somit Schulstandort und Dorfleben noch bunter und vielfältiger geworden sind.“

Naturwissenschaften im Fokus

Der Standort Pielenhofen habe sich auf alle Fälle bewährt, bestätigte auch Pengler, vor allem, weil sie hier ganz besondere Möglichkeiten habe, den Schwerpunkt MINT umzusetzen. MINT umfasst die Qualifizierung der angehenden Erzieher für eine alltagsintegrierte naturwissenschaftliche Bildung. Die Studierenden lernen dabei intensiv, Kinder beim Forschen, Fragen und Experimentieren in Natur und Technik professionell zu begleiten. Der Schwerpunkt liegt Pengler sehr am Herzen: „Wir denken, es ist wichtig, keine Angst vor der zunehmenden Digitalisierung zu haben, sondern das Interesse der Kinder und auch der Studierenden an den neuen Medien zu nutzen, um sie zu kreativen und zugleich kritischen Mediennutzern heranzubilden.“

Heidrun Pengler ist mit dem Pilotprojekt Fachakademie zufrieden. Foto: Jordan
Heidrun Pengler ist mit dem Pilotprojekt Fachakademie zufrieden. Foto: Jordan

Der ländliche Standort habe aber auch andere Vorzüge. Die Natur direkt vor der Haustür mache es den Lehrern leicht, Naturraumpädagogik, Natur und Technik nahezubringen. Nächste Woche würden die Schülerinnen eine Kanutour durchs Naabtal machen. Gerade solche gemeinsamen Aktivitäten würden den Unterricht ungemein bereichern.

Auch die Räumlichkeiten in der ehemaligen Grundschule seien sehr gut geeignet, dass man eigenverantwortlich handeln kann, erklärte Pengler. „Wir haben einen wirklich gut ausgestatteten Physik-Chemie-Biologie-Raum, den wir nutzen dürfen, eine große Werkstatt für die praktischen Arbeiten und seit Kurzem auch den ganzen zweiten Stock.“ Pengler betonte immer wieder, wie gut die Fachakademie in der Gemeinde aufgenommen werde. Sie erhalte sämtliche Unterstützung, die sie brauche.

Das MINT-Projekt „Biene“

  • Beispiel:

    Die „Biene“ ist ein Projekt innerhalb des Fachs Mathematisch Naturwissenschaftliche Erziehung. Die Fachakademie hat sich dazu ein Bienenvolk zugelegt, das auf Gemeindegrund steht und von der Leiterin und einigen Schülerinnen betreut wird.

  • Ziel:

    Beim Projekttag geht es nun darum, Grundschulkindern, in diesem Fall Kinder des Parter-Rupert-Mayer Zentrums Regensburg, zu vermitteln, was man alles über die Biene wissen kann. Alles wird dabei an das Niveau eines acht- bis zehnjährigen Kindes angepasst.

An zwei Tagen findet der Unterricht der Schüler und Schülerinnen in Regensburg am Beruflichen Schulzentrum statt, an drei Tagen in Pielenhofen. Das empfindet Pengler als Bereicherung. Studierende und Lehrkräfte würden so gut eingebunden an das Berufliche Schulzentrum mit allen seinen Vorteilen wie Verwaltung, Mensa und Schulaktionen.

Nachfrage steigt

Gleichzeitig könnten alle an drei Tagen in „ihrer“ Fachakademie in Pielenhofen unter sehr guten räumlichen Bedingungen und materieller Ausstattung lernen und lehren. Auch Ernestine Schütz, Schulleiterin des Beruflichen Schulzentrums Regensburger Land, ist stolz auf die Einrichtung: „Nach kritischer Selbstprüfung und Anbetracht der diesjährigen Anmeldezahlen bin ich überzeugt, gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern werden wir unter den sehr erfolgreich arbeitenden Fachakademien in der Oberpfalz unseren Platz als anerkannte Bildungseinrichtung einnehmen.“

Die nächste Klasse wird nach Auskunft von Heidrun Pengler noch besser besucht sein, als die bisherige. 29 Schüler seien für den Jahrgang angemeldet. Als besonders erfreulich wertete Pengler, dass vier Männer im Kreis der Schüler seien.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht