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Beschluss

Pläne für den alten Pfarrhof Altenthann

26 000 Euro kostet eine Untersuchung, die die Zukunft des Pfarrhof Altenthann und des Klosters Frauenzell klären soll.
Von Heiner Stöcker

  • Wie geht es mit dem Pfarrhof weiter? Jetzt sollen die Pläne zusammen mit dem Kloster Frauenzell auf den Prüfstand. Foto: Michael Jaumann/Archiv
  • Landrätin Tanja Schweiger leitete die Sitzung. Foto: Lankes/Archiv

Altenthann.Anfassen und begreifen – das sollen die Besucher im geplanten interkommunalen Kulturzentrum Altenthann – Himmeltal – Kloster Frauenzell. Aber bis es so weit ist, wird noch einige Zeit vergehen. In seiner Sitzung am Montag gab der Kreisausschuss für Familie und Gesundheit, Kultur, Sport und Freizeit Mittel in Höhe von 26000 Euro frei. Die sollen für eine Voruntersuchung aufgewendet werden, die den alten Pfarrhof Altenthann sowie das Kloster Frauenzell unter die Lupe nimmt. Dort soll das Kulturachse-Ost-Leitprojekt weiterentwickelt werden.

Zusammenarbeit der Gemeinden

Die interkommunale Arbeitsgemeinschaft „Kulturachse Ost“ besteht aus den Gemeinden Altenthann, Brennberg und Donaustauf. Die hatten bis Ende 2017 ein Entwicklungskonzept für die beiden Liegenschaften erarbeiten lassen. Ein Vorschlag daraus: Mittelfristig solle es eine enge Verbindung zwischen dem im ehemaligen Pfarrhof neuformierten Heimatmuseum des Landkreises und dem Klosterareal im benachbarten Frauenzell geben. Weitere kulturelle Partner aus der Region könnten mit ins Boot geholt werden.

Weitere Punkte der Sitzung

  • Kulturpreise:

    Der Ausschuss beschloss einstimmig, auch im Jahr 2019 einen mit insgesamt 5000 Euro dotierten Kulturpreis des Landkreises, einen mit 1000 Euro dotierten Jugendkulturpreis sowie einen undotierten Kulturpreis für das Lebenswerk zu vergeben.

  • Kunst am Bau:

    Einstimmig stimmte das Gremium dem Beschlussvorschlag zu, für die Erweiterung des Gymnasiums Lappersdorf einen Wettbewerb „Kunst am Bau“ auszuloben.

  • Förderung:

    Der Ausschuss beschloss, dass ab dem Schuljahr 2019/20 musikalische Bildungseinrichtungen, wie zum Beispiel Musikvereine und -kapellen, analog zu den Musikschulen gefördert werden. Die Förderrichtlinien von 2015 werden entsprechend neu gefasst.

  • Absage:

    Die Verwaltung prüfte, ob Schulen bei der Nutzung des Medienzentrums von Entgelten befreit werden können. Laut Beschluss bleibt die Entgeltordnung weiter in der Fassung von 2018 gültig.

Lydia Lehner vom Architektenbüro A2, Andreas Schubert vom gleichnamigen Architekturbüro und der Historiker Prof. Dr. Gerhard Waldherr von Cultheca stellten dem Kulturausschuss ihre Ideen für das neu zu schaffende Museum vor. Das Heimatmuseum Altenthann solle nicht einfach von der Mehrzweckhalle in den alten Pfarrhof hineinverlagert werden.

Professor Gerhard Waldherr stellte das Konzept mit vor. Foto: Haala/Archiv
Professor Gerhard Waldherr stellte das Konzept mit vor. Foto: Haala/Archiv

„Wir wollen eine völlige Neukonzeption“, sagte Professor Waldherr. „Vergessen Sie alles, was Sie mit Heimatmuseum verbinden. Stellen Sie sich einen Ort vor, wo ich die Dinge anfassen kann, wo ich die Dinge ausprobieren kann und wo die Informationsvermittlung über ganz andere Kanäle läuft.“ Die Cultheca-Verantwortlichen wollen das Zielpublikum aktiv einbinden – sie sollen die Inhalte im besten Sinne des Wortes „begreifen“.

Dieses Kulturzentrum Pfarrhof/Kloster könne stufenweise ausgebaut werden, erläuterte Professor Waldherr. In einer ersten Stufe soll zum Beispiel Museumsbetrieb in Altenthann sowie ein Teil des Klosterareals als Veranstaltungsort oder für Ausstellungen entstehen. Auch im Kloster könnten Exponate unter dem Stichwort „Frömmigkeit“ gezeigt werden.

„Vergessen Sie alles, was sie mit Heimatmuseum verbinden“

Prof. Dr. Gerhard Waldherr, Cultheca

Damit die Idee des interkommunalen Kulturzentrums Altenthann – Himmeltal – Kloster Frauenzell umgesetzt werden kann, muss der Landkreis viel Geld in die Hand nehmen. In ihren Schätzungen sprachen die Architekturbüros von 2,79 Millionen Euro für das Kloster und 4,536 Millionen Euro für den Pfarrhof. Insbesondere die letzte Summe könne noch Schwankungen unterworfen sein, sagte Lydia Lehner vom Architektenbüro A2.

„Grundsätzlich ist zu den hier aufgeführten Preisen festzustellen, dass die momentane Preisentwicklung im Bausektor rasant verläuft und nur kurzfristige Prognosen zulässt“, heißt es in dem Konzeptpapier. Sollten die vorgestellten Maßnahmen erst in Jahren zur Umsetzung gelangen, sei die Kostenschätzung entsprechend anzupassen.

Der Kreistag steht mit seiner Entscheidung unter Druck. Zum einen durch die Öffentlichkeit. Seit Ende April 2014 gehört der alte Pfarrhof aus dem 18. Jahrhundert der Gemeinde Altenthann – und der Landkreis hat ihn im Zugriff. Ungeduld macht sich breit. Zum anderen durch die Zeit. Der Bau ist dringend sanierungsbedürftig. Seit Jahren überlegt der Landkreis, was mit dem Areal anzufangen ist.

Kreisrätin Marianne Mayer (SPD) hatte Bedenken – vor allem, was die Kosten angeht. „Ich weiß nicht, wie da so viele Gäste hinkommen sollen. (...) Mir liegt eher die Jugendarbeit am Herzen. Da stecke ich lieber Geld hinein.“

Erst die Untersuchung

Dr. Rudolf Ebneth (CSU) brachte es auf den Punkt. Als der Kreis den Pfarrhof erwarb, „war klar, dass dort etwas entstehen soll, das nichts anderes ersetzt“ – ein Alleinstellungsmerkmal. Das vorgestellte Konzept gefalle ihm. „Da wollen wir hin – die Frage ist, ob wir hinkommen können. Wir haben nicht über ein Neun-Millionen-Projekt zu beschließen, sondern wir haben zu beschließen über einen Untersuchungsauftrag für 26 000 Euro.“ Dabei sei offen, ob sich der Kreis am Ende das Projekt leisten könne, dürfe, müsse oder wolle.

Ein Teil des Klosters soll in der ersten Stufe mit dem Pfarrhof Altenthann eine Einheit bilden.  Foto: Biederer/Archiv
Ein Teil des Klosters soll in der ersten Stufe mit dem Pfarrhof Altenthann eine Einheit bilden. Foto: Biederer/Archiv

Im letzten Punkt der Sitzung gaben die ehrenamtlichen Kreisheimatpfleger und der ehrenamtliche Kreisarchivpfleger ihre Tätigkeitsberichte für das abgelaufene Jahr. Allein Kreismusikpfleger Tobias Lehner aus Regenstauf legte dem Gremium auf zweieinhalb Seiten ein Liste mit knapp 100 Terminen vor, die er im vergangenen Jahr wahrgenommen hatte. Landrätin Tanja Schweiger dankte im Namen des Kreistages ihm, Archivpfleger Dr. Artur Dirmeier und den Kreisheimatpflegern Herrmann Binninger, Karl Hoibl und Peter Lutz für ihr Engagement.

Politik

Zukunft des Pfarrhofs ist offen

Vor viereinhalb Jahren haben Landkreis und Gemeinde das Altenthanner Gebäude gekauft. Die Sanierung wird auch heuer nichts.

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