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Kinder

4,3 Millionen Euro für Schulsanierung

Knapp zwei Millionen mehr als 2012 veranschlagt kostet die Generalsanierung der Schule Diesenbach. Der Bauumfang hat sich beträchtlich erweitert.
Von Sabine Norgall, MZ

Regenstauf. Heftig diskutiert wurde in der letzten Marktratssitzung die geplante Generalsanierung der Grundschule Diesenbach. Strittig war dabei nicht der Umbau, sondern der Preis. Von gut 2,6 Millionen Euro Kosten war man noch im Jahr 2012 ausgegangen. Jetzt gab ihn Architekt Peter Hanshans mit 4,3 Millionen Euro an (MZ berichtete).

Die zentrale Frage bei der Sitzung des Marktrats lautete: Wäre angesichts der Kosten ein Neubau nicht günstiger? In der letzten (nichtöffentlichen) Sitzung des Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschusses wurde die Generalsanierung nochmals beraten. Laut 2. Bürgermeister Hans Dechant sprach die Mehrheit der Ausschussmitglieder danach eine Empfehlung für den Umbau aus. Trotz der gestiegenen Baukosten, sagt Hans Dechant, wäre ein Neubau noch um eine Million Euro teurer gekommen. Dechant: „Zu den jetzt geschätzten Kosten bauen wir keine neue Schule.“ Auch würde die Bauzeit für eine neue Schule rund ein Jahr länger dauern. Dechant plädiert vehement für die Generalsanierung: „Wir haben die Mittelschule in Regenstauf und die Schule in Steinsberg ähnlich saniert. Beide stehen da wie neu.“

Rückführung auf Rohbau

Bei der jetzt geplanten Sanierung würde das Diesenbacher Schulhaus auf den Rohbauzustand zurückgeführt. Stehen bleiben nur das Dach (bereits saniert) und die Außenwände.

Architekt Hanshans hatte schon in der Marktratssitzung vom „Fluch der ersten Zahl“ gesprochen, eben jenen 2,6 Millionen Euro, von denen noch 2012 die Rede war. Laut Christian Kotschate und Markus Frohnhöfer vom Bauamt ist einer der großen Kostenfaktoren, die bei den aktuellen Baukosten hinzugekommen sind, die Errichtung einer dritten Kindergartengruppe im Untergeschoss des Schulgebäudes. Momentan ist diese Gruppe provisorisch im umgebauten ehemaligen Büro der Kindergartenleiterin untergebracht. Gar nicht erfasst waren bei der ersten Summe die Außenanlagen, die jetzt in den 4,3 Millionen Euro enthalten sind und alleine knapp eine halbe Million Euro kosten. Die Außenanlagen müssen neu angelegt werden, weil im ehemaligen Pausenhof der Schule die Kinderkrippe entstand.

Ein weiterer Kostenfaktor ist die Tatsache, dass die bestehende Gasheizung auf eine Pelletheizung umgestellt werden soll. „Rein wirtschaftlich betrachtet“, sagt Christian Kotschate, würde man nicht zwangsläufig zu einer Pelletheizung kommen. Allerdings verpflichtet das Erneuerbare-Energien-Gesetz dazu, dass ein bestimmter Anteil der im Gebäude verbrauchten Energie aus regenerativen Ressourcen kommt. Dazu Hans Dechant: „Und da kommt man bei einem Gebäude in der Größenordnung mit ein paar Sonnenkollektoren auf dem Dach nicht aus.“ Außerdem ist die Dachfläche der Diesenbacher Grundschule ohnehin schon für Solarmodule vermietet.

Heizung wird erweitert

Da also ohnehin eine neue Heizanlage her muss, soll diese so ausgelegt werden, dass sie neben Schule, Kindergarten und Kinderkrippe auch die benachbarte Turnhalle mit Wärme versorgen kann. Nicht in der ursprünglichen Kalkulation enthalten war auch der Glasbau, der die Kinderkrippe mit dem Schulgebäude verbinden wird.

In der Marktratssitzung hatte man angekündigt, nach Einsparmöglichkeiten zu suchen. Eine davon ist die Tatsache, dass die Behindertentoilette, die ursprünglich im Bereich der Schule geplant war, jetzt im zentralen Eingangsbereich ihren Platz findet. So kann man sich dort eine weitere Toilette für die Kinder sparen, die oft lange bevor die Schule öffnet vor dem Schuleingang stehen. Eine Kostenersparnis bringt auch der neue Allwetterplatz bei der Schule. Dadurch kann auf eine neue Laufbahn und Sprunggrube auf dem Gelände des SV Diesenbach verzichtet werden.

Diskussionen hatte es kurzfristig dazu gegeben, ob man, angesichts der gestiegenen Bausumme und des damit gestiegenen Architektenanteils, die Schulsanierung nicht euroweit hätte ausschreiben müssen. In dieser Frage gelangten Marktverwaltung und Regierung der Oberpfalz zu der Einigung, dass bei der Auftragsvergabe im Jahr 2012 diese Kostensteigerung nicht absehbar gewesen sei. Außerdem wird die Planung der Außenanlagen jetzt nicht an das Büro Hanshans vergeben.

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