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Zeugnis

Bestnote für die ambulante Pflegestation

Die Mitarbeiter in Regenstauf sind stolz auf das tolle Prädikat. Die Pflegeleiterin macht aber klar: „Gepflegt haben wir immer gut, auch vor der 1,0.“
Von Sabine Norgall, MZ

Regenstauf.Im Februar stellte der medizinische Dienst der Krankenkassen der ambulanten Alten- und Krankenpflegestation Regenstauf die Bestnote 1,0 aus. Eine Kopie der Bescheinigung hängt in den Räumen der Pflegestation gleich mehrfach an den Wänden. Die Mitarbeiter, die sich mit der Leiterin der Krankenpflegestation Melitta Schneider und Geschäftsführer Fritz Wolf zu einem gemeinsamen Foto versammelt haben, sind stolz auf die Beurteilung und strahlen über das ganze Gesicht: Eine 1,0 für die Leistung des Pflegediensts. Besser geht es nicht.

Melitta Schneider ist mit über 30 Jahren Erfahrung in diesem Beruf ein viel zu erfahrener Hase, um das Ganze nicht ein wenig zu relativieren. „Eine 1,0 ist toll“, sagt sie. Im letzten Jahr hatte man eine 1,2. Es gab auch schon eine Bewertung mit 1,8. Aber egal mit welchen Noten, Melitta Schneider ist sich sicher, dass die Qualität der Pflege an den einzelnen Patienten sich nicht verändert hat: „Wir haben das Gefühl, wir habe früher genauso gut gepflegt.“ Für die aktuelle Bestnoten sagt Schneider, „haben wir hart gearbeitet, weniger an den Patienten, sondern an der Dokumentation.“

Bei der Prüfung, schildert sie deren Anlauf, komme der medizinische Dienst, der sich am Tag zuvor angemeldet habe, zunächst in die Büroräume der Krankenpflegestation. Dort wurden im Februar aus den 106 Pflegebedürftigen, die dort aktuell betreut werden, nach dem Zufallsprinzip, sechs Patientenakten ausgewählt.

Dokumentation ist wichtig

Ein nicht unerheblicher Teil der Note setzt sich schon aus der Prüfung dieser Akten zusammen. Sind alle erbrachten Pflegeleistungen auch genau dokumentiert, ist jede Maßnahme aufgeschrieben, jeder mögliche Rat, einen Arzt zu rufen, vermerkt? Je exakter die Dokumentation, umso besser die Gesamtnote. Und auch wenn die Schreibarbeit oft lästig ist und viel Zeit in Anspruch nimmt, zweifelt auch Melitta Schneider nicht an deren Sinn. Damit, sagt sie, könne man auch gegenüber Angehörigen jederzeit nachweisen, welche Pflegeleistungen erbracht wurden. Über die Pflege am Patienten ist damit aber noch nichts ausgesagt. Deren Pflegezustand wird durch den medizinischen Dienst anschließend vor Ort geprüft. Dieses Jahr gab es auch hier eine 1,0.

Als die ambulante Krankenpflegestation aber vor Jahren mit 1,8 bewertet wurde, sagt Melitta Schneider, wurde auch nicht schlechter gepflegt. Damals allerdings ging der medizinische Dienst bei einem Patienten davon aus, dass eine Prophylaxe gegen Wundliegen notwendig sei. Die Mitarbeiter der Pflegestation sahen die Notwendigkeit nicht. Tatsache war: Der Patient bekam zu keinem Zeitpunkt Druckstellen vom Liegen. Eine mögliche Bestnote aber war durch den Einwand der Prüfer dahin.

Entscheidungshilfe gesucht

Wenn in Regenstauf Angehörige die Hilfe eines Pflegedienstes suchen, läuft viel über Mundpropaganda. Die ambulante Pflegestation hat sich über Jahrzehnte hinweg einen sehr guten Ruf erworben. Aber immer wieder komme es vor, sagt Schneider, dass sich Angehörige für eine erste Orientierung zunächst anhand der Benotung durch den medizinischen Dienstes informierten. Was in keine Note einfließt: Bei der ambulanten Alten- und Krankenpflegestation gibt es einen ganz besonderer Umstand, der mehr Qualität, beziehungsweise mehr Menschlichkeit in der Pflege ermöglicht: Man muss sich dort nicht sklavisch an den Minutentakt der Pflege halten, den die Pflegekassen für die einzelnen Leistungen vorgeben. Wenn mehr Zeit notwendig ist, nimmt man sie sich. Möglich wird dies dadurch, dass die Krankenpflegestation einen Zuschuss vom Krankenpflegeverein erhält. 2012 betrug dieser Zuschuss 29 000 Euro. Und auch auf einen weiteren Punkt ist Melitta Schneider stolz: „Auch wenn viele andere das gekippt haben, unsere 24 Mitarbeiter werden nach Tarif bezahlt.“

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