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Gedenken

Auf Mahnmalen fehlen viele Namen

Zahlreiche Menschen kamen auch vor Kriegsende schon in den Munitionslagern im Schwaighauser Forst ums Leben.
von Monika Bucher, MZ

Zeitzeuge Michael Feil (links) und Buchautor Fred Wiegand am Gedenkstein
Zeitzeuge Michael Feil (links) und Buchautor Fred Wiegand am Gedenkstein Foto: Bucher

Regenstauf.Immer wieder hört man Nachrichten über Funde von Weltkriegsmunition, auch in Regensburg und Umgebung. Aus diesem Anlass beschäftigte sich auch Marktrat und passionierte Geschichtsforscher Fred Wiegand aus Regenstauf mit dem Thema. Zusammen mit Prof. Dr. Peter Morsbach brachte er 2013 ein Buch über „Flur- und Kleindenkmäler” heraus. Darin ist auch ein Gedenkstein an der Straße von Lorenzen Richtung Holz erwähnt, der an ein besonderes Unglück 1948 erinnert. Feuer im dortigen Munitionslager führte zu einer Explosion, die neun Menschen das Leben kostete. Einer davon war ein Steinsberger namens Wiehr. Das grabsteinartige Mahnmal trägt die lapidare Inschrift „1946 bis 1954: Zur Erinnerung an die bei Munitionsarbeiten tödlich Verunglückten”.

An diejenigen, die bei solchen Arbeiten in den Wäldern jedoch Jahre vorher schon ums Leben kamen, betont Wiegand – darunter bis zum Kriegsende auch viele russische Zwangsarbeiter – denkt keiner mehr. Wiegand ist wichtig, dass das Geschehen nicht in Vergessenheit gerät und auch den folgenden Generationen weitergegeben wird. Viele wüssten aber davon nichts mehr.

Ein Zeitzeuge ist noch der 81-jährige Michael Feil aus Steinsberg. Er erzählt von einem noch größeren Lager im Schwaighauser Forst auf dem alten Forstweg von Schwaighausen nach Steinsberg. Auch dort war gesprengt und auch Schwarzpulver in großen Messing- oder Kupferfässern verbrannt worden. Als Jugendlicher beobachtete er mit seinen Freunden das Schauspiel aus sicherer Entfernung. „Manche Reste gingen jedoch nicht hoch und werden teils heute noch gefunden”, so Wiegand. Nach Kriegsende beschäftigten die Amerikanern zur Munitionsvernichtung Leute aus der Umgebung. Wie sich Feil noch erinnert, wurde die Straße an besagtem Gedenkstein 1944 schwer bombardiert, dabei glücklicherweise aber das Munitionslager verfehlt. Eine vom Markt Lappersdorf dort aufgehängte Hinweistafel am Parkplatz für Spaziergänger verweist darauf, dass auch heute noch „Kampfmittel aus dem 2. Weltkrieg” aufgefunden werden könnten.

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