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Versorgung

Eine Million für die Wasserqualität

Das Wasserglobalkonzept geht weiter: Das Wasserwerk Grub wird saniert. Der generalüberholte Brunnen liefert sehr gutes Wasser
Von Sabine Norgall, MZ

  • Win wichtiger Schritt zur Sanierung des Wasserwerks Grub, die Erneuerung des Brunnens 2, ist abgeschlossen. Jetzt soll ein neues Maschinenhaus gebaut werden. Foto: Markt RegenstaufFoto: Markt Regenstauf
  • Im Brunnen Grub 2 wurde ein neues Filterrohr eingebaut. Foto: Markt Regenstauf
  • Ein wenig trauert Wassermeister Peter Lotter der alten Technik im Maschinenhaus nach: "Da konnte man noch alles selbst reparieren. Foto: Norgall
  • Die Technik im alten Maschinenhaus ist ebenso veraltet wie das Gebäude selbst. Im Foto von links: Christian Kotschate, Andreas Liegl und Peter Lotter. Foto: Norgall
  • Das alte Maschinenhaus wird abgerissen und durch ein kleineres ersetzt. Wassermeister Peter Lotter ist in der Wohnung über dem Maschinenraum aufgewachsen.Foto:Norgall
  • Mit der neuen UV-Lichtanlage im neuen Maschinenhaus findet auch das chloren des Wassers aus dem Brunnen Grub 1 ein Ende. Foto: Norgall

Regenstauf.Über eine Million Kubikmeter Wasser fördert das Regenstaufer Wasserwerk pro Jahr insgesamt. Die Qualität des Wassers ist für Wassermeister Peter Lotter Ehrensache. Jetzt investiert der Markt erneut in das vor Jahren begonnene Wasserglobalkonzept. Das Wasserwerk Grub, aus dem die beiden Brunnen Grub 1 und Grub 2 zusammen 210 000 Kubikmeter Wasser für die Regenstaufer Wasserversorgung liefern, wird saniert. (Die zwei Brunnen Diesenbach liefern 580 Kubikmeter Wasser, der Doggerbrunnen in Unterhub 230 Kubikmeter).

Gebäude und Technik veraltet

Eine Million Euro hat Kämmerer Andreas Liegl für die Sanierung dieses Jahr in den Haushalt eingestellt. Bereits 1953 fand in Grub der erste Pumpversuch statt. Das Gebäude, die Technik im Gebäude und die Technik in den Brunnen sind in die Jahre gekommen.

Der Brunnen Grub 1 wurde bereits vor knapp zehn Jahren saniert. Eine Kamerabefahrung zeigte, dass der alte Schlitzbrückenfilter an vielen Stellen zusammengebrochen war. Wäre man dort mit einem Reinigungsgerät rangegangen, sagt Wassermeister Peter Lotter, wäre alles zusammengebrochen. Bei der bereits erfolgten Brunnensanierung wurde jetzt auch die Pumpe ausgetauscht.

Was jetzt ansteht, ist der Neubau des Maschinenhauses. Zunächst, sagte Christian Kotschate vom Regenstaufer Bauamt, habe man über eine Sanierung nachgedacht. Die Kosten dafür hätten aber in keinem Verhältnis zu einem Neubau gestanden. Das neue Maschinenhaus wird wesentlich kleiner ausfallen als das alte. Die konkrete Planung für das Gebäude wird in der nächsten Marktratssitzung vorgestellt.

Über dem alten Maschinenhaus befindet sich im ersten Stock noch eine Wohnung, in der einst Walter Lotter, der ehemalige Wassermeister des Markts, mit seiner Familie lebte. Mittlerweile untersagt das Wasserschutzgesetz das Wohnen im Fassungsbereich eines Brunnens. Eigentlich, sagt Wassermeister Peter Lotter, dürfte da noch nicht einmal ein Auto stehen. Während der Bauarbeiten an der Brunnensanierung unterlagen die Baumaschinen daher ganz besonderen Vorschriften, wie etwa der Verwendung von Bioöl, damit keine Verschmutzung in die Brunnen eingetragen werden konnte.

UV-Lichtanlage gegen Keime

In dem Maschinenhaus wird das Wasser aus den zwei Brunnen Grub 1 und Grub 2 gemischt. Der Brunnen Grub 1 kann derzeit 18 Liter Wasser pro Sekunde liefern, bei Grub 2 waren es bisher fünf Liter pro Sekunde. Nach der Brunnensanierung könnten es acht bis zehn Liter pro Sekunde sein. Diese Erhöhung der Fördermenge ist für Wassermeister Peter Lotter deshalb besonders wünschenswert, weil der Brunnen Grub 2 besonders sauberes Wasser liefert, das weder mit Nitrat, Atrazin oder coliformen Keimen belastet ist. Im Brunnen Grub 1 finden sich nach heftigen Regenfällen immer wieder coliforme Keime, weshalb dieses Wasser bis jetzt aus Sicherheitsmaßnahmen immer gechlort wird. Der Chlorgeruch ist bisher für die Wasserabnehmer in Eitlbrunn auch immer wieder deutlich wahrnehmbar, sagt Lotter.

In dem neuen Maschinenhaus ist jetzt der Einbau einer UV-Lichtanlage geplant, die mögliche Keime im Wasser abtötet. Eine Chlorung des Wassers ist dann nicht mehr notwendig. Nach der Sanierung des Wasserwerks Grub stehen die Leitungen vom neuen Wasserwerk nach Eitlbrunn auf dem Sanierungsplan. Peter Lotter: „Wir haben in Grub so viel gutes Wasser, jetzt müssen wir es über die Leitung auch vor in den Ort bringen.“

Die neuen Investitionen in die Wasserversorgung schlagen sich aktuell nicht in den Wassergebühren nieder, die gerade erst für die nächsten vier Jahre festgeschrieben wurden. Von den über eine Million Kubikmetern Wasser, die im Markt pro Jahr gefördert werden, werden aktuell rund 860 000 Kubikmeter verkauft, der Rest ist Spülwasser oder geht durch Lecks verloren. Auch der leicht gestiegene Verbrauch durch Neubaugebiete trägt dazu bei, den Wasserpreis zu halten.

Das alte Haus hat ausgedient

  • Pumpe ist ausgetauscht

  • Die alte Unterwasserpumpe mit Steigleitung im Brunnen Grub 2 hatte ihre besten Tage hinter sich, sie wurde jetzt erneuert. 1953 fand dort der erste Pumpversuch statt. Die Kamerabefahrung hatte gezeigt, dass der alte Filter an vielen Stellen zusammengebrochen war.

  • Das beste Wasser

  • Im Rahmen der Baumaßnahmen wurde ein neuer Schlitzbrückenfilter aus Edelstahl in das alte Rohr eingepasst. Nach der Sanierung könnte jetzt aus dem Brunnen Grub 2 etwas mehr Wasser gefördert werden. Grub 2 liefert das beste Wasser im Markt.

  • Sanierung lohnt nicht

  • Das Maschinenhaus im Wasserwerk Grub ist veraltet. Eine Sanierung lohnt nicht mehr. Es entsteht ein kleinerer Neubau direkt neben dem alten Haus, das anschließend abgerissen wird. Im Maschinenhaus wird das Wasser von Grub 1 und Grub 2 vermischt.

  • UV-Licht für Wasserqualität

  • Das Wasser aus dem Brunnen Grub 1 ist mit coliformen Keimen belastet. Deren Ursprung ist unbekannt. Bis jetzt wurde das Wasser mit Chlor desinfiziert. Im neuen Maschinenhaus wird die Bestrahlung mit UV-Licht die Behandlung mit Chlor überflüssig machen.

  • Wohnung überm Maschinenraum

  • In der Wohnung über dem Maschinenraum ist Peter Lotter aufgewachsen, damals war sein Vater Walter Wassermeister im Markt. Inzwischen hat sich die Wasserschutzverordnung verändert. Im Fassungsbereich der Brunnen darf seit Jahrzehnten niemand mehr wohnen.

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